Ciabatta Bacon Muffins – herzhaft

Ciabatta Bacon Muffins

Ciabatta Bacon Muffins

Ich steh voll auf Bacon…und auf Brot. Einmal probiert, musste ich diese Muffins direkt nachbacken. Eine ganz leckere und unkomplizierte Partybeilage.
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit25 Min.
Gericht: Beilage
Land & Region: Mediterran
Keyword: Bacon, Datteln, Muffins, Partybeilage
Portionen: 12 Muffins
Kalorien: 159kcal

Equipment

  • Muffinform + Muffinförmchen

Zutaten

  • 12 Scheiben Bacon
  • 250 Gramm Ciabatta zum Aufbacken
  • 80 Gramm Butter
  • 1 Ei
  • 2 TL italienische Kräuter oder frische Kräuter wie Thymian und Salbei
  • 1 Knoblauchzehe
  • 10 Datteln getrocknet
  • 12 Muffinförmchen aus Papier

Anleitungen

  • In ein Muffinblech 12 Muffinförmchen aus Papier einlegen, da man diese Muffins ansonsten schlecht aus dem Blech bekommt.
    Die Baconscheiben einmal in der Mitte teilen und über Kreuz in die Förmchen einlegen. Den Backofen schon einmal auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.
    Nun das Ciabatta in kleine Stücke zupfen und in eine Schüssel geben. Parallel dazu die 80 Gramm Butter auf dem Herd zerlassen. Den Knoblauch schälen und ganz fein hacken und mit den italienischen Kräutern zum Ciabatta mischen. Die Datteln ebenfalls in kleinere Stücke teilen und hinzufügen.
    Zum Schluss das Ei und die zerlassenen Butter mit in die Schüssel geben und alles gut vermengen. Jetzt noch mit Pfeffer und Salz abschmecken.
    Die Brotmischung in die Muffinsförmchen auf den Speck geben und nun im Ofen 20-25 Minuten backen.
    Herauskommen wunderbar knusprige Ciabatta Muffins mit einer herzhaften und einer leicht süßen Note.
    Vielen Dank an Frau Conrad für dieses wunderbare Rezept, das eine perfekte Beilage für ein Partybuffet ist. Ich habe die Muffins auch schon zwischendurch gemacht als kleine Beilage für eine herzhafte Suppe.

Spaghetti alle Vongole

Spaghetti Alle Vongole

Spaghetti alle Vongole

Ich war immer fest davon überzeugt, ich mag keine Muscheln…bäh. Aber in Wahrheit hatte ich diese 30 Jahre nicht mehr probiert :). In Spaghetti Vongole könnte ich mich reinlegen.
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit20 Min.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Italian
Keyword: Meeresfrüchte, Muscheln, Nudeln, Nudelsauce
Portionen: 4 Portionen
Kalorien: 825kcal

Equipment

  • Pfanne mit höherem Rand und Deckel

Zutaten

  • 1000 Gramm Venusmuscheln Wir holen in der Metro japanische Teppichmuscheln, es funktioniert mit allen Sorten von Herzmuscheln.
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 10-12 Cocktailtomaten
  • 1 rote Chilischote frisch oder getrocknet, die kleinen, scharfen
  • 3 EL Olivenöl
  • 100 ml Roséwein wir nehmen Pinot Grigio, weiß geht auch
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 600 Gramm Spaghetti Kann auch etwas mehr oder weniger sein, je nach Hunger, die Sauce reicht.
  • Salz und Pfeffer.

