Cannelloni mit Hackfleischfüllung

Cannelloni mit Hackfleischfüllung

Cannelloni mit Hackfleischfüllung

Ein Sehnsuchtsessen von meinem Italiener, der dies früher oft bei seiner Oma in Italien gegessen hat. Dieses Gericht gibt es selten, weil es tatsächlich sehr gehaltvoll ist und auch viel Arbeit bedeutet. Deswegen ist und bleibt es etwas Besonderes.
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit45 Min.
Gericht: Abendessen, Hauptgericht, Mittagessen
Land & Region: Italienisch
Keyword: Cannelloni, Hackfleischsauce, Nudeln
Portionen: 4 Portionen
Kalorien: 904kcal

Equipment

  • Auflaufform, Backofen

Zutaten

Béchamelsauce

  • 50 Gramm Butter
  • 50 Gramm Mehl
  • 500 ml Milch
  • Pfeffer, Salz und Muskatnuss

Weitere Zutaten

  • 1 Packung Cannelloni trocken, ohne Vorkochen
  • 1-2 Kugeln Mozzarella
  • 1/2 Rezept Ragù alla Bolognese ist unten in den Notizen verlinkt
  • 150 Gramm geriebener Gouda
  • 50 Gramm geriebener Parmesan

Anleitungen

  • Als Füllung für die Cannelloni nehme ich immer ein schönes Ragù Bolognese, dass ich schon am Vortag gekocht habe. Dann haben wir am ersten Tag schon ein feines Abendessen und es bleibt genug übrig für Tag zwei. Wenn man viele Esser hat, dann kann man das Rezept vom Ragù auch einfach verdoppeln.
  • Zuerst kochen wir die Béchamelsauce. Dafür die Butter im Topf schmelzen lassen. Achtet darauf, dass die Butter nicht zu braun wird.
    Butter im Topf
  • Wenn nun die Butter leicht aufschäumt, dann unter stetigem Rühren das Mehl einrühren. Das Mehl sollte keine Farbe bekommen.
    Mehl einrühren
  • Deswegen nun zügig im Strahl die Milch einlaufen lassen und dabei immer weiter rühren. Die Mischung unter ständigem Rühren ein paar Minuten kochen. Die Sauce mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken und kurz beiseite stellen.
    Milch einrühren

Cannelloni

  • Ich lege zuerst immer die Cannelloni trocken in der Auflaufform aus, damit ich schon genau weiß, wie viele Cannelloni ich brauchen werde.
    Die Auflaufform wird eingefettet und es werden ein paar Esslöffel Ragù auf den Bogen der Form gegeben. Die Cannelloni selber füllt man am besten mit einem Trichter, der eine Öffnung hat, die groß genug ist oder mit einem Spritzbeutel. Da wir beides nicht zur Hand hatten, hab ich einen Gefrierbeutel mit Ragù gefüllt und dann einfach die Ecke davon abgeschnitten. Das klappt gut. Alle Cannelloni mit dem Ragù füllen und in der Auflaufform auslegen. Man kann auch zwei Lagen machen, wenn man möchte und genügend Zutaten hat. Dieses Rezept ist für eine Lage ausgelegt.
    Cannelloni füllen
  • Den Backofen schon mal auf 200 Grad vorheizen.
    Wenn alle Cannelloni gefüllt sind eventuell übrig gebliebenes Ragù noch in der Form verteilen. Die Cannelloni müssen nicht mit Ragú bedeckt sein, das ist nicht notwendig. Nun den Mozzarella in Stücke zupfen und auf den Cannelloni verteilen. Nun kommt die Béachamelsauce zum Einsatz, die ebenfalls auf den Nudeln verteilt wird.
    Béchamelsauce auf Cannelloni verteilen
  • Nun noch alles mit dem Gouda und dem Parmesan bestreuen und im Backofen circa 45 Minuten backen.
    Die Mengenangaben sind für eine mittlere Auflaufform.
    Cannelloni mit Käse

Notizen

Hier ist der Link zum Ragù alla Bolognese

Ragù alla Bolognese

Ragù alla Bolognese

Ich koche gerne ein schönes Ragù alla Bolognese. Wir genießen es als Sauce zu Tagiatelle, als Basis für Lasagne und auch als Basis für Cannelloni. Diese Sauce dauert, schneller geht es mit dem Schnellkochtopf :).
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit3 Stdn.
Oder im Schnellkochtopf30 Min.
Gericht: Abendessen, Hauptgericht, Mittagessen, Sauce
Land & Region: Italienisch
Keyword: Bolognese, Nudeln mit Sauce, Sauce
Portionen: 1 Topf
Kalorien: 1965kcal

Equipment

  • Ein Schnellkochtopf, wenn es schneller gehen soll

Zutaten

  • 2 Möhren
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 500 Gramm Hackfleisch Schwein, Rind oder gemischt
  • 50 Gramm magere Schinkenwürfel
  • 1 TL Rama Culinesse
  • 100 Gramm Tomatenmark
  • 250 ml Rotwein alternativ geht auch Gemüsebrühe
  • 3 Dosen stückige Tomaten je Dose 400g
  • 150 ml Milch Vollmilch wäre gut, ich nehme aber immer 1,5%
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 TL getrocknete, italienische Kräuter Frische wären besser, aber die hab ich oft nicht zur Hand, deswegen nehme ich die Mischung von Ostmann.
  • 2 TL Zucker
  • Pfeffer & Salz

Anleitungen

  • Dies ist ein Rezept für den Schnellkochtopf, da ich es ansonsten nur am Wochenende kochen könnte. Ich selber habe einen Cook4Me, darin geht es geht schnell. Es geht natürlich auch im Topf, aber da muss das Ragù ein paar Stunden köcheln, bis es perfekt ist. Geht aber mit diesem Rezept auch gut :).
  • Die Möhren schälen, die Zwiebeln und den Knoblauch abziehen und alles fein würfeln. Vom Staudensellerie nur 3 Stangen nehmen, waschen, verlesen und ebenfalls fein würfeln.
  • Nun im Cook4Me die Bratfunktion einstellen oder den Kochtopf zum Braten nehmen. Das Hackfleisch in dem TL Rama Culinesse krümelig anbraten und anschließend mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zwiebeln, die Möhren, die Schinkenwürfel und den Sellerie dazugeben und ein paar Minuten mit anschwitzen. Jetzt den Knoblauch und das Tomatenmark unterrühren und das Tomatenmark ganz kurz anrösten.
  • Alles mit dem Rotwein ablöschen, alternativ mit der Brühe. Dabei ist es gut, die Flüssigkeit portionsweise hinzuzugeben und den Alkohol kurz verkochen zu lassen. Dabei nimmt das Gemüse eine schöne Farbe an. Falls Ihr Brühe nehmt, kann diese in einem Rutsch dazu. Nun die Milch dazugeben, die gehackten Dosentomaten und die Gewürze (Lorbeerblätter, Zucker, italienische Kräuter).
  • Im Schnellkochtopf auf der zweiten Stufe oder in der Cook4Me nun 30 Minuten kochen. Falls ihr es auf dem Herd macht, sollte es jetzt 2-3 Stunden auf kleiner Stufe köcheln, damit alles richtig durchziehen kann. Dabei ist es sinnvoll, immer wieder zu kontrollieren, ob noch genügend Flüssigkeit da ist. Es könnte notwendig sein, etwas Gemüsebrühe nachzugießen. Im Schnellkochtopf entfällt dies alles…da kann man in kurzer Zeit sehr lecker essen:).
  • Der Italiener isst z.B. gar keine Spaghetti Bolognese, sondern er isst das Ragù traditionell zu Tagliatelle. Wir haben meistens noch so viel Sauce übrig, dass es dann bei uns am nächsten Tag Cannelloni oder Lasagne gibt. Dafür ist das Ragù die perfekte Grundlage.

Notizen

Ich habe tatsächlich vergessen, ein Foto zu machen…lach. Da ich es aber als Basis für die Cannelloni brauche, geht es jetzt schon online. Das Foto wird nachgereicht..lach. 

