Teil 7: Was soll ich nun trinken?

Was soll ich nun trinken?

Irgendwie werden Getränke immer nur am Rande behandelt.

Dabei habe mir bestimmt die meisten meiner Pfunde nicht angegessen, sondern angetrunken.

Denn kalorienhaltige Getränke tragen nicht zur Sättigung bei, füllen nicht den Magen und rauschen sofort durch. Und es ist super einfach, super viele Kalorien aufzunehmen, in dem man diese einfach trinkt.

Mal eben ein paar Bier wegzischen, ein paar Gläser Saft und dazu noch Cola und Fassbrause und schon hat man seinen Tagesbedarf an Energie weggetrunken, ohne satt und zufrieden zu sein.

Deswegen, finde ich, kann man zwar intuitiv trinken, wenn man Durst hat, aber nicht darauf vertrauen, das man Durst auf das richtige Getränk hat.

Denn ich bin aufgewachsen mit Limonade, Zitronentee und Kakao. Bei uns gab es kein Wasser, wir hatten nie Sprudel im Haus und niemand trank Wasser aus dem Hahn, kein Kraneburger, nur Limo.

Und ich mag bis heute kein Wasser pur und ich trinke es nur, wenn ich viel Sport gemacht habe, auf einer Wanderung bin oder es sehr heiß ist.

Das ist für mich ein echtes Problem, da ich meinen Körper auch nicht mehr mit Süßstoff zuschütten will, da ich davon eine pelzige Zunge bekomme und auch immer den Eindruck habe, dass es Hunger verursacht.

Bei einer Heilpraktikertherapie hatte die Therapeutin mir geraten, keine Cola light mehr zu trinken, sondern, wenn es schon Cola sein muss, dann lieber die normale Variante. Die mir, leider, ja auch gut schmeckt.

Das hat mir 20 Kilo eingebracht, da aus ab und zu ein Glas Cola jeden Tag eine Flasche Cola (oder zwei) wurde und das mit offizieller Erlaubnis der heilkundigen Frau. Dass es so nicht gemeint war, lag auf der Hand, aber ich liebe gezuckerte Getränke und das war quasi ein Startschuss. Meine gute Heilpraktikerin hätte bestimmt der Schlag getroffen, wenn ich ihr erzählt hätte, wie ich Ihren gut gemeinten Rat umgesetzt habe.

Aber es gibt kein „Trinke soviel bis du satt“ bist.

Es gibt ja noch nicht einmal ein Wort wie satt für „Ich habe keinen Durst“. Für mich gibt es auch kein „Trinke das, auf das du Lust hast“, denn dann trinke ich nur Limonade.

Außerdem kann ich Durst und Hunger oft nicht auseinanderhalten. Ich habe dann Appetit auf Suppe, obwohl ich eigentlich Durst habe. Deswegen ist es auch immer noch eine gute Idee, bei Essdrang erst einmal auszuprobieren, ob ich nicht eigentlich Durst habe.

Getränke sind meine Achillesverse und ich werde mich hier immer sehr in Acht nehmen müssen und versuche mich hier auf Schorle mit sehr wenig Saft oder Tee ohne alles zu beschränken.

Denn selbst die Schorle mit ganz wenig Saft ist ein Getränk, welches dem Körper Energie zuführt. Jedoch wäre der Anspruch an mich selber, jetzt nur noch Wasser zu trinken, eine zu arge Zwangsmaßnahme und würde nicht klappen.

Also nehme ich mir vor, weiterhin daran zu arbeiten, weniger Fassbrause und Saft oder Saftschorle mit hohem Saftanteil zu trinken und weiter daran arbeiten, Hunger und Durst besser aus einander halten zu können.

Aber ich werde nicht auf den 2 Litern oder mehr am Tag beharren oder Trinktagebücher etc. führen. Mein Körper meldet sich schon, wenn er Durst hat. Er meldet sich immer und ich kann daran arbeiten, ihm Flüssigkeit zu geben, die ihm guttut und keine Berge von reinem Zucker in ihn kippen, auch wenn es gut schmeckt.

Schließlich kann man alles verdünnen…lach.

Denn es geht ja darum, was mir guttut und was meinem Körper guttut und ihn nährt.

Deswegen gilt es, auch mit Aufmerksamkeit zu trinken, nicht weil man zu viel trinkt, sondern weil es so einfach ist, sich mit Kalorien zu überschütten, ohne das es Sättigung bringt.

Versucht habe ich schon vieles, warmen Tee, kalten Tee, Wasser mit etwas Geschmack, alle light-Getränke, Wasser mit Ingwer, Wasser mit Zitrone, Wasser mit Beeren.

Im Punkte Getränke ist meine von Kindenbeinen an bestehende Fixierung auf süße Getränke einfach nicht auszulöschen.

Also muss ich es auch hier annehmen, wie es ist. Und weiter daran arbeiten, es figurverträglich zu gestalten, da ich hier mit dem intuitiven Weg keinen Deut weiterkomme.

Ich werde weiter alles Mögliche probieren :).

Und vielleicht kann ich irgendwann ein Rezept für das ultimative Getränk vorstellen.

Teil 6: Was soll ich nun essen?

Teil 6: Was soll ich nun essen?

Alles, was du magst und was dir bekommt!

Auch Chips und auch Schokolade?

Ja, klar.

Glaub mir, selbst wenn du eine Woche lang zu jeder Mahlzeit nur Chips essen würdest, dann erleidest du keinen Mangel und keine Vitaminunterversorgung. Und wahrscheinlich kommen dir die Chips dann zu den Ohren raus.

Teste es und berichte mir davon. Ich hab mich das nie getraut, weil ich weiterhin Freude an Chips haben möchte.

Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel.

Ich darf alles essen, was mir schmeckt und meinem Körper guttut!

Natürlich gibt es Lebensmittel mit hoher und geringer Energiedichte und es gibt stark verarbeitete Lebensmittel, aber der entscheidende Faktor ist, ob es dir schmeckt und ob es dir bekommt?

Was nützt das vermeintlich gesündeste Vollkornbrot, wenn du dich nachher vor Bauchweh krümmst oder ständig pupsen musst?

Oder, wenn du vom Weißbrot grässliche Verstopfung bekommst und dich quälst.

Was schmeckt dir gut und was bekommt dir gut?

Ich mag z.B. überhaupt keinen Magerquark. Das ist total ekelig. Ich mag aber auch keinen Sahnequark, weil er einen fettigen Film auf meiner Zunge hinterlässt. Also nehme ich 20%tigen Quark und bin damit fein.

Jetzt gibt es den neuen, mega hippen Proteinquark. Den kann ich ja mal probieren. Wenn er mir schmeckt und guttut, warum nicht? Wenn er mir nicht schmeckt und nur teuer ist, dann lasse ich ihn links liegen.

Auch Cola ist kein durch und durch schlechtes Lebensmittel. Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich bei zuckerhaltigen Getränken kein Maß kenne und diese dann in Massen in mich hinein schütte, was mein Körper nicht mag. Also ist nicht die Cola böse, sondern ich kann nicht damit umgehen, also halte ich mich lieber fern.

Gesund ist, was mir gut schmeckt und gut tut. Das ist maximale Freiheit beim Essen.

Und Hunger ist der beste Koch!

Aber…aber…aber…neulich stand doch in der Zeitung….

Ja, es wird immer mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Ich bin jetzt 48 und in der Zeit war Butter ganz böse, die gute Margarine sollte es sein. Oder nicht, auf einmal war Butter wieder in und Margarine total out, da diese gesättigte Fettsäuren enthält.

Milch macht müde Männer munter oder ist Milch etwa nur Nahrung für Kälber?

Ganz böse ist Zucker, das ist wie Kokain. Oder war es Fett? Jahrelang war es Fett, jetzt sind es Zucker und Kohlenhydrate.

Oje, Brot, esst bloß kein Brot, das macht super dick. Es sei denn man macht HiCarb.

Ich sehe noch meine jüngste Tante vor mir, die keine Kartoffel haben wollte, denn die machen dick. Ich war noch klein, aber es hat mich nachhaltig beeindruckt. Bei Weight Watchers waren Kartoffeln toll, weil sie mit wenigen Kalorien satt machen. Nach dem glykämischen Index sind Kartoffeln böse, es sei denn man schaut sich nur die glykämische Last an.

Ich persönlich mag am liebsten mehligkochende Kartoffeln mit etwas Salz und Butter. Das vertrage ich gut und es macht mich satt.

Aber die Japaner, die essen Suppe zum Frühstück und werden oft alt, also ist Suppe zum Frühstück das NonPlus. Es sei denn, der Japaner lebt in Fukushima.

Der einzige Gradmesser kann sein, was ich gut vertrage und was mir schmeckt. Dann das ist völlig individuell.

Was ich gut vertrage, kann euch auf den Magen schlagen. Mein Mann z.B. liebt Meeresfrüchte und Pulpo. Ich gehe schon bei dem Anblick laufen.

Trotzdem bleibe ich Neuem gegenüber aufgeschlossen und probiere auch alles Mögliche. Denn der Körper kann ja nur Appetit auf etwas entwickeln, dass er auch kennt.

Zum Beispiel war ich felsenfest davon überzeugt, ich mag keine Muscheln. Das stimmt so nicht, ich mag nicht so gerne Miesmuscheln, weil diese so schwabbeln. Der Geschmack ist sogar okay, aber das Schwabbeln ist nicht mein Ding. Aber ich mag gerne Venusmuscheln und Spaghetti Vongole sind sehr lecker. Das weiß ich aber erst seit diesem Jahr.

Ich koche häufig mal was Experimentielles. Manches davon ist ungenießbar, manches einfach nur sehr lecker. Und wenn es ungenießbar ist, dann kommt es in den Müll und wir machen uns ein Brot. Passiert nicht so oft…lach.

Trotz der Erlaubnis, alles Essen zu dürfen, was mir beliebt, versuche ich hochgradig verarbeitete Nahrung nicht allzu oft in unseren Speiseplan einzubauen. Für mich sind das Lebensmittel, die meine Uroma nicht als Essen erkannt hätte.

Denn dort sind oft Zucker, Fett und Salz so eingebaut, dass sie dem Gehirn den maximalen Glückskick geben. Das hemmt aber meines Erachtens die natürliche Sättigung, weil das Gehirn schreit: Toll…Toll…mehr davon.

Das ist ja beabsichtigt, damit mehr davon gekauft wird.

Oft ist das nicht so einfach, so wie ich es gerade schreibe, da ich nicht mit der hohen Kunst des Kochens aufgewachsen bin. Vieles muss ich mir erarbeiten. Wenn jemand zu mir sagt, koch mir einen Pudding, dann muss ich das erst googeln, so ganz ohne Dr. Oetker… ;).