Anleitungen

  • Das Nudelwasser aufsetzen und schon mal zum Kochen bringen. Bevor man die Spaghetti hinein gibt, das Wasser gut salzen.
    Die Muscheln nun sehr gut waschen und ggfls. noch Bärte entfernen. Alle Muscheln, die jetzt schon aufgehen, müssen geprüft werden. Einfach leicht auf die Schale klopfen. Wenn sie sich schließen, dann ist alles gut. Bleiben die Muscheln offen, sollten sie aussortiert werden.
  • Den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Chilischote halbieren, entkernen und fein hacken. Die Petersilie waschen, ausschütteln und fein hacken, dabei die groben Stiele entfernen. Die Tomaten vierteln.
    Zutaten für Spaghetti alle Vongole
  • Jetzt die Nudeln ins Salzwasser geben, damit diese pünktlich fertig sind.
  • Nach ein paar Minuten das Olivenöl in einer Pfanne mit hohem Rand erhitzen. Nun die Tomaten, die gehackte Chilischote, das Tomatenmark und den Knoblauch dazu geben. In der Pfanne alles vermengen, den Wein angießen und circa. 1 Minute köcheln lassen. Den Sud mit Salz und Pfeffer würzen. Nun direkt die Muscheln in die Pfanne werfen und einen Deckel auf die Pfanne setzen.
    Spaghetti alle Vongole Muscheln in der Pfanne
  • Das köchelt nun noch 3-4 Minuten auf mittlerer Stufe vor sich hin und die Muscheln öffnen sich dabei. Muscheln, die sich nicht öffnen, sind suspekt, diese besser nicht essen. Sollten noch zu viele Muscheln geschlossen sein einfach noch etwas länger köcheln lassen. Den Deckel abnehmen und noch eine Minute offen abdampfen.
  • Jetzt sollten die Nudeln auch fertig sein.
    Die Spaghetti zusammen mit der gehackten Petersilie in die Pfanne geben und gut mit der Sauce vermischen.
    Beim Anrichten können die Spaghetti Vongole noch mit etwas schwarzem Pfeffer abgeschmeckt werden, wir machen das aber nicht immer. Es schmeckt auch pur köstlich.

Teil 7: Was soll ich nun trinken?

Was soll ich nun trinken?

Irgendwie werden Getränke immer nur am Rande behandelt.

Dabei habe mir bestimmt die meisten meiner Pfunde nicht angegessen, sondern angetrunken.

Denn kalorienhaltige Getränke tragen nicht zur Sättigung bei, füllen nicht den Magen und rauschen sofort durch. Und es ist super einfach, super viele Kalorien aufzunehmen, in dem man diese einfach trinkt.

Mal eben ein paar Bier wegzischen, ein paar Gläser Saft und dazu noch Cola und Fassbrause und schon hat man seinen Tagesbedarf an Energie weggetrunken, ohne satt und zufrieden zu sein.

Deswegen, finde ich, kann man zwar intuitiv trinken, wenn man Durst hat, aber nicht darauf vertrauen, das man Durst auf das richtige Getränk hat.

Denn ich bin aufgewachsen mit Limonade, Zitronentee und Kakao. Bei uns gab es kein Wasser, wir hatten nie Sprudel im Haus und niemand trank Wasser aus dem Hahn, kein Kraneburger, nur Limo.

Und ich mag bis heute kein Wasser pur und ich trinke es nur, wenn ich viel Sport gemacht habe, auf einer Wanderung bin oder es sehr heiß ist.

Das ist für mich ein echtes Problem, da ich meinen Körper auch nicht mehr mit Süßstoff zuschütten will, da ich davon eine pelzige Zunge bekomme und auch immer den Eindruck habe, dass es Hunger verursacht.

Bei einer Heilpraktikertherapie hatte die Therapeutin mir geraten, keine Cola light mehr zu trinken, sondern, wenn es schon Cola sein muss, dann lieber die normale Variante. Die mir, leider, ja auch gut schmeckt.

Das hat mir 20 Kilo eingebracht, da aus ab und zu ein Glas Cola jeden Tag eine Flasche Cola (oder zwei) wurde und das mit offizieller Erlaubnis der heilkundigen Frau. Dass es so nicht gemeint war, lag auf der Hand, aber ich liebe gezuckerte Getränke und das war quasi ein Startschuss. Meine gute Heilpraktikerin hätte bestimmt der Schlag getroffen, wenn ich ihr erzählt hätte, wie ich Ihren gut gemeinten Rat umgesetzt habe.

Aber es gibt kein „Trinke soviel bis du satt“ bist.

Es gibt ja noch nicht einmal ein Wort wie satt für „Ich habe keinen Durst“. Für mich gibt es auch kein „Trinke das, auf das du Lust hast“, denn dann trinke ich nur Limonade.

Außerdem kann ich Durst und Hunger oft nicht auseinanderhalten. Ich habe dann Appetit auf Suppe, obwohl ich eigentlich Durst habe. Deswegen ist es auch immer noch eine gute Idee, bei Essdrang erst einmal auszuprobieren, ob ich nicht eigentlich Durst habe.