Pizzasuppe

Pizzasuppe

Pizzasuppe

Meine Familie liebt würzige Suppe. Und wenn es so kalt ist wie in den letzten Tagen, dann ist eine heiße und würzige Suppe genau das Richtige :).
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit20 Min.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Einfach
Keyword: Pizzasuppe, Suppe, viel Gemüse
Portionen: 4 Portionen
Kalorien: 539kcal

Zutaten

  • 500 Gramm Hackfleisch gemischt, Rind oder Schwein
  • 1 TL Rama Culinesse
  • 1 rote Paprika
  • 1 Zwiebel
  • 1 halbes Bund Frühlingszwiebeln
  • 200 Gramm frische Champignons
  • 1 kleine Dose Mais
  • 425 Gramm stückige Tomaten
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Kochsahne 15%
  • 200 Gramm Schmelzkäse leicht
  • Gewürzmischung italienische Kräuter
  • Pfeffer und Salz
  • optional: frischer Basilikum

Anleitungen

  • Die Paprika waschen, entkernen und würfeln. Die Zwiebel und die Frühlingszwiebeln putzen und in Würfel bzw. feine Ringe schneiden. Die Champignons nur abbürsten und in Scheiben schneiden. Den Mais abtropfen lassen.
    Jetzt einen großen Suppentopf nehmen, den Teelöffel Rama Culinesse erhitzen und das Hackfleisch krümelig anbraten. Wenn es gar ist, mit Salz und Pfeffer abschmecken und das komplette Gemüse inkl. Mais hinzufügen, das noch kurz mit braten darf.
    Jetzt mit der Gemüsebrühe, den stückigen Tomaten, der Sahne und dem Schmelzkäse auffüllen und alles ungefähr 15 Minuten auf kleiner Stufe köcheln lassen.
    Wenn das Gemüse weich ist die Suppe mit der Gewürzmischung italienische Kräuter und mit Pfeffer und Salz abschmecken.
    Gut dazu schmeckt noch frisch gezupftes Basilikum.
    Natürlich kann man die Suppe auch kalorienärmer gestalten, wenn man das möchte:
    Hackfleisch kann man gut selber machen, mit einem Fleischwolf ist das ganz einfach. Ich verlinke euch den Artikel dazu. Und bei der Kochsahne gibt es noch magerere Alternativen, z.B. von Rama Cremefine. Anstatt Schmelzkäse könnte man auch Frischkäse nehmen, aber mir schmeckt es mit Schmelzkäse besser.

Ciabatta Bacon Muffins – herzhaft

Ciabatta Bacon Muffins

Ciabatta Bacon Muffins

Ich steh voll auf Bacon…und auf Brot. Einmal probiert, musste ich diese Muffins direkt nachbacken. Eine ganz leckere und unkomplizierte Partybeilage.
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit25 Min.
Gericht: Beilage
Land & Region: Mediterran
Keyword: Bacon, Datteln, Muffins, Partybeilage
Portionen: 12 Muffins
Kalorien: 159kcal

Equipment

  • Muffinform + Muffinförmchen

Zutaten

  • 12 Scheiben Bacon
  • 250 Gramm Ciabatta zum Aufbacken
  • 80 Gramm Butter
  • 1 Ei
  • 2 TL italienische Kräuter oder frische Kräuter wie Thymian und Salbei
  • 1 Knoblauchzehe
  • 10 Datteln getrocknet
  • 12 Muffinförmchen aus Papier

Anleitungen

  • In ein Muffinblech 12 Muffinförmchen aus Papier einlegen, da man diese Muffins ansonsten schlecht aus dem Blech bekommt.
    Die Baconscheiben einmal in der Mitte teilen und über Kreuz in die Förmchen einlegen. Den Backofen schon einmal auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.
    Nun das Ciabatta in kleine Stücke zupfen und in eine Schüssel geben. Parallel dazu die 80 Gramm Butter auf dem Herd zerlassen. Den Knoblauch schälen und ganz fein hacken und mit den italienischen Kräutern zum Ciabatta mischen. Die Datteln ebenfalls in kleinere Stücke teilen und hinzufügen.
    Zum Schluss das Ei und die zerlassenen Butter mit in die Schüssel geben und alles gut vermengen. Jetzt noch mit Pfeffer und Salz abschmecken.
    Die Brotmischung in die Muffinsförmchen auf den Speck geben und nun im Ofen 20-25 Minuten backen.
    Herauskommen wunderbar knusprige Ciabatta Muffins mit einer herzhaften und einer leicht süßen Note.
    Vielen Dank an Frau Conrad für dieses wunderbare Rezept, das eine perfekte Beilage für ein Partybuffet ist. Ich habe die Muffins auch schon zwischendurch gemacht als kleine Beilage für eine herzhafte Suppe.

Spaghetti alle Vongole

Spaghetti alle Vongole

Spaghetti alle Vongole

Ich war immer fest davon überzeugt, ich mag keine Muscheln…bäh. Aber in Wahrheit hatte ich diese 30 Jahre nicht mehr probiert :). In Spaghetti Vongole könnte ich mich reinlegen.
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit20 Min.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Italian
Keyword: Meeresfrüchte, Muscheln, Nudeln, Nudelsauce
Portionen: 4 Portionen
Kalorien: 825kcal

Equipment

  • Pfanne mit höherem Rand und Deckel

Zutaten

  • 1000 Gramm Venusmuscheln Wir holen in der Metro japanische Teppichmuscheln, es funktioniert mit allen Sorten von Herzmuscheln.
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 10-12 Cocktailtomaten
  • 1 rote Chilischote frisch oder getrocknet, die kleinen, scharfen
  • 3 EL Olivenöl
  • 100 ml Roséwein wir nehmen Pinot Grigio, weiß geht auch
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 600 Gramm Spaghetti Kann auch etwas mehr oder weniger sein, je nach Hunger, die Sauce reicht.
  • Salz und Pfeffer.

Anleitungen

  • Das Nudelwasser aufsetzen und schon mal zum Kochen bringen. Bevor man die Spaghetti hinein gibt, das Wasser gut salzen.
    Die Muscheln nun sehr gut waschen und ggfls. noch Bärte entfernen. Alle Muscheln, die jetzt schon aufgehen, müssen geprüft werden. Einfach leicht auf die Schale klopfen. Wenn sie sich schließen, dann ist alles gut. Bleiben die Muscheln offen, sollten sie aussortiert werden.
    Den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Chilischote halbieren, entkernen und fein hacken. Die Petersilie waschen, ausschütteln und fein hacken, dabei die groben Stiele entfernen. Die Tomaten vierteln.
    Jetzt die Nudeln ins Salzwasser geben, damit diese pünktlich fertig sind.
    Nach ein paar Minuten das Olivenöl in einer Pfanne mit hohem Rand erhitzen. Nun die Tomaten, die gehackte Chilischote, das Tomatenmark und den Knoblauch dazu geben. In der Pfanne alles vermengen, den Wein angießen und circa. 1 Minute köcheln lassen. Den Sud mit Salz und Pfeffer würzen. Nun direkt die Muscheln in die Pfanne werfen und einen Deckel auf die Pfanne setzen.
    Das köchelt nun noch 3-4 Minuten auf mittlerer Stufe vor sich hin und die Muscheln öffnen sich dabei. Muscheln, die sich nicht öffnen, sind suspekt, diese besser nicht essen. Sollten noch zu viele Muscheln geschlossen sein einfach noch etwas länger köcheln lassen. Den Deckel abnehmen und noch eine Minute offen abdampfen.
    Jetzt sollten die Nudeln auch fertig sein.
    Die Spaghetti zusammen mit der gehackten Petersilie in die Pfanne geben und gut mit der Sauce vermischen.
    Beim Anrichten können die Spaghetti Vongole noch mit etwas schwarzem Pfeffer abgeschmeckt werden, wir machen das aber nicht immer. Es schmeckt auch pur köstlich.

Teil 7: Was soll ich nun trinken?

Was soll ich nun trinken?

Irgendwie werden Getränke immer nur am Rande behandelt.

Dabei habe mir bestimmt die meisten meiner Pfunde nicht angegessen, sondern angetrunken.

Denn kalorienhaltige Getränke tragen nicht zur Sättigung bei, füllen nicht den Magen und rauschen sofort durch. Und es ist super einfach, super viele Kalorien aufzunehmen, in dem man diese einfach trinkt.

Mal eben ein paar Bier wegzischen, ein paar Gläser Saft und dazu noch Cola und Fassbrause und schon hat man seinen Tagesbedarf an Energie weggetrunken, ohne satt und zufrieden zu sein.

Deswegen, finde ich, kann man zwar intuitiv trinken, wenn man Durst hat, aber nicht darauf vertrauen, das man Durst auf das richtige Getränk hat.

Denn ich bin aufgewachsen mit Limonade, Zitronentee und Kakao. Bei uns gab es kein Wasser, wir hatten nie Sprudel im Haus und niemand trank Wasser aus dem Hahn, kein Kraneburger, nur Limo.

Und ich mag bis heute kein Wasser pur und ich trinke es nur, wenn ich viel Sport gemacht habe, auf einer Wanderung bin oder es sehr heiß ist.