Und ich verteufel es nicht. Manche Sachen sind einfach zu praktisch und es muss ein guter Kompromiss zwischen Zeit, Genuss und Verlangen sein. Schließlich bin ich Vollzeit berufstätig und muss dem auch Rechnung tragen. Ich muss nur im Hinterkopf haben, dass ich bei hoch verarbeiteter Nahrung dazu neige, über die Sättigung hinaus zu essen.

Schließlich geht es um die bedingungslose Erlaubnis, alles essen zu können, was ich möchte.

Und es ist so schwer alles zu vergessen, was man all diese Jahre gelernt und vor allen Dingen geglaubt hat.

Ich denke dann immer an eine Szene aus „Die Simpsons“, in der Lisa lernt:

Es ist nicht alles wahr, was in Büchern steht!

Sie reagiert darauf total geschockt und ich runzelte die Stirn, weil ich das auch nie infrage gestellt hatte. Okay, es ist viele Jahre her, als ich diese Fernsehfolge sah..lach.

Aber ich hatte damals den ganzen Schrank voll mit Diätratgebern und alle widersprachen sich. Eben hatte ich noch Punkte gezählt und auf einmal waren die Kohlenhydrate böse. Und Schuld hatte der böse genmanipulierte Weizen, der macht eine Wampe.

Also fühlte ich mich verdammt zu einem „Leben ohne Brot“.

Und ich aß Magerquark mit Süßstoff zum Frühstück, das war gesund. Und suchte im Betrieb 10x das Gemeinschaftsklo auf, bis ich einmal alleine war und in Ruhe rumpumpsen konnte. Ich vertrage die Kombi von Quark und Süßstoff nämlich überhaupt nicht. Ich mag das noch nicht mal. Aber es war ja gesund.

Vielleicht ist es für dich gesund, aber für mich nicht. Und es ist für den Mann drei Straßen weiter sogar sehr gesund, aber für Lieschen Müller in Hausnummer 6 nicht, die bekommt davon Bauchweh.

Denn Gott sei Dank sind Menschenversuche nicht erlaubt. Denn um überhaupt valide Studien durchzuführen, müssten diese ja unter kontrollierten Bedingungen stattfinden, über viele Jahre, um alle Nebeneffekte auszuschließen.

In Raum 1 kommen über 10 Jahre alle Mischköstler, in Raum 2 alle Vegetarier, in Raum 3 alle Clean-Eater usw. Und damit man eine valide Grundlage hat müssen alle gleich alt und von gleicher Konstitution sein. Weil man äußere Reize ausschließen möchte, lebt jeder in diesen 10 Jahren in einem weißen sterilen Raum und hat nichts zu tun außer essen.

Nach den 10 Jahren weiß man dann, welche Ernährung gesunder war. Vorausgesetzt es sind nicht alle an Vereinsamung gestorben oder verrückt geworden.

Gut, dass es diese Art der Versuche nicht gibt.

Man kann die Ernährung nicht über einen Kamm scheren, die Körper und Bedürfnisse sind einfach zu unterschiedlich.

Aber…aber…Schokolade ist ungesund….!!!!

Warum? Ist Arsen drin? Alle Komponenten von Schokolade für sich sind nicht gefährlich und absolut essbar. Und Schokolade macht auch nicht dick, wenn man sie nicht ohne Hunger immer und überall isst, weil Schokolade so verlockend ist, wenn sie verboten ist.

Wenn mich heute das Verlangen nach Schokolade packt, dann esse ich welche, ohne Kompromisse, mit bedingungsloser Erlaubnis. Jetzt ist kurz nach Weihnachten und ich habe beim Aufräumen einen Kinderschoki-Osterhasen in der Süßschublade gefunden und weggeworfen. Der war schon grau innen drin. Aber er war wohl nicht mehr so interessant und irgendwann habe ich ihn vergessen.

Und wenn ich dringend Chips haben will, dann esse ich diese. Und wenn es die ganze Tüte sein muss, dann gibt es eben kein Abendessen mehr. Nicht, weil die Chips böse sind, sondern weil ich dann pappsatt bin und kein Abendessen mehr möchte. Und falls ich doch noch Hunger habe, dann esse ich eben doch noch was.

Ohne schlechtes Gewissen! Nicht heimlich, ohne schlingen. Sondern mit Freude und Genuss.

Ich kann zu diesem Thema gute Literatur empfehlen:

Der Körpernavigator von Uwe Knop

Esst endlich normal von Udo Pollmer

Lizenz zum Essen von Gunther Frank

Teil 5: Mich selber liebevoll annehmen

Teil 5: Mich selber liebevoll annehmen

Das Erste und Wichtigste ist:

DU BIST GUT GENUG!

So wie du bist. Und ich auch :).

Bei mir haben die Diäten angefangen, als ich jemand anders sein wollte. Jemand der cool ist, die tollsten Jungs abbekommt und in der Clique der Beliebteste ist.

Was ich nicht war. Ich war, obwohl ich eine große Klappe hatte, unsicher und gehemmt.

Ich kam nicht damit klar, dass ich fast ein ganzes Jahr jünger war als meine Klassenkameradinnen und trotzdem schon Busen hatte. Irgendwie war ich immer „mehr“. Das wollte ich loswerden, ich wollte genauso ein Spargel sein wie die anderen. Dazugehören.

Mein erster Schwarm, der mich plump genannt hatte.

Meine Oma, die immer abnehmen wollte und deren Gewicht rauf und runterging, ihr ganzes Leben lang. Die meinen Wunsch verstand, dünner sein zu wollen und mit mir Diät gehalten hat. Mit der ich mich immer besonders verbunden fühlte und der ich nacheiferte.

Damals ist die Diätmacke entstanden, damals haben sich viele Gefühle in mir angestaut und ich musste, jetzt im Erwachsenenalter, lernen Gefühle zuzulassen, darüber zu sprechen und auch Hilfe anzunehmen oder zu fordern.

Ich habe einen sehr langen Artikel darüber geschrieben und sehr viel gelernt. Den Artikel findet ihr hier: Vom Essen, beleidigt sein und der Macht der unterdrückten Gefühle.

Die ganze Aufarbeitung hat mir sehr gutgetan, ich habe sehr viel über mich gelernt und vor allen Dingen gelernt zu reden, anstatt beleidigt zu sein. Alleine habe ich das auch nicht geschafft, ich hatte Hilfe von zwei Heilpraktikerinnen und einer Hypnosetherapeutin. Wobei die Hypnose für mich mit Abstand das Aufschlussreichste war. Und natürlich habe ich viel gelesen.

Jedoch auf mein Gewicht hatte das überhaupt gar keinen Einfluss. Ich wiege noch genauso viel wie vor vier Jahren, als ich mit der A-Methode begonnen habe.

Aber ich mag meinen Körper. Und ich bin raus aus der Jojo-Spirale. Vier Jahre mein Gewicht gehalten…wow. Und ich lerne, wieder mit Genuß und Freude zu essen.

Ich brauche keine Diät mehr, um mit mir im Reinen zu sein. Ich bin gut so, wie ich bin. Zumindest meistens.

Natürlich kratzt es an mir, wenn mich jemand Specki nennt und mir sagt, ich wäre zu dick. Wenn mir der Arzt rät, abzunehmen, weil meine Knie weh tun und ich weiß, dass ich niemals in den Diätwahn zurück will, obwohl es mich sehr triggert.

Denn ob ich 60, 75 oder 99 Kilo wog, ich war immer ich. Mit all meinen Fehlern und Ängsten und Nöten, aber auch der Verliebtheit, meiner Freude, Lust und Gelassenheit.

Es war immer nur die äußere Form, die sich geändert hat, innerlich war ich immer gleich, ob dick oder dünn.

Nur später halt mit gewaltiger Diätmacke.

Worauf man sich konzentriert, das wächst. Bei mir wuchs die Diätmacke und die Illusion.

Die Illusion, ich könnte durchs ab- oder zunehmen irgendwas Gravierendes in meinem Leben verändern. Wie ein Schmetterling, fressen…schlafen…fressen…schlafen…schön.

Es ist schwer, jemanden zu mögen, der sich selbst nicht mag, egal ob er dick oder dünn ist.

Ich gehe zum Beispiel immer noch nicht gerne auf große Partys, weil es mir zu viele Leute sind, es ist zu laut und entspricht nicht meiner introvertierten Natur.

Früher habe ich mir oft vorgestellt, ich wäre super schlank mit toller Figur im mega Kleid und ich gehe auf eine Party und alle Sympathien fliegen mir zu und die Männer umschwirren mich wie die Motte das Licht. Und ich sonne mich in all den Huldigungen, springe auf die Bühne und singe ein tolles Lied.

Voraussetzung dafür war immer die perfekte Figur.

Als ob ich das tun würde, scheiß auf die perfekte Figur. Ich bin introvertiert, ich möchte gar nicht von allen umschwärmt werden, das ist mir viel zu anstrengend. So viele Reize kann ich gar nicht verarbeiten.

Ich stellte mir also vor, ich wäre nicht mehr introvertiert, weil ich Menschen bewunderte, die auf alle offen zugingen und der Star jeder Party waren. Erreichen wollte ich diese Wesensänderung durch Abnehmen.

Ich halte mir gerade die Hände vor´s Auge.

Es war so viel gekoppelt an dieses „Schlank sein“. Es ging immer darum, dass ich Wesenszüge ablegen wollte oder beliebter sein wollte.

Stattdessen hätte ich mir vornehmen können, mich bewusst mit ein paar Menschen zu unterhalten, die mir am Herzen liegen und die Party zu genießen. Vielleicht hätte ich ja auch singen lernen können …lach.

Online-Dating war das allerschlimmste. Denn da geht es ja nur um Bewertung und Optik. Bis ich die Seite Rubensfan.de (unverlangte und unbezahlte Werbung) gefunden habe. Da war ich auf einmal okay so wie ich war und es kam darauf an, ob ich nett war oder nicht. Damit konnte ich punkten, ich bin nett und klug…lach. Mollig zu sein, war auf dieser Seite normal. Und ich habe in dieser Zeit total viel abgenommen, weil es irgendwie nicht mehr so wichtig war.

Worum geht es bei dir im tiefsten Herzen? Warum hast du diesen Abnehmwunsch?

Und wie könntest du dieses Ziel denn anders erreichen als über eine Änderung deiner Figur?

Ich hätte immer noch gerne etwas weniger Bauch und schlankere Beine, aber diesmal, weil mir der Bauch im Weg ist beim Turnen und weil die Beine schwerfällig sind beim Laufen.