Getränke sind meine Achillesverse und ich werde mich hier immer sehr in Acht nehmen müssen und versuche mich hier auf Schorle mit sehr wenig Saft oder Tee ohne alles zu beschränken.

Denn selbst die Schorle mit ganz wenig Saft ist ein Getränk, welches dem Körper Energie zuführt. Jedoch wäre der Anspruch an mich selber, jetzt nur noch Wasser zu trinken, eine zu arge Zwangsmaßnahme und würde nicht klappen.

Also nehme ich mir vor, weiterhin daran zu arbeiten, weniger Fassbrause und Saft oder Saftschorle mit hohem Saftanteil zu trinken und weiter daran arbeiten, Hunger und Durst besser aus einander halten zu können.

Aber ich werde nicht auf den 2 Litern oder mehr am Tag beharren oder Trinktagebücher etc. führen. Mein Körper meldet sich schon, wenn er Durst hat. Er meldet sich immer und ich kann daran arbeiten, ihm Flüssigkeit zu geben, die ihm guttut und keine Berge von reinem Zucker in ihn kippen, auch wenn es gut schmeckt.

Schließlich kann man alles verdünnen…lach.

Denn es geht ja darum, was mir guttut und was meinem Körper guttut und ihn nährt.

Deswegen gilt es, auch mit Aufmerksamkeit zu trinken, nicht weil man zu viel trinkt, sondern weil es so einfach ist, sich mit Kalorien zu überschütten, ohne das es Sättigung bringt.

Versucht habe ich schon vieles, warmen Tee, kalten Tee, Wasser mit etwas Geschmack, alle light-Getränke, Wasser mit Ingwer, Wasser mit Zitrone, Wasser mit Beeren.

Im Punkte Getränke ist meine von Kindenbeinen an bestehende Fixierung auf süße Getränke einfach nicht auszulöschen.

Also muss ich es auch hier annehmen, wie es ist. Und weiter daran arbeiten, es figurverträglich zu gestalten, da ich hier mit dem intuitiven Weg keinen Deut weiterkomme.

Ich werde weiter alles Mögliche probieren :).

Und vielleicht kann ich irgendwann ein Rezept für das ultimative Getränk vorstellen.

Teil 6: Was soll ich nun essen?

Teil 6: Was soll ich nun essen?

Alles, was du magst und was dir bekommt!

Auch Chips und auch Schokolade?

Ja, klar.

Glaub mir, selbst wenn du eine Woche lang zu jeder Mahlzeit nur Chips essen würdest, dann erleidest du keinen Mangel und keine Vitaminunterversorgung. Und wahrscheinlich kommen dir die Chips dann zu den Ohren raus.

Teste es und berichte mir davon. Ich hab mich das nie getraut, weil ich weiterhin Freude an Chips haben möchte.

Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel.

Ich darf alles essen, was mir schmeckt und meinem Körper guttut!

Natürlich gibt es Lebensmittel mit hoher und geringer Energiedichte und es gibt stark verarbeitete Lebensmittel, aber der entscheidende Faktor ist, ob es dir schmeckt und ob es dir bekommt?

Was nützt das vermeintlich gesündeste Vollkornbrot, wenn du dich nachher vor Bauchweh krümmst oder ständig pupsen musst?

Oder, wenn du vom Weißbrot grässliche Verstopfung bekommst und dich quälst.

Was schmeckt dir gut und was bekommt dir gut?

Ich mag z.B. überhaupt keinen Magerquark. Das ist total ekelig. Ich mag aber auch keinen Sahnequark, weil er einen fettigen Film auf meiner Zunge hinterlässt. Also nehme ich 20%tigen Quark und bin damit fein.

Jetzt gibt es den neuen, mega hippen Proteinquark. Den kann ich ja mal probieren. Wenn er mir schmeckt und guttut, warum nicht? Wenn er mir nicht schmeckt und nur teuer ist, dann lasse ich ihn links liegen.

Auch Cola ist kein durch und durch schlechtes Lebensmittel. Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich bei zuckerhaltigen Getränken kein Maß kenne und diese dann in Massen in mich hinein schütte, was mein Körper nicht mag. Also ist nicht die Cola böse, sondern ich kann nicht damit umgehen, also halte ich mich lieber fern.