Das ist für mich ein echtes Problem, da ich meinen Körper auch nicht mehr mit Süßstoff zuschütten will, da ich davon eine pelzige Zunge bekomme und auch immer den Eindruck habe, dass es Hunger verursacht.

Bei einer Heilpraktikertherapie hatte die Therapeutin mir geraten, keine Cola light mehr zu trinken, sondern, wenn es schon Cola sein muss, dann lieber die normale Variante. Die mir, leider, ja auch gut schmeckt.

Das hat mir 20 Kilo eingebracht, da aus ab und zu ein Glas Cola jeden Tag eine Flasche Cola (oder zwei) wurde und das mit offizieller Erlaubnis der heilkundigen Frau. Dass es so nicht gemeint war, lag auf der Hand, aber ich liebe gezuckerte Getränke und das war quasi ein Startschuss. Meine gute Heilpraktikerin hätte bestimmt der Schlag getroffen, wenn ich ihr erzählt hätte, wie ich Ihren gut gemeinten Rat umgesetzt habe.

Aber es gibt kein „Trinke soviel bis du satt“ bist.

Es gibt ja noch nicht einmal ein Wort wie satt für „Ich habe keinen Durst“. Für mich gibt es auch kein „Trinke das, auf das du Lust hast“, denn dann trinke ich nur Limonade.

Außerdem kann ich Durst und Hunger oft nicht auseinanderhalten. Ich habe dann Appetit auf Suppe, obwohl ich eigentlich Durst habe. Deswegen ist es auch immer noch eine gute Idee, bei Essdrang erst einmal auszuprobieren, ob ich nicht eigentlich Durst habe.

Getränke sind meine Achillesverse und ich werde mich hier immer sehr in Acht nehmen müssen und versuche mich hier auf Schorle mit sehr wenig Saft oder Tee ohne alles zu beschränken.

Denn selbst die Schorle mit ganz wenig Saft ist ein Getränk, welches dem Körper Energie zuführt. Jedoch wäre der Anspruch an mich selber, jetzt nur noch Wasser zu trinken, eine zu arge Zwangsmaßnahme und würde nicht klappen.

Also nehme ich mir vor, weiterhin daran zu arbeiten, weniger Fassbrause und Saft oder Saftschorle mit hohem Saftanteil zu trinken und weiter daran arbeiten, Hunger und Durst besser aus einander halten zu können.

Aber ich werde nicht auf den 2 Litern oder mehr am Tag beharren oder Trinktagebücher etc. führen. Mein Körper meldet sich schon, wenn er Durst hat. Er meldet sich immer und ich kann daran arbeiten, ihm Flüssigkeit zu geben, die ihm guttut und keine Berge von reinem Zucker in ihn kippen, auch wenn es gut schmeckt.

Schließlich kann man alles verdünnen…lach.

Denn es geht ja darum, was mir guttut und was meinem Körper guttut und ihn nährt.

Deswegen gilt es, auch mit Aufmerksamkeit zu trinken, nicht weil man zu viel trinkt, sondern weil es so einfach ist, sich mit Kalorien zu überschütten, ohne das es Sättigung bringt.

Versucht habe ich schon vieles, warmen Tee, kalten Tee, Wasser mit etwas Geschmack, alle light-Getränke, Wasser mit Ingwer, Wasser mit Zitrone, Wasser mit Beeren.

Im Punkte Getränke ist meine von Kindenbeinen an bestehende Fixierung auf süße Getränke einfach nicht auszulöschen.

Also muss ich es auch hier annehmen, wie es ist. Und weiter daran arbeiten, es figurverträglich zu gestalten, da ich hier mit dem intuitiven Weg keinen Deut weiterkomme.

Ich werde weiter alles Mögliche probieren :).

Und vielleicht kann ich irgendwann ein Rezept für das ultimative Getränk vorstellen.

Teil 6: Was soll ich nun essen?

Teil 6: Was soll ich nun essen?

Alles, was du magst und was dir bekommt!

Auch Chips und auch Schokolade?

Ja, klar.

Glaub mir, selbst wenn du eine Woche lang zu jeder Mahlzeit nur Chips essen würdest, dann erleidest du keinen Mangel und keine Vitaminunterversorgung. Und wahrscheinlich kommen dir die Chips dann zu den Ohren raus.

Teste es und berichte mir davon. Ich hab mich das nie getraut, weil ich weiterhin Freude an Chips haben möchte.

Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel.

Ich darf alles essen, was mir schmeckt und meinem Körper guttut!

Natürlich gibt es Lebensmittel mit hoher und geringer Energiedichte und es gibt stark verarbeitete Lebensmittel, aber der entscheidende Faktor ist, ob es dir schmeckt und ob es dir bekommt?

Was nützt das vermeintlich gesündeste Vollkornbrot, wenn du dich nachher vor Bauchweh krümmst oder ständig pupsen musst?

Oder, wenn du vom Weißbrot grässliche Verstopfung bekommst und dich quälst.

Was schmeckt dir gut und was bekommt dir gut?

Ich mag z.B. überhaupt keinen Magerquark. Das ist total ekelig. Ich mag aber auch keinen Sahnequark, weil er einen fettigen Film auf meiner Zunge hinterlässt. Also nehme ich 20%tigen Quark und bin damit fein.

Jetzt gibt es den neuen, mega hippen Proteinquark. Den kann ich ja mal probieren. Wenn er mir schmeckt und guttut, warum nicht? Wenn er mir nicht schmeckt und nur teuer ist, dann lasse ich ihn links liegen.

Auch Cola ist kein durch und durch schlechtes Lebensmittel. Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich bei zuckerhaltigen Getränken kein Maß kenne und diese dann in Massen in mich hinein schütte, was mein Körper nicht mag. Also ist nicht die Cola böse, sondern ich kann nicht damit umgehen, also halte ich mich lieber fern.

Gesund ist, was mir gut schmeckt und gut tut. Das ist maximale Freiheit beim Essen.

Und Hunger ist der beste Koch!

Aber…aber…aber…neulich stand doch in der Zeitung….

Ja, es wird immer mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Ich bin jetzt 48 und in der Zeit war Butter ganz böse, die gute Margarine sollte es sein. Oder nicht, auf einmal war Butter wieder in und Margarine total out, da diese gesättigte Fettsäuren enthält.

Milch macht müde Männer munter oder ist Milch etwa nur Nahrung für Kälber?

Ganz böse ist Zucker, das ist wie Kokain. Oder war es Fett? Jahrelang war es Fett, jetzt sind es Zucker und Kohlenhydrate.

Oje, Brot, esst bloß kein Brot, das macht super dick. Es sei denn man macht HiCarb.

Ich sehe noch meine jüngste Tante vor mir, die keine Kartoffel haben wollte, denn die machen dick. Ich war noch klein, aber es hat mich nachhaltig beeindruckt. Bei Weight Watchers waren Kartoffeln toll, weil sie mit wenigen Kalorien satt machen. Nach dem glykämischen Index sind Kartoffeln böse, es sei denn man schaut sich nur die glykämische Last an.

Ich persönlich mag am liebsten mehligkochende Kartoffeln mit etwas Salz und Butter. Das vertrage ich gut und es macht mich satt.

Aber die Japaner, die essen Suppe zum Frühstück und werden oft alt, also ist Suppe zum Frühstück das NonPlus. Es sei denn, der Japaner lebt in Fukushima.

Der einzige Gradmesser kann sein, was ich gut vertrage und was mir schmeckt. Dann das ist völlig individuell.

Was ich gut vertrage, kann euch auf den Magen schlagen. Mein Mann z.B. liebt Meeresfrüchte und Pulpo. Ich gehe schon bei dem Anblick laufen.

Trotzdem bleibe ich Neuem gegenüber aufgeschlossen und probiere auch alles Mögliche. Denn der Körper kann ja nur Appetit auf etwas entwickeln, dass er auch kennt.

Zum Beispiel war ich felsenfest davon überzeugt, ich mag keine Muscheln. Das stimmt so nicht, ich mag nicht so gerne Miesmuscheln, weil diese so schwabbeln. Der Geschmack ist sogar okay, aber das Schwabbeln ist nicht mein Ding. Aber ich mag gerne Venusmuscheln und Spaghetti Vongole sind sehr lecker. Das weiß ich aber erst seit diesem Jahr.

Ich koche häufig mal was Experimentielles. Manches davon ist ungenießbar, manches einfach nur sehr lecker. Und wenn es ungenießbar ist, dann kommt es in den Müll und wir machen uns ein Brot. Passiert nicht so oft…lach.

Trotz der Erlaubnis, alles Essen zu dürfen, was mir beliebt, versuche ich hochgradig verarbeitete Nahrung nicht allzu oft in unseren Speiseplan einzubauen. Für mich sind das Lebensmittel, die meine Uroma nicht als Essen erkannt hätte.