Sport habe ich nie gerne gemacht, weil ich mich immer bewertet gefühlt habe und auch im Sportunterricht immer für etwas bewertet wurde, was ich nicht gut kann. Also habe ich mich selber gnadenlos abgewertet und für super unsportlich gehalten. Bis ich in Kur gefahren bin und dort hat es sich grundlegend geändert. Meine Liebe zur Bewegung war da und die Lösung war so einfach, wie du in diesem Artikel nachlesen kannst.

Ich liebe es heute, mich zu bewegen.

Ich gehe immer noch laufen und schaffe nun fast 5 Kilometer. Sehr, sehr langsam, aber ich mag es. Und zwar nur um der Bewegung willen, ich muss keinen Sport mehr machen, nur weil ich abnehmen möchte.

Und wenn ich keine Lust dazu habe, dann mache ich nichts. Auch nicht schlimm.

Dein Bauch schwabbelt? Die Beine sind Kartoffelstampfer mit Cellulite?

Ist dein Bauch weich? Liegen vielleicht deine Kinder gerne darauf? Mein Bruder sagte immer, Oma ist viel weicher als Mama und hat so gerne mit ihr geschmust. Sie war einfach nur mollig und meine Mutter ist sehr schlank.

Meine Beine sind Kartoffelstampfer und Cellulite haben sie auch. Aber sie tragen mich auch zuverlässig von A nach B und ich kann mit Ihnen sogar joggen. Ohne meine Beine wäre ich arm dran.

Natürlich mag ich nicht alles an meinem Körper, aber ich mag das meiste. Ich konzentriere mich auf das, was gut gelingt und versuche den „Problemzonen“ zumindest zu sagen, dass sie da sein dürfen, denn auch unvollkommenes ist wertvoll.

Und ich möchte mich schick kleiden mit Kleidung, die mir auch passt. Früher dachte ich oft, das lohnt sich nicht, weil ich werde dann ja schlank und dann passt mir das alles nicht mehr. Heute quetsche ich mich nicht mehr in etwas hinein, was mir nicht richtig passt oder hänge mir einen Kartoffelsack um, bloß damit man den Bauch nicht sieht.

Ich spare nicht mehr auf neue Garderobe, die ich mir erst dann kaufe, wenn ich die in meinem Augen perfekte Figur habe.

Ich kaufe mir schicke Sachen, die gut passen und in denen ich mich wohlfühle. Das habe ich mir verdient.

Denn ich bin gut genug, so wie ich bin und du bist das auch, mit allen Macken und auch mit Diätmacke.

Überleg mal was an dir liebenswert ist. Mache dir vielleicht eine kleine Liste und fange langsam damit an, etwas an dir zu mögen. Du wirst etwas finden, ganz sicher, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Und sollte das noch zu schwer sein, dann fange z.B. an mit einem kleinen Dankbarkeitstagebuch. Nimm dir jeden Tag 5 Minuten und notiere, was an diesem Tag gut gelaufen ist. Das nimmt den Fokus weg von den negativen Dingen.

Denn es geht nicht um perfekte Selbstliebe, sondern darum mehr Freude am Leben zu haben. Überall wird von Selbstliebe gesprochen…bla..bla…die in der Instagramform aber nicht zu einem entspannteren Leben führt, sondern nur ein weiteres, unrealistisches Ziel ist.

Ich muss mich nicht überall und immer selbst über alles lieben.

Aber ich fühle mich eindeutig wohler, wenn mein Hosenbund nicht kneift, der BH nicht einschneidet und ich frisch geduscht und wohlig duftend bin, auch mit allen Pfunden, die noch da sind.

Weil ich zu mir selber sagen kann, du bist nicht perfekt, aber du bist gut genug so wie du bist und ich mag dich.

Das hat sehr viel beigetragen zur Heilung meiner seelischen Diätmacke.

Und scheut euch nicht Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Ich bin damals zur Heilpraktikerin gegangen, weil ich eine Bekannte getroffen hatte, die mit Hilfe diese Heilpraktikerin ganz viel abgenommen hatte.

Bei mir lag die liebevolle Selbstannahme da auch nicht im Fokus, ich wollte, dass die Heilpraktikerin mir verrät, wie man dünn wird, weil ich ja immer dachte, mit mir ist was falsch.

Das war vielleicht nicht ganz die optimale Motivation…lach. Aber es war für mich ein elementarer Schritt auf dem Weg zu mehr Freude und Glück.

Und ich konnte nach so vielen Jahren, ja Jahrzehnten, endlich mit den Diäten aufhören, weil diese nicht mehr wichtig waren.

Und wenn ihr noch nach Quellen sucht, bei denen es bezahlbare Kleidung auch in großen Größen gibt (unverlangte und unbezahlte Werbung):

Sheego

Bon Prix

Ulla Popken

Teil 4: Essdrang erkennen und loswerden

Essdrang erkennen und loswerden

Als Erstes gilt es Essdrang von gesundem Hunger abzugrenzen, denn Hunger ist was Gutes.

Mit Essdrang meine ich jenes Gefühl, dass mich zum Kühlschrank und zur Süßigkeitenschublade treibt, obwohl ich vollkommen satt und zufrieden bin.

Eine innere Unruhe, eine Enge im Hals, ein Gefühl von massivem Stress. Mein Innerstes, dass weiter nach Essen schreit, obwohl mein Körper satt ist. Obwohl ich genau weiß, dass mein Körper satt ist und ich ihm genau das gegeben habe, nachdem er verlangt hat.

Diese „Sucht“ nach mehr, obwohl selbst der zehnte Check des Magens ergibt, das man wohlig satt ist. Ich habe diesen Essdrang immer für emotionales Essen gehalten und geglaubt, wenn ich nur genug an mir arbeite und alle unterdrückten Gefühle erkenne und auflöse, dann verschwindet der Essdrang.

Das hatte jedoch zur Folge, das ich jedes Mal dachte mit mir ist irgendwas falsch, wenn ich keine Emotion hinter dem Essdrang erkennen konnte und egal wie sehr ich an mir arbeitete, es änderte nichts am Essdrang. Das war für mich sehr belastend, da ich nicht in der Lage war, den Hintergrund des vermeintlich emotionalen Essens aufzudecken.

Nicht das ich nicht an emotionales Essen glaube. Hier habe ich einen Artikel geschrieben, um mit dem emotionalen Essen meinen Frieden zu machen und in einem weiteren Artikel habe ich von dem Versuch berichtet, dem emotionalen Essen mit Hypnose auf die Spur zu kommen.

Aber vielleicht liegt es zusätzlich an etwas ganz anderem. Etwas anderem, was mir die Last des „Ich bin immer noch nicht in Ordnung“ von meinen Schultern nimmt.

Nahrung zu haben und satt zu sein ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Denn essen macht nicht per se dick. Wir müssen essen, ohne zu essen sterben wir, verhungern. Und wer möchte schon freiwillig verhungern. Wobei es Magersüchtige gibt, die dies tatsächlich tun.

Ich habe die erste Diät gemacht mit 13, also in sehr jungen Teenagertagen und die letzte Diät letztes Jahr in einem Anfall von Intervallfasten, der nur eine Woche gedauert hat.

Also habe ich schon in sehr frühen Jahren meinem Überlebensinstinkt durch dauernde Diäten beigebracht, dass es eine Nahrungsknappheit gibt, faktisch eine Hungersnot und das empfindet das Gehirn als außerordentliche Bedrohung.

Hunger ist ja nichts, was dem Verstand obliegt. Man kann nicht beschließen, keinen Hunger mehr zu haben. Man kann auch nicht beschließen, nicht zu verhungern, wenn man nichts mehr isst. Der Verstand hat in diesem Fall nichts zu sagen.

Hunger ist ein biologischer Instinkt, der im Hypothalamus entsteht, also im Gehirn. Alle Signale der Sättigung und des Hungers laufen hier zusammen und es werden entsprechende Hormone ausgeschüttet, um das System aus Hunger und Sättigung zu steuern. Wie genau und exakt das geschieht, weiß man immer noch nicht, man kennt nur Bruchstücke dieses Mechanismus.

Zum einen ist es die Magendehnung, bei der auch Hormone ausgeschüttet werden. Aber auch der Geschmack der Nahrung spielt eine Rolle, ebenso wie der Genuss. Denn auch das Belohnungssystem freut sich über ein leckeres Essen und belohnt uns mit einem wohligen Dopaminausstoß. Insulin, Ghrelin und Leptin sind einige der bekannten Hormone, die bei der Steuerung beteiligt sind. Unten verlinke ich einige Artikel dazu, die das Ganze sehr gut wissenschaftlich darstellen.

Und jetzt kommt es zu einer Diätmacke, weil ich meinem Körper Nahrung vorenthalte.

Manchmal sehr strikt, wie bei einer Nulldiät, manchmal moderat bei einer maßvollen Diät, bei der ich ausreichend Kalorien zu mir nehme, aber mein Belohnungszentrum nicht beachte.

Und mein Gehirn flippt aus. Es meldet Hungersnot. Nicht mein Verstand, der will ja Diät halten, sondern der ganz alte Teil meines Gehirns, der animalische Anteil. Der Teil, der nicht so denken kann, wie der Verstand es tut.

Sondern der Teil, der in Bildern denkt und bei leeren Fettzellen Panik bekommt, der ein Überlebenssicherndes Verhalten fordert. Auslösen kann er es nicht, es steuert nicht unsere Arme und Beine, aber er kann sehr fordernd sein.

Die kleinen flüsternden Stimmen im Kopf, das Gefühl, das uns den Hals zuschraubt und die Unruhe, die erst vergeht, wenn man dem animalischen Gehirn gehorcht.

Dieser Teil des Gehirns hält es für eine gute Idee, gegen die Hungersnot mehr zu essen als vorher. Der Teil möchte nicht schlank sein, er liebt Fettzellen, weil die das Überleben sichern, denn die nächste Hungersnot kommt ja zwingend.

Und durch meine ständige Diät/Überessen/Diät/Überessen-Karriere habe ich diesem animalischen Gehirnanteil beigebracht, dass mein Überleben nur zu sichern ist, wenn es mich hungriger macht, als ich vorher war.

Wenn es mit allen verfügbaren Mitteln meinen Verstand dazu bringt zu denken, dass zu viel zu essen eine ganz tolle Idee ist, damit die Fettzellen sich wieder füllen. Und am besten bilden sich noch neue Fettzellen, weil man vor dem Verhungern am besten geschützt ist, wenn man dick ist.

Denn es gibt ja immer wieder Hungersnöte. Die Versorgung mit Nahrung ist nicht gewährleistet.