Gesund ist, was mir gut schmeckt und gut tut. Das ist maximale Freiheit beim Essen.

Und Hunger ist der beste Koch!

Aber…aber…aber…neulich stand doch in der Zeitung….

Ja, es wird immer mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Ich bin jetzt 48 und in der Zeit war Butter ganz böse, die gute Margarine sollte es sein. Oder nicht, auf einmal war Butter wieder in und Margarine total out, da diese gesättigte Fettsäuren enthält.

Milch macht müde Männer munter oder ist Milch etwa nur Nahrung für Kälber?

Ganz böse ist Zucker, das ist wie Kokain. Oder war es Fett? Jahrelang war es Fett, jetzt sind es Zucker und Kohlenhydrate.

Oje, Brot, esst bloß kein Brot, das macht super dick. Es sei denn man macht HiCarb.

Ich sehe noch meine jüngste Tante vor mir, die keine Kartoffel haben wollte, denn die machen dick. Ich war noch klein, aber es hat mich nachhaltig beeindruckt. Bei Weight Watchers waren Kartoffeln toll, weil sie mit wenigen Kalorien satt machen. Nach dem glykämischen Index sind Kartoffeln böse, es sei denn man schaut sich nur die glykämische Last an.

Ich persönlich mag am liebsten mehligkochende Kartoffeln mit etwas Salz und Butter. Das vertrage ich gut und es macht mich satt.

Aber die Japaner, die essen Suppe zum Frühstück und werden oft alt, also ist Suppe zum Frühstück das NonPlus. Es sei denn, der Japaner lebt in Fukushima.

Der einzige Gradmesser kann sein, was ich gut vertrage und was mir schmeckt. Dann das ist völlig individuell.

Was ich gut vertrage, kann euch auf den Magen schlagen. Mein Mann z.B. liebt Meeresfrüchte und Pulpo. Ich gehe schon bei dem Anblick laufen.

Trotzdem bleibe ich Neuem gegenüber aufgeschlossen und probiere auch alles Mögliche. Denn der Körper kann ja nur Appetit auf etwas entwickeln, dass er auch kennt.

Zum Beispiel war ich felsenfest davon überzeugt, ich mag keine Muscheln. Das stimmt so nicht, ich mag nicht so gerne Miesmuscheln, weil diese so schwabbeln. Der Geschmack ist sogar okay, aber das Schwabbeln ist nicht mein Ding. Aber ich mag gerne Venusmuscheln und Spaghetti Vongole sind sehr lecker. Das weiß ich aber erst seit diesem Jahr.

Ich koche häufig mal was Experimentielles. Manches davon ist ungenießbar, manches einfach nur sehr lecker. Und wenn es ungenießbar ist, dann kommt es in den Müll und wir machen uns ein Brot. Passiert nicht so oft…lach.

Trotz der Erlaubnis, alles Essen zu dürfen, was mir beliebt, versuche ich hochgradig verarbeitete Nahrung nicht allzu oft in unseren Speiseplan einzubauen. Für mich sind das Lebensmittel, die meine Uroma nicht als Essen erkannt hätte.

Denn dort sind oft Zucker, Fett und Salz so eingebaut, dass sie dem Gehirn den maximalen Glückskick geben. Das hemmt aber meines Erachtens die natürliche Sättigung, weil das Gehirn schreit: Toll…Toll…mehr davon.

Das ist ja beabsichtigt, damit mehr davon gekauft wird.

Oft ist das nicht so einfach, so wie ich es gerade schreibe, da ich nicht mit der hohen Kunst des Kochens aufgewachsen bin. Vieles muss ich mir erarbeiten. Wenn jemand zu mir sagt, koch mir einen Pudding, dann muss ich das erst googeln, so ganz ohne Dr. Oetker… ;).

Und ich verteufel es nicht. Manche Sachen sind einfach zu praktisch und es muss ein guter Kompromiss zwischen Zeit, Genuss und Verlangen sein. Schließlich bin ich Vollzeit berufstätig und muss dem auch Rechnung tragen. Ich muss nur im Hinterkopf haben, dass ich bei hoch verarbeiteter Nahrung dazu neige, über die Sättigung hinaus zu essen.