Denn dort sind oft Zucker, Fett und Salz so eingebaut, dass sie dem Gehirn den maximalen Glückskick geben. Das hemmt aber meines Erachtens die natürliche Sättigung, weil das Gehirn schreit: Toll…Toll…mehr davon.

Das ist ja beabsichtigt, damit mehr davon gekauft wird.

Oft ist das nicht so einfach, so wie ich es gerade schreibe, da ich nicht mit der hohen Kunst des Kochens aufgewachsen bin. Vieles muss ich mir erarbeiten. Wenn jemand zu mir sagt, koch mir einen Pudding, dann muss ich das erst googeln, so ganz ohne Dr. Oetker… ;).

Und ich verteufel es nicht. Manche Sachen sind einfach zu praktisch und es muss ein guter Kompromiss zwischen Zeit, Genuss und Verlangen sein. Schließlich bin ich Vollzeit berufstätig und muss dem auch Rechnung tragen. Ich muss nur im Hinterkopf haben, dass ich bei hoch verarbeiteter Nahrung dazu neige, über die Sättigung hinaus zu essen.

Schließlich geht es um die bedingungslose Erlaubnis, alles essen zu können, was ich möchte.

Und es ist so schwer alles zu vergessen, was man all diese Jahre gelernt und vor allen Dingen geglaubt hat.

Ich denke dann immer an eine Szene aus „Die Simpsons“, in der Lisa lernt:

Es ist nicht alles wahr, was in Büchern steht!

Sie reagiert darauf total geschockt und ich runzelte die Stirn, weil ich das auch nie infrage gestellt hatte. Okay, es ist viele Jahre her, als ich diese Fernsehfolge sah..lach.

Aber ich hatte damals den ganzen Schrank voll mit Diätratgebern und alle widersprachen sich. Eben hatte ich noch Punkte gezählt und auf einmal waren die Kohlenhydrate böse. Und Schuld hatte der böse genmanipulierte Weizen, der macht eine Wampe.

Also fühlte ich mich verdammt zu einem „Leben ohne Brot“.

Und ich aß Magerquark mit Süßstoff zum Frühstück, das war gesund. Und suchte im Betrieb 10x das Gemeinschaftsklo auf, bis ich einmal alleine war und in Ruhe rumpumpsen konnte. Ich vertrage die Kombi von Quark und Süßstoff nämlich überhaupt nicht. Ich mag das noch nicht mal. Aber es war ja gesund.

Vielleicht ist es für dich gesund, aber für mich nicht. Und es ist für den Mann drei Straßen weiter sogar sehr gesund, aber für Lieschen Müller in Hausnummer 6 nicht, die bekommt davon Bauchweh.

Denn Gott sei Dank sind Menschenversuche nicht erlaubt. Denn um überhaupt valide Studien durchzuführen, müssten diese ja unter kontrollierten Bedingungen stattfinden, über viele Jahre, um alle Nebeneffekte auszuschließen.

In Raum 1 kommen über 10 Jahre alle Mischköstler, in Raum 2 alle Vegetarier, in Raum 3 alle Clean-Eater usw. Und damit man eine valide Grundlage hat müssen alle gleich alt und von gleicher Konstitution sein. Weil man äußere Reize ausschließen möchte, lebt jeder in diesen 10 Jahren in einem weißen sterilen Raum und hat nichts zu tun außer essen.

Nach den 10 Jahren weiß man dann, welche Ernährung gesunder war. Vorausgesetzt es sind nicht alle an Vereinsamung gestorben oder verrückt geworden.

Gut, dass es diese Art der Versuche nicht gibt.

Man kann die Ernährung nicht über einen Kamm scheren, die Körper und Bedürfnisse sind einfach zu unterschiedlich.

Aber…aber…Schokolade ist ungesund….!!!!

Warum? Ist Arsen drin? Alle Komponenten von Schokolade für sich sind nicht gefährlich und absolut essbar. Und Schokolade macht auch nicht dick, wenn man sie nicht ohne Hunger immer und überall isst, weil Schokolade so verlockend ist, wenn sie verboten ist.

Wenn mich heute das Verlangen nach Schokolade packt, dann esse ich welche, ohne Kompromisse, mit bedingungsloser Erlaubnis. Jetzt ist kurz nach Weihnachten und ich habe beim Aufräumen einen Kinderschoki-Osterhasen in der Süßschublade gefunden und weggeworfen. Der war schon grau innen drin. Aber er war wohl nicht mehr so interessant und irgendwann habe ich ihn vergessen.

Und wenn ich dringend Chips haben will, dann esse ich diese. Und wenn es die ganze Tüte sein muss, dann gibt es eben kein Abendessen mehr. Nicht, weil die Chips böse sind, sondern weil ich dann pappsatt bin und kein Abendessen mehr möchte. Und falls ich doch noch Hunger habe, dann esse ich eben doch noch was.

Ohne schlechtes Gewissen! Nicht heimlich, ohne schlingen. Sondern mit Freude und Genuss.

Ich kann zu diesem Thema gute Literatur empfehlen:

Der Körpernavigator von Uwe Knop

Esst endlich normal von Udo Pollmer

Lizenz zum Essen von Gunther Frank

Teil 5: Mich selber liebevoll annehmen

Teil 5: Mich selber liebevoll annehmen

Das Erste und Wichtigste ist:

DU BIST GUT GENUG!

So wie du bist. Und ich auch :).

Bei mir haben die Diäten angefangen, als ich jemand anders sein wollte. Jemand der cool ist, die tollsten Jungs abbekommt und in der Clique der Beliebteste ist.

Was ich nicht war. Ich war, obwohl ich eine große Klappe hatte, unsicher und gehemmt.

Ich kam nicht damit klar, dass ich fast ein ganzes Jahr jünger war als meine Klassenkameradinnen und trotzdem schon Busen hatte. Irgendwie war ich immer „mehr“. Das wollte ich loswerden, ich wollte genauso ein Spargel sein wie die anderen. Dazugehören.

Mein erster Schwarm, der mich plump genannt hatte.

Meine Oma, die immer abnehmen wollte und deren Gewicht rauf und runterging, ihr ganzes Leben lang. Die meinen Wunsch verstand, dünner sein zu wollen und mit mir Diät gehalten hat. Mit der ich mich immer besonders verbunden fühlte und der ich nacheiferte.

Damals ist die Diätmacke entstanden, damals haben sich viele Gefühle in mir angestaut und ich musste, jetzt im Erwachsenenalter, lernen Gefühle zuzulassen, darüber zu sprechen und auch Hilfe anzunehmen oder zu fordern.

Ich habe einen sehr langen Artikel darüber geschrieben und sehr viel gelernt. Den Artikel findet ihr hier: Vom Essen, beleidigt sein und der Macht der unterdrückten Gefühle.

Die ganze Aufarbeitung hat mir sehr gutgetan, ich habe sehr viel über mich gelernt und vor allen Dingen gelernt zu reden, anstatt beleidigt zu sein. Alleine habe ich das auch nicht geschafft, ich hatte Hilfe von zwei Heilpraktikerinnen und einer Hypnosetherapeutin. Wobei die Hypnose für mich mit Abstand das Aufschlussreichste war. Und natürlich habe ich viel gelesen.

Jedoch auf mein Gewicht hatte das überhaupt gar keinen Einfluss. Ich wiege noch genauso viel wie vor vier Jahren, als ich mit der A-Methode begonnen habe.

Aber ich mag meinen Körper. Und ich bin raus aus der Jojo-Spirale. Vier Jahre mein Gewicht gehalten…wow. Und ich lerne, wieder mit Genuß und Freude zu essen.

Ich brauche keine Diät mehr, um mit mir im Reinen zu sein. Ich bin gut so, wie ich bin. Zumindest meistens.

Natürlich kratzt es an mir, wenn mich jemand Specki nennt und mir sagt, ich wäre zu dick. Wenn mir der Arzt rät, abzunehmen, weil meine Knie weh tun und ich weiß, dass ich niemals in den Diätwahn zurück will, obwohl es mich sehr triggert.

Denn ob ich 60, 75 oder 99 Kilo wog, ich war immer ich. Mit all meinen Fehlern und Ängsten und Nöten, aber auch der Verliebtheit, meiner Freude, Lust und Gelassenheit.

Es war immer nur die äußere Form, die sich geändert hat, innerlich war ich immer gleich, ob dick oder dünn.

Nur später halt mit gewaltiger Diätmacke.

Worauf man sich konzentriert, das wächst. Bei mir wuchs die Diätmacke und die Illusion.