Und dem animalischen Gehirn kann ich nicht beibringen, dass dick sein an sich keine gute Idee ist. Dieser Gehirnteil lernt nicht so wie der Frontallappen oder das Kleinhirn, es gehört nicht zu unserem Bewusstsein. Es funktioniert instinktiv.

Es hat erfahren, dass es immer wieder periodisch wiederkehrende Hungersnöte gibt und hat gleichzeitig aber auch erfahren, dass es selber beeinflussen kann, diese Hungersnöte zu beenden, in dem es ganz starken Essdrang auslöst, denn Essen scheint ja da zu sein.

So einen starken Essdrang, dem unser Bewusstsein sehr schlecht widerstehen kann. Denn es kommt ja aus uns selbst. In uns erscheinen Bilder von verlockendem Essen, von Dingen, die uns schnell und viel Energie liefern, verlockende Gedanken, die uns zum Kühlschrank treiben.

So als ob das animalische Gehirn und unser Bewusstsein miteinander ringen. Iss, schreit der Instinkt in uns und Nein, du wirst fett, schreit das Bewusstsein.

Und so wundert sich mein Verstand, mein aktives Bewusstes, warum es nicht widerstehen kann. Warum ich zur Süßigkeitenschublade laufe und esse und warum mein Verlangen nach Chips so arg ist. Warum es so schwierig ist, einen Ernährungsplan einzuhalten und dauerhaft abgenommenes Gewicht zu halten.

Also denke ich, ich bin verkorkst und willensschwach und gebe mir die Schuld dran. Ich suche nach verborgenen Ursachen für den Essdrang, weil ich glaube, wenn ich die dahinter liegende Ursache kläre, dann geht der Essdrang weg.

Weil ich es für emotionales Essen halte. Für ein Unvermögen meinerseits, mit Gefühlen umzugehen. Weil ich glaube, dass ich Gefühle weg stopfe, weil ich damit nicht umgehen kann.

Ich lerne sehr viel über mich, ich ändere Strategien und Verhaltensweisen. Ich lerne Dinge auszusprechen, nicht mit essen zu kompensieren und wieder zu essen. Zu essen ohne Einschränkung, mit der vollen Erlaubnis.

All dies sind gute Weiterentwicklungen, eine Reifung der Persönlichkeit, manches sind Meilensteine in der Entwicklung.

Was sich aber überhaupt und gar nicht ändert, ist der Essdrang. Der bleibt unverändert.

Und irgendwann dachte ich, was für ein Scheiß. Vielleicht ist es gar kein emotionales Essen, denn ich fühle mich emotional völlig in Ordnung. Ich finde in vielen Situationen nichts, was mich zum essen bringt, weil da keine akuten emotionalen Probleme sind!!!!!!

Heute glaube ich, in Wirklichkeit habe ich meinem Gehirn selber beigebracht nach Essen zu gieren.

Durch den Essensentzug, durch den Kampf gegen meinen Instinkt, den Kampf gegen den Hunger. Nie das zu essen, nachdem mein Körper verlangt. Durch das vollständige, über sehr lange Jahre, Ignorieren der Bedürfnisse meines Körpers, habe ich meinem animalischen Gehirn beigebracht, dass starker Essdrang überlebensnotwendig ist.

Dadurch denkt mein ständig von Hungersnot geplagter Körper, dass er nur überleben kann, wenn er trotzdem isst, auch wenn er satt ist, weil ein Teil meines Gehirns es für mein Überleben genauso wichtig hält wie atmen.

Der Essdrang entspringt also nicht einer emotionalen Unvollkommenheit meinerseits, sondern er ist ein zu einem Selbstläufer gewordenen Instinkt. Ein Reiz-Reaktionsreflex, der durch Diät in jungen Jahren entstanden ist und über so viele Jahre gefüttert wurde.

Und wisst ihr was das tolle daran ist? Ich muss keine Therapie machen, ich muss keine verborgenen Auslöser finden. Ich habe falsch verknüpfte neurologische Verbindungen geschaffen, die ich wieder lösen kann.

Ich kann wieder gesund werden!

Bei mir sind diese Verknüpfungen durch viele Diäten in sehr jungen Jahren entstanden. Ich könnte mir aber ebenso vorstellen, dass es traumatische Ereignisse gibt, bei denen es in jungen Jahren nur Essen als Trost und Stütze gab, die ebenfalls zu so falschen Verknüpfungen im Gehirn führen.

Denn im Gehirn herrscht ja oft ein Durcheinander aus nie hinterfragte Routinen. Das produziert eben manchmal auch Irrtümer.

Was stand letztens in einem Artikel der Hörzu über das neue Buch von Frank Elstner:

“ Man muss nicht alles glauben, was man denkt“

Er vergleicht Gedanken mit E-Mails. Nicht alle sind wirklich wichtig. Manche verdienen keine Aufmerksamkeit oder gehören als Spam gelöscht.

Zitat: „Bei Gedanken tun wir oft wider besseres Wissen so, als wäre jeder Gedanke, der sich wichtig macht, auch tatsächlich wichtig… seinen alten Gedanken und Regeln automatisch zu folgen ist in der Tat eine Gewohnheit.“

Und mit diesem Wissen kann man etwas ändern.

Doch der Essdrang geht ja alleine durch das Wissen darum nicht weg.

Die einzige Möglichkeit, die falsch eingefahrenen Trampelpfade im niederen Gehirn wieder zu schwächen, ist sie nicht mehr zu verwenden.

Stellt euch ein Dickicht vor, durch den ein Pfad führt, platt getreten durch viele Füße, die den Pfad immer wieder verwenden. Je öfter, desto ausgetretener und sichtbarer ist der Pfad. Doch dann wird eine neue Straße gebaut und der alte Pfad gerät in Vergessenheit. Er wuchert wieder zu, weil er nicht mehr benutzt wird und irgendwann ist er nicht mehr zu sehen. So als ob es ihn nie gegeben hätte.

Genau das Gleiche machen wir mit dem falsch verknüpften Pfad im Gehirn. Das wird kein einfacher Weg, aber es wird sich lohnen.

Ein Leben ohne Essdrang mit einem natürlichen Essverhalten.

Dazu ist der Artikel Teil 1 der Wichtigste.

Denn nur wenn man tatsächlich körperlich satt und gut genährt ist, hat man eine Chance, die fehlerhaften Essdrangverknüpfungen wieder aufzulösen. Man muss zuerst an die Wurzel und den Kreislauf aus Nahrungsentzug und Überessen auflösen, damit der Überlebensinstinkt nicht mehr Amok läuft.

Bisher habe ich dem Essdrang immer irgendwann nachgeben, da ich dann sofort ruhiger wurde und der Essdrang durch essen verschwindet, geknüpft an den Gedanken, dass ich das jetzt wirklich brauche, obwohl mein Verstand weiß, dass ich satt bin. Und wirklich schmecken tut es dann ja auch nicht, es ist kein Genuss.

Damit stärke ich aber jedes Mal wieder diesen falsch verknüpften Pfad im Gehirn, denn es signalisiert Essdrang, ich esse und sofort geht es mir besser. Das Gehirn stößt Dopamin aus und ich fühle mich wohl. Bis zum nächsten Anfall Essdrang.

Denn ich wusste nicht, dass es einfach nur eine falsche, neurologische Verknüpfung ist.

Ich dachte, wenn man Körper so vehement danach verlangt, dann brauche ich das Überessen tatsächlich für irgendwas und sei es nur emotional.

Ich kämpfte mit diesem Essdrang und dagegen an und habe ihm trotzdem immer wieder nachgegeben, anstatt ihn einfach zu ignorieren, weil ich mir keinen Schaden zufügen wollte.

Deswegen ist es wichtig, den Trampelpfad zuwuchern zu lassen, ihn nicht mehr zu stärken und den Essdrang zu ignorieren.

Dieser Essdrang ist ein völlig unnötiger Reflex, ein fehlerhafter Schalter, mit dem man auch nicht diskutieren sollte. Denkt, dran der animalische Teil des Gehirns kann nicht deine Beine zur Schublade bewegen, er kann nicht deine Arme steuern.

Er kann in dir zappeln, schreien, zetern und drängen, aber im Prinzip ist er machtlos.

Diskutieren nützt nichts, denn der Essdrang kommt ja nicht aus dem Verstand. Ich kann nicht mit meinem eigenen Gehirn diskutieren, mit einem Instinkt ähnlichem Verlangen Kompromisse finden. Oft habe ich das versucht, denn mein Verstand weiß ja, dass ich satt bin.

Aber in mir flüstert etwas, iss die Schokolade, iss noch was von dem übrig gebliebenen Abendessen, dann geht es dir besser. Ich kann dich nervös und unruhig machen, dann musst du essen, damit es dir besser geht. HA!

Und ich kann mich dazu entschließen, einfach nicht zuzuhören.

Mich abwenden vom Essdrang. Ihn zwar als Hintergrundrauschen wahrnehmen, aber mich innerlich davon lösen.

Da isser wieder, der Essdrang, obwohl ich doch schon satt bring. Du bist harmlos. Sei ruhig da, du bist mir egal.

Ich beachte dich gar nicht, ich diskutiere nicht mit dir, ich leiste keinen Widerstand. Sei ruhig da, zetere und schreie, du bist mir nicht wichtig, ich höre dir nicht zu. Du bist total machtlos.

Denn ich glaube, dass Essdrang weggeht, wenn man ihn einfach nicht beachtet. Wenn man diesen Trampelpfad nicht mehr benutzt, ihn quasi zuwuchern läßt.

Ganz wichtig, dies ist kein Diättip, dies geht nur, wenn man sich satt isst und mit seinem Körper in Verbindung steht und zusammenarbeitet. Man darf keinesfalls Hunger und echte, körperliche Bedürfnisse ignorieren. Und essen muss jederzeit bedingungslos erlaubt sein und man darf auch noch einen Nachschlag nehmen und testen, ob man vielleicht doch noch Hunger hat.

Alle Dinge, die ich in Teil 1 dieser Artikelserie beschrieben habe, sind elementar wichtig.

Ich möchte nur diesen vom Hunger abgekoppelten Essdrang loswerden, denn dieser ist es, der mich gegen den Körper arbeiten, über den Hunger hinaus essen lässt und der trotzdem aus mir selber entspringt.

Ich habe den Essdrang in mein Gehirn gepflanzt durch lange Jahre Kampf und Diät, ich kann ihn auch wieder löschen, in dem ich ihm durch Nichtbeachtung keine Nahrung mehr gebe.

Ist das einfach?