Schließlich geht es um die bedingungslose Erlaubnis, alles essen zu können, was ich möchte.

Und es ist so schwer alles zu vergessen, was man all diese Jahre gelernt und vor allen Dingen geglaubt hat.

Ich denke dann immer an eine Szene aus „Die Simpsons“, in der Lisa lernt:

Es ist nicht alles wahr, was in Büchern steht!

Sie reagiert darauf total geschockt und ich runzelte die Stirn, weil ich das auch nie infrage gestellt hatte. Okay, es ist viele Jahre her, als ich diese Fernsehfolge sah..lach.

Aber ich hatte damals den ganzen Schrank voll mit Diätratgebern und alle widersprachen sich. Eben hatte ich noch Punkte gezählt und auf einmal waren die Kohlenhydrate böse. Und Schuld hatte der böse genmanipulierte Weizen, der macht eine Wampe.

Also fühlte ich mich verdammt zu einem „Leben ohne Brot“.

Und ich aß Magerquark mit Süßstoff zum Frühstück, das war gesund. Und suchte im Betrieb 10x das Gemeinschaftsklo auf, bis ich einmal alleine war und in Ruhe rumpumpsen konnte. Ich vertrage die Kombi von Quark und Süßstoff nämlich überhaupt nicht. Ich mag das noch nicht mal. Aber es war ja gesund.

Vielleicht ist es für dich gesund, aber für mich nicht. Und es ist für den Mann drei Straßen weiter sogar sehr gesund, aber für Lieschen Müller in Hausnummer 6 nicht, die bekommt davon Bauchweh.

Denn Gott sei Dank sind Menschenversuche nicht erlaubt. Denn um überhaupt valide Studien durchzuführen, müssten diese ja unter kontrollierten Bedingungen stattfinden, über viele Jahre, um alle Nebeneffekte auszuschließen.

In Raum 1 kommen über 10 Jahre alle Mischköstler, in Raum 2 alle Vegetarier, in Raum 3 alle Clean-Eater usw. Und damit man eine valide Grundlage hat müssen alle gleich alt und von gleicher Konstitution sein. Weil man äußere Reize ausschließen möchte, lebt jeder in diesen 10 Jahren in einem weißen sterilen Raum und hat nichts zu tun außer essen.

Nach den 10 Jahren weiß man dann, welche Ernährung gesunder war. Vorausgesetzt es sind nicht alle an Vereinsamung gestorben oder verrückt geworden.

Gut, dass es diese Art der Versuche nicht gibt.

Man kann die Ernährung nicht über einen Kamm scheren, die Körper und Bedürfnisse sind einfach zu unterschiedlich.

Aber…aber…Schokolade ist ungesund….!!!!

Warum? Ist Arsen drin? Alle Komponenten von Schokolade für sich sind nicht gefährlich und absolut essbar. Und Schokolade macht auch nicht dick, wenn man sie nicht ohne Hunger immer und überall isst, weil Schokolade so verlockend ist, wenn sie verboten ist.

Wenn mich heute das Verlangen nach Schokolade packt, dann esse ich welche, ohne Kompromisse, mit bedingungsloser Erlaubnis. Jetzt ist kurz nach Weihnachten und ich habe beim Aufräumen einen Kinderschoki-Osterhasen in der Süßschublade gefunden und weggeworfen. Der war schon grau innen drin. Aber er war wohl nicht mehr so interessant und irgendwann habe ich ihn vergessen.

Und wenn ich dringend Chips haben will, dann esse ich diese. Und wenn es die ganze Tüte sein muss, dann gibt es eben kein Abendessen mehr. Nicht, weil die Chips böse sind, sondern weil ich dann pappsatt bin und kein Abendessen mehr möchte. Und falls ich doch noch Hunger habe, dann esse ich eben doch noch was.

Ohne schlechtes Gewissen! Nicht heimlich, ohne schlingen. Sondern mit Freude und Genuss.

Ich kann zu diesem Thema gute Literatur empfehlen:

Der Körpernavigator von Uwe Knop

Esst endlich normal von Udo Pollmer

Lizenz zum Essen von Gunther Frank

Teil 5: Mich selber liebevoll annehmen

Teil 5: Mich selber liebevoll annehmen

Das Erste und Wichtigste ist:

DU BIST GUT GENUG!