Die Illusion, ich könnte durchs ab- oder zunehmen irgendwas Gravierendes in meinem Leben verändern. Wie ein Schmetterling, fressen…schlafen…fressen…schlafen…schön.

Es ist schwer, jemanden zu mögen, der sich selbst nicht mag, egal ob er dick oder dünn ist.

Ich gehe zum Beispiel immer noch nicht gerne auf große Partys, weil es mir zu viele Leute sind, es ist zu laut und entspricht nicht meiner introvertierten Natur.

Früher habe ich mir oft vorgestellt, ich wäre super schlank mit toller Figur im mega Kleid und ich gehe auf eine Party und alle Sympathien fliegen mir zu und die Männer umschwirren mich wie die Motte das Licht. Und ich sonne mich in all den Huldigungen, springe auf die Bühne und singe ein tolles Lied.

Voraussetzung dafür war immer die perfekte Figur.

Als ob ich das tun würde, scheiß auf die perfekte Figur. Ich bin introvertiert, ich möchte gar nicht von allen umschwärmt werden, das ist mir viel zu anstrengend. So viele Reize kann ich gar nicht verarbeiten.

Ich stellte mir also vor, ich wäre nicht mehr introvertiert, weil ich Menschen bewunderte, die auf alle offen zugingen und der Star jeder Party waren. Erreichen wollte ich diese Wesensänderung durch Abnehmen.

Ich halte mir gerade die Hände vor´s Auge.

Es war so viel gekoppelt an dieses „Schlank sein“. Es ging immer darum, dass ich Wesenszüge ablegen wollte oder beliebter sein wollte.

Stattdessen hätte ich mir vornehmen können, mich bewusst mit ein paar Menschen zu unterhalten, die mir am Herzen liegen und die Party zu genießen. Vielleicht hätte ich ja auch singen lernen können …lach.

Online-Dating war das allerschlimmste. Denn da geht es ja nur um Bewertung und Optik. Bis ich die Seite Rubensfan.de (unverlangte und unbezahlte Werbung) gefunden habe. Da war ich auf einmal okay so wie ich war und es kam darauf an, ob ich nett war oder nicht. Damit konnte ich punkten, ich bin nett und klug…lach. Mollig zu sein, war auf dieser Seite normal. Und ich habe in dieser Zeit total viel abgenommen, weil es irgendwie nicht mehr so wichtig war.

Worum geht es bei dir im tiefsten Herzen? Warum hast du diesen Abnehmwunsch?

Und wie könntest du dieses Ziel denn anders erreichen als über eine Änderung deiner Figur?

Ich hätte immer noch gerne etwas weniger Bauch und schlankere Beine, aber diesmal, weil mir der Bauch im Weg ist beim Turnen und weil die Beine schwerfällig sind beim Laufen.

Sport habe ich nie gerne gemacht, weil ich mich immer bewertet gefühlt habe und auch im Sportunterricht immer für etwas bewertet wurde, was ich nicht gut kann. Also habe ich mich selber gnadenlos abgewertet und für super unsportlich gehalten. Bis ich in Kur gefahren bin und dort hat es sich grundlegend geändert. Meine Liebe zur Bewegung war da und die Lösung war so einfach, wie du in diesem Artikel nachlesen kannst.

Ich liebe es heute, mich zu bewegen.

Ich gehe immer noch laufen und schaffe nun fast 5 Kilometer. Sehr, sehr langsam, aber ich mag es. Und zwar nur um der Bewegung willen, ich muss keinen Sport mehr machen, nur weil ich abnehmen möchte.

Und wenn ich keine Lust dazu habe, dann mache ich nichts. Auch nicht schlimm.

Dein Bauch schwabbelt? Die Beine sind Kartoffelstampfer mit Cellulite?

Ist dein Bauch weich? Liegen vielleicht deine Kinder gerne darauf? Mein Bruder sagte immer, Oma ist viel weicher als Mama und hat so gerne mit ihr geschmust. Sie war einfach nur mollig und meine Mutter ist sehr schlank.

Meine Beine sind Kartoffelstampfer und Cellulite haben sie auch. Aber sie tragen mich auch zuverlässig von A nach B und ich kann mit Ihnen sogar joggen. Ohne meine Beine wäre ich arm dran.

Natürlich mag ich nicht alles an meinem Körper, aber ich mag das meiste. Ich konzentriere mich auf das, was gut gelingt und versuche den „Problemzonen“ zumindest zu sagen, dass sie da sein dürfen, denn auch unvollkommenes ist wertvoll.

Und ich möchte mich schick kleiden mit Kleidung, die mir auch passt. Früher dachte ich oft, das lohnt sich nicht, weil ich werde dann ja schlank und dann passt mir das alles nicht mehr. Heute quetsche ich mich nicht mehr in etwas hinein, was mir nicht richtig passt oder hänge mir einen Kartoffelsack um, bloß damit man den Bauch nicht sieht.

Ich spare nicht mehr auf neue Garderobe, die ich mir erst dann kaufe, wenn ich die in meinem Augen perfekte Figur habe.

Ich kaufe mir schicke Sachen, die gut passen und in denen ich mich wohlfühle. Das habe ich mir verdient.

Denn ich bin gut genug, so wie ich bin und du bist das auch, mit allen Macken und auch mit Diätmacke.

Überleg mal was an dir liebenswert ist. Mache dir vielleicht eine kleine Liste und fange langsam damit an, etwas an dir zu mögen. Du wirst etwas finden, ganz sicher, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Und sollte das noch zu schwer sein, dann fange z.B. an mit einem kleinen Dankbarkeitstagebuch. Nimm dir jeden Tag 5 Minuten und notiere, was an diesem Tag gut gelaufen ist. Das nimmt den Fokus weg von den negativen Dingen.

Denn es geht nicht um perfekte Selbstliebe, sondern darum mehr Freude am Leben zu haben. Überall wird von Selbstliebe gesprochen…bla..bla…die in der Instagramform aber nicht zu einem entspannteren Leben führt, sondern nur ein weiteres, unrealistisches Ziel ist.

Ich muss mich nicht überall und immer selbst über alles lieben.

Aber ich fühle mich eindeutig wohler, wenn mein Hosenbund nicht kneift, der BH nicht einschneidet und ich frisch geduscht und wohlig duftend bin, auch mit allen Pfunden, die noch da sind.

Weil ich zu mir selber sagen kann, du bist nicht perfekt, aber du bist gut genug so wie du bist und ich mag dich.

Das hat sehr viel beigetragen zur Heilung meiner seelischen Diätmacke.

Und scheut euch nicht Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Ich bin damals zur Heilpraktikerin gegangen, weil ich eine Bekannte getroffen hatte, die mit Hilfe diese Heilpraktikerin ganz viel abgenommen hatte.

Bei mir lag die liebevolle Selbstannahme da auch nicht im Fokus, ich wollte, dass die Heilpraktikerin mir verrät, wie man dünn wird, weil ich ja immer dachte, mit mir ist was falsch.

Das war vielleicht nicht ganz die optimale Motivation…lach. Aber es war für mich ein elementarer Schritt auf dem Weg zu mehr Freude und Glück.

Und ich konnte nach so vielen Jahren, ja Jahrzehnten, endlich mit den Diäten aufhören, weil diese nicht mehr wichtig waren.

Und wenn ihr noch nach Quellen sucht, bei denen es bezahlbare Kleidung auch in großen Größen gibt (unverlangte und unbezahlte Werbung):

Sheego

Bon Prix

Ulla Popken

Teil 4: Essdrang erkennen und loswerden

Essdrang erkennen und loswerden

Als Erstes gilt es Essdrang von gesundem Hunger abzugrenzen, denn Hunger ist was Gutes.

Mit Essdrang meine ich jenes Gefühl, dass mich zum Kühlschrank und zur Süßigkeitenschublade treibt, obwohl ich vollkommen satt und zufrieden bin.

Eine innere Unruhe, eine Enge im Hals, ein Gefühl von massivem Stress. Mein Innerstes, dass weiter nach Essen schreit, obwohl mein Körper satt ist. Obwohl ich genau weiß, dass mein Körper satt ist und ich ihm genau das gegeben habe, nachdem er verlangt hat.

Diese „Sucht“ nach mehr, obwohl selbst der zehnte Check des Magens ergibt, das man wohlig satt ist. Ich habe diesen Essdrang immer für emotionales Essen gehalten und geglaubt, wenn ich nur genug an mir arbeite und alle unterdrückten Gefühle erkenne und auflöse, dann verschwindet der Essdrang.