Nein, das ist am Anfang sehr schwer und auch eine Sache der Übung. Manchmal wird es gelingen, manchmal nicht. Den es gibt ja reale, auch körperlich drängende Auswirkungen des Essdrangs. Die Unruhe, die Enge im Hals…nehmt sie wahr und erkennt sie als körperliche Anzeichen von Essdrang. Und dann sagt euch: Okay, das kommt aus mir selber, das habe ich erworben und nun muss ich es aushalten und ignorieren. Ich bin satt, der Essdrang geht auch wieder weg.

Und er geht nach einiger Zeit weg.

Verglichen mit über 30 Jahren Diät, Selbstbeschimpfung, Scheitern der Diät, Neustart, Scheitern usw. ist es in Versuch wert.

Um wieder darauf zurückzukommen:

Ziel der A-Methode ist es, dass wir alle irgendwann wieder so intuitiv essen können, dass weder Kalorien zählen noch Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen notwendig sind.

Also ist das wichtigste, wieder mit Genuss und Freude essen zu lernen. Hier noch ein paar Links mit weiteren Hintergrundinfos.

Aufbau des Gehirns

https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/4878-wie-hunger-und-saettigung-funktionieren

https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/das-muss-passieren-damit-wir-satt-sind/

https://brainoverbingeecourse.com/

Teil 3: Meine seelische Diätmacke

Meine seelische Diätmacke

Während der Diät kreisen meine Gedanken nur um Nahrung und wann darf ich wieder was essen. Die Mahlzeiten werden geplant, protokolliert und wenn man um 9 Uhr schon sein Frühstück lange aufgegessen hat, aber noch Hunger hat, dann denkt man nur noch an das Mittagessen oder den nächsten Snack. Denn man hat ja einen ausgesprochenen Mangel an Nahrung und man isst nicht das, auf das man Hunger hat, sondern Nahrungsmittel lt. Plan oder mit den wenigsten Kalorien.

Kreis…kreis… Nahrungsmittel werden überproportional wichtig und völlig krass eingeteilt in erlaubte, gute Nahrungsmittel und verbotene, schlechte Nahrungsmittel.

Ich schaffe es auch gut, auf Diät zu sein. Ich bin da sehr eisern. Und diszipliniert. Ich kann das über viele Monate.

Bis dann irgendein Geburtstag kommt, von dem ich weiß, das es leckere Sachen gibt und das es schwer wird zu widerstehen.

Ich entwickelte Angst vor Einladungen, da ich, wenn ich einmal angefangen habe, nicht mehr aufhören kann die leckeren Dinge zu essen, weil diese ja morgen schon wieder verboten sind.

Wenn ich dann “sündige”, dann ist es oft egal, ich habe ja eh schon gesündigt und schwups ist die Schokolade weg und noch viel mehr.  Denn diese Nahrungsmittel sind ja dauerhaft verboten und deswegen für den inneren Essrebell besonders interessant.

Oh nein, ich habe die Diät ruiniert.

Ich bin ein Versager, ich fette Kuh kann aber auch nicht widerstehen. Jetzt falle ich wieder um eine ganze Woche zurück und muss dann länger Diät halten.

Gut nachzulesen ist dies in diesem Artikel, in dem ich versucht habe, alle Diäten aufzulisten, die ich bisher gemacht habe und Tagebucheinträge veröffentlicht habe, die genau diese Selbstbeschimpfungen widerspiegeln.

Chips sind böse, Schokomüsli ist böse. Brötchen sind böse, wenn man Low Carb macht, bei Low Fat sind Brötchen super. Sahne ist bei Ketodiät mega super, bei allen anderen Diäten mega böse.

Hrmpf, welche Diät mache ich gerade. Ist die Sahne gerade böse oder gut?

Ich bin scheiße, nichts kann ich richtig, noch nicht einmal diese einfache Diät.

Anfang des Jahres fragte mich ein Kollege nach einem Rezept hier vom Blog und eine andere Kollegin fragte interessiert, was für einen Blog ich denn hätte. Auf die Antwort hin, dass ich einen Abnehmblog habe, schaute sie an mir herab und sagte: Klappt nicht, oder? Du musst doch nur weniger essen.

Früher hätte mich das sofort in einen Diätwahn geschleudert, heute weiß ich es besser.

Denn der Kern der Aussage ist ja wahr. Um abzunehmen muss ich weniger Energie zu mir nehmen, also weniger oder anders essen, aber der Weg des Hungerns und der Verbote führt für mich nirgendwo hin.

Am schlimmsten fand ich die Angst vor dem erneuten Versagen.

Wenn man viel abgenommen hat, dann wird man mit Komplimenten überschüttet. Die Mitmenschen gratulieren zur Abnahme, es regnet Nettigkeiten. So als ob man etwas ganz Großes vollbracht hätte. Man hat gerade als erster Mensch ohne Sauerstoff den Mount Everest bestiegen oder 25 Kilo abgenommen. Bei Weight Watchers bekam ich eine Urkunde von der Teamleiterin und einen goldenen irgendwas Schlüsselanhänger.

Eine Party, nur für mich, weil ich abgenommen hatte.

Muss ich vorher Scheiße ausgesehen haben, wenn ich jetzt so viel Lob bekomme. Aber was passiert, wenn ich dann wieder zunehme. Sehe ich dann wieder Scheiße aus!?

Ich bin selten im Leben von so vielen Menschen für etwas so gelobt worden wie für das abnehmen.

Und dann kommt der Tag x.

Es passiert etwas im Körper, dass sich nicht gut anfühlt. Essdrang. Lust auf alles, was vorher verboten war und eine immense Unruhe. Eine richtige Enge im Hals, die nicht weggehen will. Zuerst kann man es noch mit Willensstärke aufhalten. Doch irgendwann ist alles an Willenskraft aufgebraucht und ich esse. Der Essdrang ist stark….

Ich m u s s essen

Aber wenn ich jetzt esse, dann sehe ich wieder scheiße aus. Und jeder kann es sehen.

Jeder, der mir vorher gratuliert hat, wird es sehen. Und denken, ey, jetzt sieht die Servos aber wieder scheiße aus. Und Disziplin hat sie auch nicht. Versagerin. Wie konnte sie denn alles wieder zunehmen. Und noch dicker als vorher. Wie eine quabbelige Qualle.

Sie sieht nicht nur scheiße aus, sie ist es auch. Wenn Sie noch nicht mal diese einfache Aufgabe bewältigen kann, einfach weniger essen, dann ist es auf anderen Gebieten und Lebensbereichen mit ihr sicherlich auch nicht weit her.

Aber diese Gedanken und diese Gefühle konnte ich nicht aushalten, denn als ich dünn war, das war ich ja anscheinend ein viel besserer Mensch. Also schnell wieder Diät halten.

Was für verquere Gedanken, die ich aber tatsächlich so hatte.

Alles, was gut an mir ist, war auf einmal mit „schlank sein“ verbunden und alles Schlechte auch. Als ob mein Körpergewicht ein Gradmesser für meine Persönlichkeit wäre.

Und so ist nach der Diät vor der Diät, nur mit mehr Fett am Leib und stärkerem Essdrang.

Das Ego liegt am Boden, weil ich selber mit mir schlimmer gesprochen habe als mit meinem ärgsten Feind.

Dabei ist es mir noch gut ergangen. Ich habe keine Bulimie, keine Magersucht, eventuell eine milde Form von Binge Eating. Ich esse dann auch ohne Hunger und abwechselnd süß und herzhaft und wieder süß, aber ich habe keine klassischen Fressanfälle.

Und auf dieser Spirale kann man sich nur befreien, in dem man wieder lernt zu essen. Lustvoll und mit Appetit.

Denn Essen nährt den Körper und nährt auch die Seele, denn wenn der Körper sich zufrieden und lustvoll gesättigt fühlt, dann hat die Seele auch mehr Lust, darin zu wohnen.

Dazu ist es wichtig, dass man keinen Mangel mehr erleidet, dass alle Lebensmittel ohne Ausnahme erlaubt sind.

Dass es erlaubt ist, sich zu nähren, so viel wie der Körper braucht und dass man sich übt in liebevoller Selbstannahme, so wie es ein noch kommender Artikel näher beleuchtet.

Ich fand es so erleichternd, einfach Essen zu dürfen, wenn ich Hunger habe und das Essen zu genießen, auf das ich Appetit hatte, ohne Angst und ohne Bewertung jedes Bissens.

Und vor allen Dingen losgelöst und entkoppelt von der Wertigkeit meiner Person.

Denn ich bin kein Versager, ich habe eine Diätmacke, die ich mir selber zugefügt habe. Ich habe versucht über Diäten mein Leben zu ändern, nur um festzustellen, dass es in meiner Gefühlswelt keinen Unterschied macht, ob ich 65, 75 oder 85 Kilo wiege.

Essen oder nicht essen macht mich nicht zu einem wertvolleren Menschen.

Wenn ich schlank wäre, dann bin ich einfach nur schlank und alle anderen Probleme sind noch da, wenn ich diese nicht angehe.

Die seelische Diatmacke ist schwieriger zu heilen, aber es geht. Durch liebevolle Selbstannahme und durch gutes Essen.

Das klingt jetzt, als wäre das bei mir schwupp die wupp gegangen.

Leider nein, dass war eine sehr langjährige Entwicklung. Meine schlimmste Phase hatte ich mit Mitte 20, Anfang 30. Und ich hatte Hilfe von zwei Heilpraktikerinnen und einer Hypnosetherapeutin inkl. meiner eigenen Ausbildung zum psychologischen Berater und Coach.

Aber von den Diäten zu lassen und zu üben, wieder im Einklang mit meinem Körper zu leben, war ein ganz wichtiger Schritt. Denn ich lebte ja im ständigen Streit mit meinem Körper, der keinen Hunger haben sollte und einfach nur schlank sein sollte. Ich habe mich niedermacht, nur weil ich Hunger hatte.

Und je öfter die Diät nicht klappte, desto größer wurde das Gefühl des Versagens. Auch heute kann es noch passieren, dass ich in Versuchung bin, kurz in den Diätwahn zu geraten. Aber immer nur ganz kurz ;).

Meine Waage habe ich weggeworfen. Es lebt sich so entspannt ohne Waage, das ist der Wahnsinn. Nachzulesen in diesem Artikel :). Denn ich merke ja selber ob meine Kleidung eng wird oder lockerer. Warum soll ich mich mit dieser Zahl auf der Waage geißeln, die so lange über meine Laune bestimmte.

Heute erfreue ich mich an einem entspannteren Leben ohne den ständigen Stress, den die dauernden Diäten auf der Seele hinterlassen.

Teil 2: Meine körperliche Diätmacke

Teil 2: Meine körperliche Diätmacke

Es gibt körperliche und mentale Macken, angerichtet durch Diäten.