Das hatte jedoch zur Folge, das ich jedes Mal dachte mit mir ist irgendwas falsch, wenn ich keine Emotion hinter dem Essdrang erkennen konnte und egal wie sehr ich an mir arbeitete, es änderte nichts am Essdrang. Das war für mich sehr belastend, da ich nicht in der Lage war, den Hintergrund des vermeintlich emotionalen Essens aufzudecken.

Nicht das ich nicht an emotionales Essen glaube. Hier habe ich einen Artikel geschrieben, um mit dem emotionalen Essen meinen Frieden zu machen und in einem weiteren Artikel habe ich von dem Versuch berichtet, dem emotionalen Essen mit Hypnose auf die Spur zu kommen.

Aber vielleicht liegt es zusätzlich an etwas ganz anderem. Etwas anderem, was mir die Last des „Ich bin immer noch nicht in Ordnung“ von meinen Schultern nimmt.

Nahrung zu haben und satt zu sein ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Denn essen macht nicht per se dick. Wir müssen essen, ohne zu essen sterben wir, verhungern. Und wer möchte schon freiwillig verhungern. Wobei es Magersüchtige gibt, die dies tatsächlich tun.

Ich habe die erste Diät gemacht mit 13, also in sehr jungen Teenagertagen und die letzte Diät letztes Jahr in einem Anfall von Intervallfasten, der nur eine Woche gedauert hat.

Also habe ich schon in sehr frühen Jahren meinem Überlebensinstinkt durch dauernde Diäten beigebracht, dass es eine Nahrungsknappheit gibt, faktisch eine Hungersnot und das empfindet das Gehirn als außerordentliche Bedrohung.

Hunger ist ja nichts, was dem Verstand obliegt. Man kann nicht beschließen, keinen Hunger mehr zu haben. Man kann auch nicht beschließen, nicht zu verhungern, wenn man nichts mehr isst. Der Verstand hat in diesem Fall nichts zu sagen.

Hunger ist ein biologischer Instinkt, der im Hypothalamus entsteht, also im Gehirn. Alle Signale der Sättigung und des Hungers laufen hier zusammen und es werden entsprechende Hormone ausgeschüttet, um das System aus Hunger und Sättigung zu steuern. Wie genau und exakt das geschieht, weiß man immer noch nicht, man kennt nur Bruchstücke dieses Mechanismus.

Zum einen ist es die Magendehnung, bei der auch Hormone ausgeschüttet werden. Aber auch der Geschmack der Nahrung spielt eine Rolle, ebenso wie der Genuss. Denn auch das Belohnungssystem freut sich über ein leckeres Essen und belohnt uns mit einem wohligen Dopaminausstoß. Insulin, Ghrelin und Leptin sind einige der bekannten Hormone, die bei der Steuerung beteiligt sind. Unten verlinke ich einige Artikel dazu, die das Ganze sehr gut wissenschaftlich darstellen.

Und jetzt kommt es zu einer Diätmacke, weil ich meinem Körper Nahrung vorenthalte.

Manchmal sehr strikt, wie bei einer Nulldiät, manchmal moderat bei einer maßvollen Diät, bei der ich ausreichend Kalorien zu mir nehme, aber mein Belohnungszentrum nicht beachte.

Und mein Gehirn flippt aus. Es meldet Hungersnot. Nicht mein Verstand, der will ja Diät halten, sondern der ganz alte Teil meines Gehirns, der animalische Anteil. Der Teil, der nicht so denken kann, wie der Verstand es tut.

Sondern der Teil, der in Bildern denkt und bei leeren Fettzellen Panik bekommt, der ein Überlebenssicherndes Verhalten fordert. Auslösen kann er es nicht, es steuert nicht unsere Arme und Beine, aber er kann sehr fordernd sein.

Die kleinen flüsternden Stimmen im Kopf, das Gefühl, das uns den Hals zuschraubt und die Unruhe, die erst vergeht, wenn man dem animalischen Gehirn gehorcht.

Dieser Teil des Gehirns hält es für eine gute Idee, gegen die Hungersnot mehr zu essen als vorher. Der Teil möchte nicht schlank sein, er liebt Fettzellen, weil die das Überleben sichern, denn die nächste Hungersnot kommt ja zwingend.

Und durch meine ständige Diät/Überessen/Diät/Überessen-Karriere habe ich diesem animalischen Gehirnanteil beigebracht, dass mein Überleben nur zu sichern ist, wenn es mich hungriger macht, als ich vorher war.

Wenn es mit allen verfügbaren Mitteln meinen Verstand dazu bringt zu denken, dass zu viel zu essen eine ganz tolle Idee ist, damit die Fettzellen sich wieder füllen. Und am besten bilden sich noch neue Fettzellen, weil man vor dem Verhungern am besten geschützt ist, wenn man dick ist.

Denn es gibt ja immer wieder Hungersnöte. Die Versorgung mit Nahrung ist nicht gewährleistet.

Und dem animalischen Gehirn kann ich nicht beibringen, dass dick sein an sich keine gute Idee ist. Dieser Gehirnteil lernt nicht so wie der Frontallappen oder das Kleinhirn, es gehört nicht zu unserem Bewusstsein. Es funktioniert instinktiv.

Es hat erfahren, dass es immer wieder periodisch wiederkehrende Hungersnöte gibt und hat gleichzeitig aber auch erfahren, dass es selber beeinflussen kann, diese Hungersnöte zu beenden, in dem es ganz starken Essdrang auslöst, denn Essen scheint ja da zu sein.

So einen starken Essdrang, dem unser Bewusstsein sehr schlecht widerstehen kann. Denn es kommt ja aus uns selbst. In uns erscheinen Bilder von verlockendem Essen, von Dingen, die uns schnell und viel Energie liefern, verlockende Gedanken, die uns zum Kühlschrank treiben.

So als ob das animalische Gehirn und unser Bewusstsein miteinander ringen. Iss, schreit der Instinkt in uns und Nein, du wirst fett, schreit das Bewusstsein.

Und so wundert sich mein Verstand, mein aktives Bewusstes, warum es nicht widerstehen kann. Warum ich zur Süßigkeitenschublade laufe und esse und warum mein Verlangen nach Chips so arg ist. Warum es so schwierig ist, einen Ernährungsplan einzuhalten und dauerhaft abgenommenes Gewicht zu halten.

Also denke ich, ich bin verkorkst und willensschwach und gebe mir die Schuld dran. Ich suche nach verborgenen Ursachen für den Essdrang, weil ich glaube, wenn ich die dahinter liegende Ursache kläre, dann geht der Essdrang weg.

Weil ich es für emotionales Essen halte. Für ein Unvermögen meinerseits, mit Gefühlen umzugehen. Weil ich glaube, dass ich Gefühle weg stopfe, weil ich damit nicht umgehen kann.

Ich lerne sehr viel über mich, ich ändere Strategien und Verhaltensweisen. Ich lerne Dinge auszusprechen, nicht mit essen zu kompensieren und wieder zu essen. Zu essen ohne Einschränkung, mit der vollen Erlaubnis.

All dies sind gute Weiterentwicklungen, eine Reifung der Persönlichkeit, manches sind Meilensteine in der Entwicklung.

Was sich aber überhaupt und gar nicht ändert, ist der Essdrang. Der bleibt unverändert.

Und irgendwann dachte ich, was für ein Scheiß. Vielleicht ist es gar kein emotionales Essen, denn ich fühle mich emotional völlig in Ordnung. Ich finde in vielen Situationen nichts, was mich zum essen bringt, weil da keine akuten emotionalen Probleme sind!!!!!!

Heute glaube ich, in Wirklichkeit habe ich meinem Gehirn selber beigebracht nach Essen zu gieren.

Durch den Essensentzug, durch den Kampf gegen meinen Instinkt, den Kampf gegen den Hunger. Nie das zu essen, nachdem mein Körper verlangt. Durch das vollständige, über sehr lange Jahre, Ignorieren der Bedürfnisse meines Körpers, habe ich meinem animalischen Gehirn beigebracht, dass starker Essdrang überlebensnotwendig ist.

Dadurch denkt mein ständig von Hungersnot geplagter Körper, dass er nur überleben kann, wenn er trotzdem isst, auch wenn er satt ist, weil ein Teil meines Gehirns es für mein Überleben genauso wichtig hält wie atmen.

Der Essdrang entspringt also nicht einer emotionalen Unvollkommenheit meinerseits, sondern er ist ein zu einem Selbstläufer gewordenen Instinkt. Ein Reiz-Reaktionsreflex, der durch Diät in jungen Jahren entstanden ist und über so viele Jahre gefüttert wurde.

Und wisst ihr was das tolle daran ist? Ich muss keine Therapie machen, ich muss keine verborgenen Auslöser finden. Ich habe falsch verknüpfte neurologische Verbindungen geschaffen, die ich wieder lösen kann.

Ich kann wieder gesund werden!

Bei mir sind diese Verknüpfungen durch viele Diäten in sehr jungen Jahren entstanden. Ich könnte mir aber ebenso vorstellen, dass es traumatische Ereignisse gibt, bei denen es in jungen Jahren nur Essen als Trost und Stütze gab, die ebenfalls zu so falschen Verknüpfungen im Gehirn führen.

Denn im Gehirn herrscht ja oft ein Durcheinander aus nie hinterfragte Routinen. Das produziert eben manchmal auch Irrtümer.

Was stand letztens in einem Artikel der Hörzu über das neue Buch von Frank Elstner:

“ Man muss nicht alles glauben, was man denkt“

Er vergleicht Gedanken mit E-Mails. Nicht alle sind wirklich wichtig. Manche verdienen keine Aufmerksamkeit oder gehören als Spam gelöscht.

Zitat: „Bei Gedanken tun wir oft wider besseres Wissen so, als wäre jeder Gedanke, der sich wichtig macht, auch tatsächlich wichtig… seinen alten Gedanken und Regeln automatisch zu folgen ist in der Tat eine Gewohnheit.“

Und mit diesem Wissen kann man etwas ändern.

Doch der Essdrang geht ja alleine durch das Wissen darum nicht weg.

Die einzige Möglichkeit, die falsch eingefahrenen Trampelpfade im niederen Gehirn wieder zu schwächen, ist sie nicht mehr zu verwenden.

Stellt euch ein Dickicht vor, durch den ein Pfad führt, platt getreten durch viele Füße, die den Pfad immer wieder verwenden. Je öfter, desto ausgetretener und sichtbarer ist der Pfad. Doch dann wird eine neue Straße gebaut und der alte Pfad gerät in Vergessenheit. Er wuchert wieder zu, weil er nicht mehr benutzt wird und irgendwann ist er nicht mehr zu sehen. So als ob es ihn nie gegeben hätte.

Genau das Gleiche machen wir mit dem falsch verknüpften Pfad im Gehirn. Das wird kein einfacher Weg, aber es wird sich lohnen.

Ein Leben ohne Essdrang mit einem natürlichen Essverhalten.

Dazu ist der Artikel Teil 1 der Wichtigste.

Denn nur wenn man tatsächlich körperlich satt und gut genährt ist, hat man eine Chance, die fehlerhaften Essdrangverknüpfungen wieder aufzulösen. Man muss zuerst an die Wurzel und den Kreislauf aus Nahrungsentzug und Überessen auflösen, damit der Überlebensinstinkt nicht mehr Amok läuft.

Bisher habe ich dem Essdrang immer irgendwann nachgeben, da ich dann sofort ruhiger wurde und der Essdrang durch essen verschwindet, geknüpft an den Gedanken, dass ich das jetzt wirklich brauche, obwohl mein Verstand weiß, dass ich satt bin. Und wirklich schmecken tut es dann ja auch nicht, es ist kein Genuss.

Damit stärke ich aber jedes Mal wieder diesen falsch verknüpften Pfad im Gehirn, denn es signalisiert Essdrang, ich esse und sofort geht es mir besser. Das Gehirn stößt Dopamin aus und ich fühle mich wohl. Bis zum nächsten Anfall Essdrang.

Denn ich wusste nicht, dass es einfach nur eine falsche, neurologische Verknüpfung ist.

Ich dachte, wenn man Körper so vehement danach verlangt, dann brauche ich das Überessen tatsächlich für irgendwas und sei es nur emotional.

Ich kämpfte mit diesem Essdrang und dagegen an und habe ihm trotzdem immer wieder nachgegeben, anstatt ihn einfach zu ignorieren, weil ich mir keinen Schaden zufügen wollte.

Deswegen ist es wichtig, den Trampelpfad zuwuchern zu lassen, ihn nicht mehr zu stärken und den Essdrang zu ignorieren.

Dieser Essdrang ist ein völlig unnötiger Reflex, ein fehlerhafter Schalter, mit dem man auch nicht diskutieren sollte. Denkt, dran der animalische Teil des Gehirns kann nicht deine Beine zur Schublade bewegen, er kann nicht deine Arme steuern.

Er kann in dir zappeln, schreien, zetern und drängen, aber im Prinzip ist er machtlos.

Diskutieren nützt nichts, denn der Essdrang kommt ja nicht aus dem Verstand. Ich kann nicht mit meinem eigenen Gehirn diskutieren, mit einem Instinkt ähnlichem Verlangen Kompromisse finden. Oft habe ich das versucht, denn mein Verstand weiß ja, dass ich satt bin.

Aber in mir flüstert etwas, iss die Schokolade, iss noch was von dem übrig gebliebenen Abendessen, dann geht es dir besser. Ich kann dich nervös und unruhig machen, dann musst du essen, damit es dir besser geht. HA!

Und ich kann mich dazu entschließen, einfach nicht zuzuhören.

Mich abwenden vom Essdrang. Ihn zwar als Hintergrundrauschen wahrnehmen, aber mich innerlich davon lösen.

Da isser wieder, der Essdrang, obwohl ich doch schon satt bring. Du bist harmlos. Sei ruhig da, du bist mir egal.

Ich beachte dich gar nicht, ich diskutiere nicht mit dir, ich leiste keinen Widerstand. Sei ruhig da, zetere und schreie, du bist mir nicht wichtig, ich höre dir nicht zu. Du bist total machtlos.

Denn ich glaube, dass Essdrang weggeht, wenn man ihn einfach nicht beachtet. Wenn man diesen Trampelpfad nicht mehr benutzt, ihn quasi zuwuchern läßt.

Ganz wichtig, dies ist kein Diättip, dies geht nur, wenn man sich satt isst und mit seinem Körper in Verbindung steht und zusammenarbeitet. Man darf keinesfalls Hunger und echte, körperliche Bedürfnisse ignorieren. Und essen muss jederzeit bedingungslos erlaubt sein und man darf auch noch einen Nachschlag nehmen und testen, ob man vielleicht doch noch Hunger hat.

Alle Dinge, die ich in Teil 1 dieser Artikelserie beschrieben habe, sind elementar wichtig.

Ich möchte nur diesen vom Hunger abgekoppelten Essdrang loswerden, denn dieser ist es, der mich gegen den Körper arbeiten, über den Hunger hinaus essen lässt und der trotzdem aus mir selber entspringt.

Ich habe den Essdrang in mein Gehirn gepflanzt durch lange Jahre Kampf und Diät, ich kann ihn auch wieder löschen, in dem ich ihm durch Nichtbeachtung keine Nahrung mehr gebe.

Ist das einfach?

Nein, das ist am Anfang sehr schwer und auch eine Sache der Übung. Manchmal wird es gelingen, manchmal nicht. Den es gibt ja reale, auch körperlich drängende Auswirkungen des Essdrangs. Die Unruhe, die Enge im Hals…nehmt sie wahr und erkennt sie als körperliche Anzeichen von Essdrang. Und dann sagt euch: Okay, das kommt aus mir selber, das habe ich erworben und nun muss ich es aushalten und ignorieren. Ich bin satt, der Essdrang geht auch wieder weg.

Und er geht nach einiger Zeit weg.

Verglichen mit über 30 Jahren Diät, Selbstbeschimpfung, Scheitern der Diät, Neustart, Scheitern usw. ist es in Versuch wert.

Um wieder darauf zurückzukommen:

Ziel der A-Methode ist es, dass wir alle irgendwann wieder so intuitiv essen können, dass weder Kalorien zählen noch Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen notwendig sind.

Also ist das wichtigste, wieder mit Genuss und Freude essen zu lernen. Hier noch ein paar Links mit weiteren Hintergrundinfos.

Aufbau des Gehirns

https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/4878-wie-hunger-und-saettigung-funktionieren

https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/das-muss-passieren-damit-wir-satt-sind/

https://brainoverbingeecourse.com/

Teil 3: Meine seelische Diätmacke

Meine seelische Diätmacke

Während der Diät kreisen meine Gedanken nur um Nahrung und wann darf ich wieder was essen. Die Mahlzeiten werden geplant, protokolliert und wenn man um 9 Uhr schon sein Frühstück lange aufgegessen hat, aber noch Hunger hat, dann denkt man nur noch an das Mittagessen oder den nächsten Snack. Denn man hat ja einen ausgesprochenen Mangel an Nahrung und man isst nicht das, auf das man Hunger hat, sondern Nahrungsmittel lt. Plan oder mit den wenigsten Kalorien.

Kreis…kreis… Nahrungsmittel werden überproportional wichtig und völlig krass eingeteilt in erlaubte, gute Nahrungsmittel und verbotene, schlechte Nahrungsmittel.