Zu den körperlichen Diätmacken gehört z.B. der berühmt/berüchtigte Hungerstoffwechsel. 

Hier habe ich einen Artikel dazu geschrieben, warum es den “kaputten” Stoffwechsel rein physikalisch nicht geben kann. 

Trotzdem gibt es ein paar handfeste Dinge, die im Körper passieren und den Jojo-Effekt begünstigen, wie den Zappel-nicht Effekte. Diese Effekte habe ich schon ausführlich in diesem Artikel recherchiert. 

Es kommt also zu körperlichen Anpassungen. Der Energiebedarf sinkt, weil man weniger wiegt. Durch den Zappel-Nicht Effekt sinkt der Energiebedarf nochmal. 

Muskeln sind abgebaut worden und nicht wieder aufgebaut. Der Energiebedarf sinkt weiter. 

Es kann bei Diäten mit sehr restriktiver Kalorieneinschränkung zu massivem Haarausfall kommen durch Nährstoffmangel, Kopfschmerzen, Müdigkeit. Bei extremen Diäten gerät sogar der Zyklus durcheinander oder man bekommt massiv schlechte Haut. 

Gleichzeitig bekommt man oft Heißhunger auf hochkalorische Dinge.

Denn diese sind ja oft verboten und damit doppelt so verlockend.  Dies ist nicht nur eine psychische, sondern auch eine physische Folge. Man vermutet, dass der Körper vermehrt appetitanregende Hormone ausschüttet, je schneller und je öfters er Gewicht abgebaut hat.

Dies soll schon ab einer Abnahme von 10 % des Körpergewichts passieren. Manche Untersuchungen berichten von einem 25%tigen Anstieg der Hungerhormone im Körper und einem gleichzeitigen Sinken der Sättigungshormone.

Es gibt z.B. das Konzept der adaptiven Thermogenese. Man hat die Teilnehmer von The Biggest Looser untersucht und festgestellt, dass diese auch noch Jahre nach der Teilnahme an der Diät Show einen verminderten Grundumsatz hatten, verglichen mit anderen Menschen, die nie eine Diät gemacht haben. Das lässt sich in anderen Studien aber nicht reproduzieren. Dieser Effekt ist schon vor 60 Jahren beobachtet worden, ohne das sich ein valider, körperlicher Mechanismus hätte beweisen lassen. 

Die Thermogenese ist das Prinzip der Wärmegewinnung im Körper, damit wir nicht frieren. Steht wenig Energie zur Verfügung, dann drosselt der Körper die Wärmeproduktion, wir frieren schneller. Und es besteht die Vermutung, dass diese Anpassung nach der Diät bestehen bleibt.

Ich glaube, die momentane Wahrheit ist, man weiß nicht so genau was im Körper passiert, wenn man wiederholt Diät hält, also dem Körper Nahrung verweigert, obwohl dieser eindeutig Hunger anzeigt. Es gibt viel wissenschaftliche Theorie.

Aber, das etwas im Körper gründlich schiefläuft, das kann ich für mich eindeutig feststellen. Eine richtige körperliche Diätmacke.

Ich hatte noch nie so viel Hunger wie nach einer Diät. Noch nie so lange soviel Hunger. Und ich konnte das Gewicht nach keiner Diät halten. Immer Hunger, immer auf der Suche nach Nahrung. Nie wohlig satt und zufrieden. Immer im Zustand des Mangels verbleibend.

Der Appetit war deutlich gesteigert.

Und da man so viele Muskeln mit abgebaut hat und ja viel weniger wiegt, ist der Energieverbrauch deutlich geringer.

Aber durch was wird das eigentlich gesteuert? Ich merkte ja, dass ich mehr Hunger habe, mehr grasen will, mein Verlangen nach „verbotenem Essen“ deutlich gesteigert ist.

Sagen wir mal, ich habe meinem Köper vor der Diät immer so um die 2.800 Kalorien gegeben und damit stetig zugenommen. Also fand ich ich mich viel zu dick und reduzierte die Kalorienzufuhr auf 1.700 kcal. Damit nahm ich langsam und stetig ab.

Mit dem neuen Gewicht nach der Diät brauche ich jetzt tatsächlich am Tag aber nur noch 1.800 kcal, da ich meine kleinen Verbrennungsmotoren, die Muskeln, ja abgebaut habe und somit viel weniger Biomasse erhalten muss, da ich insgesamt ja auch weniger geworden bin.

Hunger habe ich aber für mindestens 3000 kcal am Tag und das vermehrt auf hochkalorische Dinge.

Man wird von seinem eigenen Körper getrieben und isst wieder mehr. Dadurch packt man wieder Gewicht drauf, dass meiste aus inaktivem Fett und der Kreislauf beginnt.

Denn mein Gehirn will mich ja beschützen und will nicht, dass ich in diesen ständigen Hungersnöten einen Schaden erleide. Und leider bauen sich Fettzellen nie wieder ab. Die bleiben an Ort und Stelle, sind halt nur geleert. Aber das Gehirn hätte lieber volle Fettzellen, weil ja direkt wieder die nächste Hungersnot aka Diät droht.

Denn meinen Hunger, den steuert ja kein Alien von außen. Natürlich gibt es Augenhunger und Situationen, die zum Überessen triggern, aber selbst im Alltag gibt es ja diesen Essdrang, der unbezwingbar scheint und der mich Schokolade kaufen und vertilgen lässt.

Eben diese vermeintliche Willensschwäche, die aber eine Diätmacke ist.

Aber Hunger ist keine Sache des Willens. Hunger ist ja eher ein Instinkt, ein sehr starker, mächtiger Instinkt. Essen ist Sicherung des Überlebens. Natürlich gibt es noch soziale und gesellschaftliche Funktionen, die Essen erfüllt. Aber in erster Linie sichert der Hunger die Versorgung mit Nährstoffen und unser Überleben.

Aber irgendwas ist während dieser vielen langen Jahre, die ich mit Diäten verbracht habe, in mir passiert, das über normalen Hunger, emotionales Essen oder innere Rebellion hinausgeht. Natürlich ist die verbotene Frucht immer verlockend und viele Dinge waren für mich sehr lange verboten.

Es gibt körperlichen Hunger, es gibt Appetit, es gibt Heißhunger und es gibt Essdrang.

Nun versuche ich fast zwei Jahre lang die Regeln des intuitiven Essens zu verfolgen und nur zu essen wenn ich körperlich hungrig bin und genau das zu essen, dass ich wirklich gerade essen will. Ich höre auf zu essen, wenn ich angenehm satt bin. Es ist alles erlaubt. Vielleicht klappt es nicht immer und oft ist Schokolade in Gedanken immer noch böse, aber ich erwarte von mir auch nicht, dass ich über 30 Jahre eingeübte Diätgedanken innerhalb von zwei Jahren loswerde.

Und es klappt gut, ich nehme nicht zu. ich fühle mich oft wohl mit meinem Essverhalten, ich esse nicht ausschließlich ungesund oder Süßigkeiten. Es hat sich alles gut eingependelt und ich würde es als ausgewogen bezeichnen.

Ein Teil der körperlichen Diätmacke ist dadurch geheilt worden. Ausreichend essen war super gegen Heißhunger, gegen Frieren, gegen Bewegungsunlust. Vieles davon hat sehr gut getan. Körperlichen Hunger kann ich von Appetit unterscheiden, Magenhunger von Augenhunger, hier ist ein Artikel über die Hungerarten.

Aber dieser Essdrang. Dieser verflixte Essdrang, der mich immer wieder überfallt.

Tagsüber im Büro, Abends auf der Couch, beim Stadtbummel.

Ich habe immer gedacht, dieser Essdrang ist emotionales Essen. Ich habe nach Triggern gesucht, oft in diesen Situationen überlegt, was ich wirklich brauche und ja, manchmal war es Langeweile oder ich brauchte einfach nur Ruhe.

Aber oft fand ich nichts, was diesen Essdrang auslöste. Es gab da kein unterdrücktes Bedürfnis oder Gefühl. Ich wollte einfach nur fressen und Essen in mich hineinstopfen. Und danach fühle ich mich oft gut. Etwas in mir war zufrieden. Schon 2018 habe ich einen Artikel darüber geschrieben „Von der Seeligkeit des Überessens“.

Also dachte ich, okay, da muss ich halt mit leben, denn ich bin einfach nur verfressen und fühle mich danach gut, also bleib ich halt dick. Es reicht ja schon, wenn ich einen Weg gefunden habe, nicht noch dicker zu werden, sondern so zu bleiben wie ich bin.

Und dann kam wieder einer dieser kleinen Momente, in dem ich ein Foto von mir sah und dachte. Scheiße, Doppelkinn. Ich will das nicht.

Und heute glaube ich, dass dieser Essdrang ein fehlgeleiteter Impuls aus meinem Gehirn ist. Eine Fehlschaltung. Neurologischer Mumpitz, der seinen Sitz im ältesten Teil meines Gehirns hat. Dem Teil, der nicht aktiv denken kann, sondern der triebgesteuert ist.

Ein echte, aktive, körperliche Diätmacke.

Ziel der A-Methode ist es, dass wir alle irgendwann wieder so intuitiv essen können, dass weder Kalorien zählen noch Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen notwendig sind.

Also ist das Wichtigste, wieder mit Genuss und Freude essen zu lernen.

Und damit verschwinden die meisten körperlichen Symptome der Essmacke.

Nur gegen den Essdrang müssen wir noch etwas anderes tun, davon handelt Teil 4.

Und natürlich gibt es auch seelische Diätmacken, die ich mir in Teil 3 angesehen habe.

 

Teil 1: Essen neu erlernen

Essen neu erlernen

Mein erster Schritt zur Heilung meiner Diätmacke ist es, wieder zu lernen ohne Angst vor Kalorien und vor allen Dingen ohne Angst vor dem wieder unkontrolliert Zunehmen zu essen.

Essen kann verdammt Angst einjagen. Klar, jeder muss jeden Tag essen. Aber tatsächlich das Essen, auf das ich Hunger habe? So viel Essen wie ich will?

Das bedeutete für mich bisher immer, ich werde wieder fett. Ich esse unkontrolliert und mit Heißhunger alles, was vorher verboten war. Ich esse Kuchen, Chips und Schokolade, Brote mit Nutella und Eisbecher und alle schrecklichen und hochkalorischen Sachen.

Denn so war es „immer“.

Diät, „normal“ Essen, dringend wieder Diät, „normal“ Essen, dringend wieder Diät.

Aber wir wollen ja die Diätmacke heilen. Natürlich will ich immer noch abnehmen. Der Wunsch geht ja nicht weg, nur weil ich jetzt weiß, dass ich eine Diätmacke habe. Jedoch kann ich mich nicht mehr dem Mangel einer Diät aussetzen. Also ist das Ziel des Abnehmens sehr weit zurückgestellt. Ich möchte gesund werden und die Diätmacke heilen.

Also muss ich etwas tun, dass ich noch nie zuvor getan habe.

VERTRAUEN IN MEINEN KÖRPER HABEN! VERTRAUEN IN MICH HABEN!

Mir bedingungslos jedes Essen erlauben.

Jede Einteilung in gutes oder schlechtes Essen vergessen.

Und das ist viel schwieriger, als einem Diätplan zu folgen.

Mein erstes Ziel ist es also, die Diatmacke zu heilen. Und dabei zu wissen, eine über 30 Jahre immer wieder gefütterter Macke heilt nicht in ein paar Wochen.

Wie kann ich dann darauf vertrauen, dass mein Körper weiß, was gut für mich ist?

Ziel ist es, jene Fähigkeiten wiederzuerlangen, die Kinder ganz automatisch drauf haben.

Essen, wenn man körperlichen Hunger hat.

Genau das zu essen, nachdem der Körper verlangt und mit dem man sich wohl fühlt.

Aufhören, wenn man satt ist, aber nicht überfressen.

Das ist am Anfang sehr, sehr ungewohnt.

Wie fängt man überhaupt an? Es mag schwer sein, überhaupt zu erkennen, dass man Hunger hat. Oder Hunger von Durst zu unterscheiden.

Ich hatte schon letztes Jahr einen Artikel über den Hunger geschrieben: Kann ich meinen Hunger beim Abnehmen mögen? Da findet man einige, gute Erläuterungen über Hungerarten und wie man körperlichen Hunger von anderen Hungerarten abgrenzt.

Also habe ich zuerst geübt zu erkennen, wann ich wirklich Hunger habe. Das erstaunlichste dabei war, wie oft ich eigentlich Durst anstatt Hunger hatte. Das war mir vorher nicht bewusst.

Ich beobachtete mich selber, horchte in mich hinein und überlegte, ob das jetzt Hunger ist. Oder ist es Schlungsucht, wie ich es nenne, dieser Essdrang, dieses Grasen.

Ein zuverlässiger Indikator für echten Hunger ist z.B. das es viel besser schmeckt, wenn man anfängt zu essen. Und wenn der Magen schon knurrt, dann ist es sowieso höchste Zeit. Oft habe ich einfach nur ein flaues Gefühl oder fühle mich etwas gereizt.

Und es überhaupt so weit kommen zu lassen, dass man wieder Hunger hat, erfordert ein wenig Mut. Den Hunger ist ja kein angenehmes Gefühl. Aber ich rate euch, einfach mal zu warten, bis ihr euch sicher seit, dass es richtiger, körperlicher Hunger ist. Nur zu Beginn, um das Gefühl wieder kennenzulernen.

Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, was zu essen? Wenn der Hunger schon brüllt und sehr stark ist, dann ist es schon zu spät. Dann stopfe ich mit voll mit irgendwas, was gerade zu finden ist und die Wahrscheinlichkeit, dass ich dann aufhöre, bevor ich mich überfresse, ist sehr gering.

Am Anfang kann sich der Hunger z.B. sehr oft melden, weil es ja etwas total Neues ist, dass er gestillt wird, wenn er sich meldet.

Und es wird auch normal sein, dass man zuerst viele der Lebensmittel isst, die lange verboten waren. Das gibt sich wieder. Denn jedes Nahrungsmittel muss auf jeden Fall bedingungslos erlaubt sein.

Wenn man also ein echtes, körperliches Bedürfnis verspürt, dann sollte man essen. Langsam und achtsam. Damit man merkt, wenn man satt ist. Das wird nicht immer auf Anhieb klappen. Es ist eine Sache der Übung, wie ganz viele andere Dinge auch.

Schade, ich bin schon satt.

Bei mir war oft echtes Bedauern im Spiel, weil es oft so gut schmeckte und ich gerne noch weiter gegessen hätte, obwohl ich schon satt bin. Aber ich darf ja jederzeit wieder etwas essen, wenn ich wieder Hunger habe. Und ich darf genau jenes nochmal essen, das mir so gut geschmeckt hat.

Und ich habe so gut kochen gelernt, dass ich mir ganz viele Leckereien schnell selber zubereiten kann. Das ist ein großer Vorteil.

Ihr glaubt gar nicht, wie gut das Essen schmeckt, wenn man hungrig ist, genau das isst, was man möchte und man voller Freunde und mit gutem Appetit essen darf.

Das sind Festessen, jeden Tag.

Ein paar kleine Regeln gibt es dennoch, die mir immer noch sehr schwerfallen.

Ich möchte das essen genießen mit allen Sinnen. Jedoch hatte dies bisher in meinem Leben keinen großen Stellenwert. Ich soll nur essen?

Ohne Ablenkung, ohne Fernsehen, ohne Zeitung, ohne Handy? Ohne Hektik und ohne Zeitdruck?

Ja, das wäre gut.

Auch das ist eine Sache der Übung, die mir immer noch schlecht gelingt. Ich finde, nur essen ist langweilig und ineffizient. Ich bin so darauf getrimmt, viele Dinge auf einmal und möglichst effizient zu erledigen, dass ich es schwer finde mir Zeit zu nehmen für eine Sache wie essen, die ich auch nebenbei erledigen kann.

Aber ich bringe mich damit um den Genuss und um Ruheinseln im stressigen Alltag. Ich nehme dem Körper und Geist die Möglichkeit zu genießen, gründlich zu kauen und die Sättigung genau wahrzunehmen.

An diesem Punkt muss ich noch sehr an mir arbeiten, vielleicht könnt ihr dies schon besser als ich.

Und wann bin ich wirklich satt? Wenn mir schon der Hosenknopf platzt und mir schlecht ist, dann bin ich überfressen. Am besten erkenne ich die beginnende Sättigung bei mir daran, dass meine Essgeschwindigkeit sinkt.

Schaufel ich noch am Anfang mit Schwung und Begeisterung Gabel oder Löffel in meinen Mund wird die Essgeschwindigkeit und der Elan irgendwann im Laufe der Mahlzeit deutlich weniger. Dann ist es Zeit aufzuhören und nachzuspüren, ob ich satt bin. Und wenn noch was rein muss, dann nehme ich eben nach.

Wenn was auf dem Teller bleibt? Dann werfe ich es weg! Ich esse nichts mehr auf, nur weil es noch auf dem Teller liegt. Und wenn das zu oft vorkommt, dann sollte ich mir kleinere Portionen nehmen und nehme dann nach.

Eine Warnung: Das hier ist keine versteckte weitere Diät, bei der man zu essen aufhört, sobald man vermeintlich ein bisschen satt ist. Denn nur ein bisschen satt reicht nicht.

Wenn man immer nur ein bisschen satt ist, dann kommen wahrscheinlich irgendwann die Fressattacken wieder, nach denen man dann komatös auf der Couch liegt.

Der Körper muss sich sicher sein dürfen, dass er satt wird. Angenehm soll es sich anfühlen, befriedigend und wohlig. Rundherum zufrieden nach einer leckeren Mahlzeit.

Jetzt bietet unser Alltag uns aber ja leider viele Stolpersteine.

Ich habe mega Hunger, bin aber in einer Konferenz und habe keine Pause. Oder ich sitze Zuhause und habe mega Hunger, bis zum Abendessen mit der Familie ist aber noch eine halbe Stunde.

Gestern zum Beispiel hatte ich einen richtig starken Hunger und Spaghetti Carbonara zum Abendessen geplant, aber der Mann war noch nicht da und ich musste noch aushalten. Hätte ich jetzt etwas Großes gegessen, dann hätte ich aber später zur Mahlzeit keinen Hunger mehr gehabt, hätte dann aber bestimmt aus Solidarität noch mit gegessen.

Also habe ich mir einen Tee gemacht und dem Hunger gesagt, dass er noch ein klein wenig aushalten muss. Das hat gut geklappt, weil mein Körper ja jetzt die Sicherheit hat, dass er auf jeden Fall etwas bekommt.

Und wenn ich weiß, dass ich in eine längere Konferenz gehe und ich dort oft Hunger bekomme, dann sollte ich vorher noch etwas essen, auch wenn der Hunger dann noch nicht so stark ist, damit ich nicht völlig ausgehungert aus der Konferenz komme und über alles Essbare herfalle, dem ich habhaft werden kann.

Wenn man alleine ist und jederzeit essen kann, dann kann man sich von festen Essenszeiten lösen und ganz im Einklang mit seinem Hunger essen, egal wie spät es ist. Wenn man jedoch Familie hat, feste Pausenzeiten im Betrieb etc., dann kommt man um ein bisschen Planung des Hungers nicht drumherum. Und es lohnt sich, manchmal etwas Hunger auszuhalten oder doch eine Kleinigkeit zu frühstücken, damit man es bis zum gemeinsamen Mittagessen aushält.

Es ist eine Lernaufgabe, wieder im Einklang mit Hunger und Sättigung zu leben und oft wird es Rückschläge geben, aber nur so kann man lernen.

Ob ich damit abnehme? Ich weiß es nicht. Aber ich möchte meine Diätmacke heilen.

Welche Diätmacke ich habe, damit befassen sich die weiteren Artikel. Viel Spaß beim Erforschen.

Und nun? Was tun? Von der Heilung meiner Diätmacke…

Titelbild Artikel 1

Die A-Methode begann als öffentliche Diät, weil ich dachte, cool ich drehe Videos, erzähle wie Kalorienzählen mit der Wochenkalorienbilanz funktioniert, zähle selber, habe eine Plattform für meine Rezepte und dann kann jeder sehen wie ich immer dünner werde und ich habe ausreichend Druck, um dran zubleiben.

Und ja, es veränderte sich etwas! Jedoch nicht mein Gewicht. Ich erkannte meine Diätmacke.

Je mehr ich schrieb, je mehr ich recherchierte, desto größer wurde meine Überzeugung, dass Diäten für mich nur solange funktionieren, wie ich sie mache. Egal welche.

Denn, wenn ich mit der Diät aufhöre, nehme ich wieder zu. Hier in diesem Artikel findet ihr eine Übersicht über meine unzähligen Diätversuche:

Ich denke dann immer an meine Weight Watcher Betreuerin, die sagte:

Nichts schmeckt so gut, wie schlank sein sich anfühlt! Bullshit!

Ich bin vom in den Spiegel schauen nicht satt, wenn ich gerade mega Hunger auf Schokolade habe. Auch in meinen dünnsten Zeiten nicht.