Ich schaffe es auch gut, auf Diät zu sein. Ich bin da sehr eisern. Und diszipliniert. Ich kann das über viele Monate.

Bis dann irgendein Geburtstag kommt, von dem ich weiß, das es leckere Sachen gibt und das es schwer wird zu widerstehen.

Ich entwickelte Angst vor Einladungen, da ich, wenn ich einmal angefangen habe, nicht mehr aufhören kann die leckeren Dinge zu essen, weil diese ja morgen schon wieder verboten sind.

Wenn ich dann “sündige”, dann ist es oft egal, ich habe ja eh schon gesündigt und schwups ist die Schokolade weg und noch viel mehr.  Denn diese Nahrungsmittel sind ja dauerhaft verboten und deswegen für den inneren Essrebell besonders interessant.

Oh nein, ich habe die Diät ruiniert.

Ich bin ein Versager, ich fette Kuh kann aber auch nicht widerstehen. Jetzt falle ich wieder um eine ganze Woche zurück und muss dann länger Diät halten.

Gut nachzulesen ist dies in diesem Artikel, in dem ich versucht habe, alle Diäten aufzulisten, die ich bisher gemacht habe und Tagebucheinträge veröffentlicht habe, die genau diese Selbstbeschimpfungen widerspiegeln.

Chips sind böse, Schokomüsli ist böse. Brötchen sind böse, wenn man Low Carb macht, bei Low Fat sind Brötchen super. Sahne ist bei Ketodiät mega super, bei allen anderen Diäten mega böse.

Hrmpf, welche Diät mache ich gerade. Ist die Sahne gerade böse oder gut?

Ich bin scheiße, nichts kann ich richtig, noch nicht einmal diese einfache Diät.

Anfang des Jahres fragte mich ein Kollege nach einem Rezept hier vom Blog und eine andere Kollegin fragte interessiert, was für einen Blog ich denn hätte. Auf die Antwort hin, dass ich einen Abnehmblog habe, schaute sie an mir herab und sagte: Klappt nicht, oder? Du musst doch nur weniger essen.

Früher hätte mich das sofort in einen Diätwahn geschleudert, heute weiß ich es besser.

Denn der Kern der Aussage ist ja wahr. Um abzunehmen muss ich weniger Energie zu mir nehmen, also weniger oder anders essen, aber der Weg des Hungerns und der Verbote führt für mich nirgendwo hin.

Am schlimmsten fand ich die Angst vor dem erneuten Versagen.

Wenn man viel abgenommen hat, dann wird man mit Komplimenten überschüttet. Die Mitmenschen gratulieren zur Abnahme, es regnet Nettigkeiten. So als ob man etwas ganz Großes vollbracht hätte. Man hat gerade als erster Mensch ohne Sauerstoff den Mount Everest bestiegen oder 25 Kilo abgenommen. Bei Weight Watchers bekam ich eine Urkunde von der Teamleiterin und einen goldenen irgendwas Schlüsselanhänger.

Eine Party, nur für mich, weil ich abgenommen hatte.

Muss ich vorher Scheiße ausgesehen haben, wenn ich jetzt so viel Lob bekomme. Aber was passiert, wenn ich dann wieder zunehme. Sehe ich dann wieder Scheiße aus!?

Ich bin selten im Leben von so vielen Menschen für etwas so gelobt worden wie für das abnehmen.

Und dann kommt der Tag x.

Es passiert etwas im Körper, dass sich nicht gut anfühlt. Essdrang. Lust auf alles, was vorher verboten war und eine immense Unruhe. Eine richtige Enge im Hals, die nicht weggehen will. Zuerst kann man es noch mit Willensstärke aufhalten. Doch irgendwann ist alles an Willenskraft aufgebraucht und ich esse. Der Essdrang ist stark….

Ich m u s s essen

Aber wenn ich jetzt esse, dann sehe ich wieder scheiße aus. Und jeder kann es sehen.

Jeder, der mir vorher gratuliert hat, wird es sehen. Und denken, ey, jetzt sieht die Servos aber wieder scheiße aus. Und Disziplin hat sie auch nicht. Versagerin. Wie konnte sie denn alles wieder zunehmen. Und noch dicker als vorher. Wie eine quabbelige Qualle.

Sie sieht nicht nur scheiße aus, sie ist es auch. Wenn Sie noch nicht mal diese einfache Aufgabe bewältigen kann, einfach weniger essen, dann ist es auf anderen Gebieten und Lebensbereichen mit ihr sicherlich auch nicht weit her.

Aber diese Gedanken und diese Gefühle konnte ich nicht aushalten, denn als ich dünn war, das war ich ja anscheinend ein viel besserer Mensch. Also schnell wieder Diät halten.

Was für verquere Gedanken, die ich aber tatsächlich so hatte.

Alles, was gut an mir ist, war auf einmal mit „schlank sein“ verbunden und alles Schlechte auch. Als ob mein Körpergewicht ein Gradmesser für meine Persönlichkeit wäre.

Und so ist nach der Diät vor der Diät, nur mit mehr Fett am Leib und stärkerem Essdrang.

Das Ego liegt am Boden, weil ich selber mit mir schlimmer gesprochen habe als mit meinem ärgsten Feind.

Dabei ist es mir noch gut ergangen. Ich habe keine Bulimie, keine Magersucht, eventuell eine milde Form von Binge Eating. Ich esse dann auch ohne Hunger und abwechselnd süß und herzhaft und wieder süß, aber ich habe keine klassischen Fressanfälle.

Und auf dieser Spirale kann man sich nur befreien, in dem man wieder lernt zu essen. Lustvoll und mit Appetit.

Denn Essen nährt den Körper und nährt auch die Seele, denn wenn der Körper sich zufrieden und lustvoll gesättigt fühlt, dann hat die Seele auch mehr Lust, darin zu wohnen.

Dazu ist es wichtig, dass man keinen Mangel mehr erleidet, dass alle Lebensmittel ohne Ausnahme erlaubt sind.

Dass es erlaubt ist, sich zu nähren, so viel wie der Körper braucht und dass man sich übt in liebevoller Selbstannahme, so wie es ein noch kommender Artikel näher beleuchtet.

Ich fand es so erleichternd, einfach Essen zu dürfen, wenn ich Hunger habe und das Essen zu genießen, auf das ich Appetit hatte, ohne Angst und ohne Bewertung jedes Bissens.

Und vor allen Dingen losgelöst und entkoppelt von der Wertigkeit meiner Person.

Denn ich bin kein Versager, ich habe eine Diätmacke, die ich mir selber zugefügt habe. Ich habe versucht über Diäten mein Leben zu ändern, nur um festzustellen, dass es in meiner Gefühlswelt keinen Unterschied macht, ob ich 65, 75 oder 85 Kilo wiege.

Essen oder nicht essen macht mich nicht zu einem wertvolleren Menschen.

Wenn ich schlank wäre, dann bin ich einfach nur schlank und alle anderen Probleme sind noch da, wenn ich diese nicht angehe.

Die seelische Diatmacke ist schwieriger zu heilen, aber es geht. Durch liebevolle Selbstannahme und durch gutes Essen.

Das klingt jetzt, als wäre das bei mir schwupp die wupp gegangen.

Leider nein, dass war eine sehr langjährige Entwicklung. Meine schlimmste Phase hatte ich mit Mitte 20, Anfang 30. Und ich hatte Hilfe von zwei Heilpraktikerinnen und einer Hypnosetherapeutin inkl. meiner eigenen Ausbildung zum psychologischen Berater und Coach.

Aber von den Diäten zu lassen und zu üben, wieder im Einklang mit meinem Körper zu leben, war ein ganz wichtiger Schritt. Denn ich lebte ja im ständigen Streit mit meinem Körper, der keinen Hunger haben sollte und einfach nur schlank sein sollte. Ich habe mich niedermacht, nur weil ich Hunger hatte.

Und je öfter die Diät nicht klappte, desto größer wurde das Gefühl des Versagens. Auch heute kann es noch passieren, dass ich in Versuchung bin, kurz in den Diätwahn zu geraten. Aber immer nur ganz kurz ;).

Meine Waage habe ich weggeworfen. Es lebt sich so entspannt ohne Waage, das ist der Wahnsinn. Nachzulesen in diesem Artikel :). Denn ich merke ja selber ob meine Kleidung eng wird oder lockerer. Warum soll ich mich mit dieser Zahl auf der Waage geißeln, die so lange über meine Laune bestimmte.

Heute erfreue ich mich an einem entspannteren Leben ohne den ständigen Stress, den die dauernden Diäten auf der Seele hinterlassen.