So entwickelte ich eine regelrechte Abneigung gegen Diäten und dass absolute Unvermögen, mich jemals wieder diesem Zustand des Mangels auszuliefern. Denn Diät bedeutet ja nichts anderes, als im Mangelzustand zu leben, da man nie das essen darf, was man möchte und auch nicht in der Menge, die man möchte.

Aber Fakt ist ja auch, man wird zu dick von zu vielem Essen und weil ich mehr esse, als mein Körper braucht. Da muss man sich nichts vormachen.

Also dachte ich okay, wenn es auf der körperlichen Ebene nicht klappt und ich nicht durch einfachen Nahrungsentzug schlank bleiben kann, dann habe ich ein Defizit auf seelischer Ebene.

Und wenn ich da nur den Trigger finde und heile, dann werde ich dünn. Dann bin ich ein geheilter emotionaler Esser.

Also wühlte ich in meinem Seelenleben rum, es gab und gibt da auch ein paar Triggerpunkte und ich veränderte Glaubenssätze und machte eine ganze Ausbildung zum Coach und psychologischen Berater und, bäm, immer noch zu dick.

Weil ich immer noch sehr gerne und lecker esse.

Zu oft gab es auch keinen seelischen Auslöser.

Natürlich kenne ich emotionales Essen und auch ich esse, um mich zu belohnen oder aus ähnlichen Gründen. Aber viel weniger häufig als ich das glaubte.

Ich möchte gerne Schokolade. Okay…tapper..tapper…warum könntest du jetzt Schokolade mögen, was steckt dahinter. Welches ignorierte oder verkannte Bedürfnis hast du gerade, dass du gerade jetzt Schokolade haben möchtest?

Was kannst du dir Gutes tun, um das Bedürfnis nach Schokolade zu mildern?

Nix, ich will einfach nur Schokolade. Ich bin wieder einsam, noch gelangweilt, noch habe ich irgendeinen anderen emotionalen Grund, ich möchte einfach nur Schokolade essen.

Manchmal habe ich sogar ein Gefühl gefunden, aber oft eben auch nicht. Ich mag mein Leben, so wie es ist. Demnach müsste ich jetzt superschlank sein.

Bin ich aber nicht, weil ich immer noch mehr essen möchte, als mein Körper braucht.

Was, wenn dass das eigentliche Problem ist?

Ganz simpel und einfach.

Ich bin dick, weil ich mehr essen und trinken will, als mein Körper braucht!

Ganz besondere Aufmerksamkeit möchte ich lenken auf das Wort „will“.

Wenn ich mehr esse, als ich brauche, dann tue ich das aus freiem Willen, weil ich das möchte.

Oder? Dann ist mir Essen wichtiger als schlank sein.

Jedoch fühle ich mich oft so getrieben, so von einem innerlichen Verlangen gepackt, zu essen. Mehr zu essen, als meinem Körper guttut. Dann finde ich mich vor dem Kühlschrank, vor den Schubladen, den Bäckereien suchend, grasend, naschend. Ein ganz penetranter Essdrang, der sich von „körperlichem Hunger“ dadurch unterscheidet, dass ich keine körperlichen Hungersymptome habe. Den ich immer für emotionales Essen gehalten habe, jedoch ganz oft ohne dabei die Emotion oder ein Problem zu entdecken.

Und dieser Essdrang ist die eigentliche Ursache für mein Übergewicht. Denn wenn ich nur aus körperlichem Hunger essen würde, wäre die Nahrungsauswahl wahrscheinlich sekundär, weil ich aufhören würde, wenn ich satt wäre. Das würde sich schon ausbalancieren, denn ich kann ja spüren, dass ich oft viel und oft weniger Hunger habe.

Und ich bin emotional im Gleichgewicht, ich kann gar nicht so oft Frustessenanfälle oder ähnliches haben, wie ich Essdrang ohne Hunger verspüre. Und ich habe ganz oft Essdrang, ohne eine Emotion dahinter identifizieren zu können.

Ich bin dick, weil ich mehr essen und trinken will, als mein Körper braucht, weil in mir dieser Essdrang ist, der mir sagt, dass ich das brauche und dass ich das wirklich will!

Deswegen kann ich aus vollstem Herzen sagen:

Ich habe eine Diätmacke.

Ich habe eine Diätmacke auf körperlicher und auf seelischer Ebene, die ich mir selber zugefügt habe.

Auf das Konzept der Diätmacke kam ich beim Lesen des Buches: Intuitiv abnehmen. Sie nennen es Diätschaden. Aber das klingt mir zu hart. Ich möchte keinen Schaden haben. Das war in meiner Jugend ein häufiges Schimpfwort. Die hat ja einen Schaden. Ich möchte lieber liebevoll eine Macke haben.

Und diese Macke will ich nun heilen.

Ob ich damit abnehme, wir werden sehen. Denn im Vordergrund steht die Heilung, nicht das dünn sein. Das wäre ein willkommener Nebeneffekt, ist aber nicht das Ziel.

Ziel ist es in Harmonie und Einklang mit meinem Körper zu leben. Ihn zu nähren und zu würdigen und die Einheit zwischen Körper und Geist wieder zu stärken.

Ich möchte von der Diätmacke genesen.

Es hat schon angefangen, man merkt es hier auf dem Blog. Die Rezepte sind nicht mehr nach kalorienarm ausgesucht, sondern nach lecker und schmackhaft. Die Kalorien gebe ich nur noch an, damit die Rezepte auf Google besser ranken. Manche Zwänge kann man dann doch nicht links liegen lassen…lach.

Und es ist ein Abenteuer.

Ich suche auch nicht mehr nach Traumata oder hinter emotionalem Essen liegende Störungen, denn ich habe einfach zu lange danach gesucht, ohne eine Verbesserung dabei zu erfahren. Egal was ich aufgearbeitet habe und ich habe tolle Verbesserungen erzielt, aber der Essdrang blieb.

Natürlich habe ich mein Päckchen zu tragen wie jeder andere auch und sicherlich gab es einige, zwingende emotionale Gründe für den Beginn der Diätkarriere, die aber soweit zurückliegen, dass sie einfach keine Relevanz mehr haben.

Genesung und Freiheit sind mein Ziel.

Deswegen folgen hier mein ganz eigenes Programm zur Heilung meiner ganz eigenen Diätmacke. Und falls ich jemand wiedererkennt und es ihm hilft, dann freue ich mich wie Bolle.

Achtung, es geht los 😊. Es erscheinen nun innerhalb der nächsten Woche 7 Artikel zum Thema Diätmacke und ich wie diese loswerden möchte.

Viel Spaß dabei.

Selbstgemachte getrocknete Gemüsebrühe

getrocknete Gemüsebrühe

Selbstgemachte Gemüsebrühe

Ich achte bei Brühe darauf, das diese ohne Palmöl, Hefeextrakt oder sonstige Geschmacksverstärker ist. Manchmal ist aber einfach keine Brühe zu bekommen, deswegen habe ich ein paar Gläser auf Vorrat getrocknet.
Zubereitungszeit10 Stdn.
Arbeitszeit15 Min.
Gericht: Kochzutat
Land & Region: Deutschland
Keyword: Brühe, Gemüsebrühe
Portionen: 4 Gläser
Kalorien: 65kcal

Equipment

  • Mixer, Backofen

Zutaten

  • 3 Bund Suppengrün
  • 3 Zwiebeln
  • 1 Schalotte
  • 2 EL Pfeffer
  • 10 EL Salz
  • 1 TL Muskat
  • 3 TL Zucker
  • 1 TL Liebstöckel
  • 2 Backbleche

Anleitungen

  • Das Gemüse putzen und in kleine Stücke hacken. Dann in den Mixer oder in die Prep & Cook geben und in kleinste Stücke zerkleinern. Das gemixte Gemüse mit den Gewürzen gut vermischen.
    Nun zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und das Gemüse darauf verteilen. Auf einem Backblech wäre die Gemüsemenge zu hoch, das trocknet nicht richtig. Ich musste es in zwei Chargen machen, da ich nur ein Backblech besitze. Hat ewig gedauert…lach.
    Den Backofen auf 80 Grad aufheizen und beide Backbleche hineingeben. Einen Holzlöffel in die Ofentür klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann und das Gemüse immer mal wieder wenden.
    Bei mir hat der Trockungsprozess fast 10 Stunden gedauert. Das muss schon pulvertrocken werden, sonst hält es sich nicht.
    Das getrocknete Gemüse nun nochmal in den Mixer geben und zu Pulver vermahlen.
    Ich nehme, wie bei gekaufter Gemüsebrühe, 1 TL auf 250 ml Wasser. Der wesentliche Unterschied ist, dass die selbstgemachte Gemüsebrühe sich nicht so leicht auflöst. Der Geschmack ist prima, aber es ist ein Unterschied, ob man frische Zutaten hat oder Instant-Brühe.

Backmischung für Cookies

Weihnachtssüßigkeiten

Backmischung für Cookies

Eine ganz einfache Backmischung für Cookies, Krümelmonsters Freude.
Arbeitszeit5 Min.
Gericht: Kuchen
Land & Region: Amerikanisch
Keyword: Backmischung, Cookies, Kekse
Portionen: 1 Portion
Kalorien: 1975kcal

Zutaten

  • 180 Gramm Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 100 Gramm brauner Zucker für zwei Schichten
  • 50 Gramm weißer Zucker
  • 50 Gramm feine Haferflocken
  • M&Ms

Später zum Backen noch dazugeben

  • 150g Butter weich
  • 1 Ei

Anleitungen

  • Ich habe im Kodi (unverlangte Werbung) ein paar einfache Schraubgläser erstanden, die ein Fassungsvermögen von 720 ml haben. Diese reichten aus, sind aber komplett voll.
    Nun die einzelnen Zutaten der Reihe nach in das Glas schichten, dabei aus der Gesamtmenge von braunem Zucker zwei Ebenen schichten.
    Das Glas gut verschließen und eine Backanleitung anhängen.
    Wenn es nun ans Backen geht:
    Den kompletten Glasinhalt in eine Schüssel geben und mit der weichen Butter und dem Ei zu einem Teig vermengen. Nun Backpapier auf ein Backblech geben und aus dem Teig kleine Kugeln formen. Es sind ungefähr 22 Stück. Diese in größerem Abstand auf das Backblech setzen, ggfl. auch in zwei Chargen backen, denn die Kekse laufen auseinander, bis es richtig schöne, platte Cookies sind.
    Alle Kekse bei 180 Gramm im vorgeheizten Backofen bei Ober/Unterhitze 7-8 Minuten backen. Wenn die Cookies in der Mitte noch etwas roh wirken, dann sind sie genau richtig.
    Am besten schnell aufessen, noch warm sind die Kekse am besten.