So wie du bist. Und ich auch :).

Bei mir haben die Diäten angefangen, als ich jemand anders sein wollte. Jemand der cool ist, die tollsten Jungs abbekommt und in der Clique der Beliebteste ist.

Was ich nicht war. Ich war, obwohl ich eine große Klappe hatte, unsicher und gehemmt.

Ich kam nicht damit klar, dass ich fast ein ganzes Jahr jünger war als meine Klassenkameradinnen und trotzdem schon Busen hatte. Irgendwie war ich immer „mehr“. Das wollte ich loswerden, ich wollte genauso ein Spargel sein wie die anderen. Dazugehören.

Mein erster Schwarm, der mich plump genannt hatte.

Meine Oma, die immer abnehmen wollte und deren Gewicht rauf und runterging, ihr ganzes Leben lang. Die meinen Wunsch verstand, dünner sein zu wollen und mit mir Diät gehalten hat. Mit der ich mich immer besonders verbunden fühlte und der ich nacheiferte.

Damals ist die Diätmacke entstanden, damals haben sich viele Gefühle in mir angestaut und ich musste, jetzt im Erwachsenenalter, lernen Gefühle zuzulassen, darüber zu sprechen und auch Hilfe anzunehmen oder zu fordern.

Ich habe einen sehr langen Artikel darüber geschrieben und sehr viel gelernt. Den Artikel findet ihr hier: Vom Essen, beleidigt sein und der Macht der unterdrückten Gefühle.

Die ganze Aufarbeitung hat mir sehr gutgetan, ich habe sehr viel über mich gelernt und vor allen Dingen gelernt zu reden, anstatt beleidigt zu sein. Alleine habe ich das auch nicht geschafft, ich hatte Hilfe von zwei Heilpraktikerinnen und einer Hypnosetherapeutin. Wobei die Hypnose für mich mit Abstand das Aufschlussreichste war. Und natürlich habe ich viel gelesen.

Jedoch auf mein Gewicht hatte das überhaupt gar keinen Einfluss. Ich wiege noch genauso viel wie vor vier Jahren, als ich mit der A-Methode begonnen habe.

Aber ich mag meinen Körper. Und ich bin raus aus der Jojo-Spirale. Vier Jahre mein Gewicht gehalten…wow. Und ich lerne, wieder mit Genuß und Freude zu essen.

Ich brauche keine Diät mehr, um mit mir im Reinen zu sein. Ich bin gut so, wie ich bin. Zumindest meistens.

Natürlich kratzt es an mir, wenn mich jemand Specki nennt und mir sagt, ich wäre zu dick. Wenn mir der Arzt rät, abzunehmen, weil meine Knie weh tun und ich weiß, dass ich niemals in den Diätwahn zurück will, obwohl es mich sehr triggert.

Denn ob ich 60, 75 oder 99 Kilo wog, ich war immer ich. Mit all meinen Fehlern und Ängsten und Nöten, aber auch der Verliebtheit, meiner Freude, Lust und Gelassenheit.

Es war immer nur die äußere Form, die sich geändert hat, innerlich war ich immer gleich, ob dick oder dünn.

Nur später halt mit gewaltiger Diätmacke.

Worauf man sich konzentriert, das wächst. Bei mir wuchs die Diätmacke und die Illusion.

Die Illusion, ich könnte durchs ab- oder zunehmen irgendwas Gravierendes in meinem Leben verändern. Wie ein Schmetterling, fressen…schlafen…fressen…schlafen…schön.

Es ist schwer, jemanden zu mögen, der sich selbst nicht mag, egal ob er dick oder dünn ist.

Ich gehe zum Beispiel immer noch nicht gerne auf große Partys, weil es mir zu viele Leute sind, es ist zu laut und entspricht nicht meiner introvertierten Natur.

Früher habe ich mir oft vorgestellt, ich wäre super schlank mit toller Figur im mega Kleid und ich gehe auf eine Party und alle Sympathien fliegen mir zu und die Männer umschwirren mich wie die Motte das Licht. Und ich sonne mich in all den Huldigungen, springe auf die Bühne und singe ein tolles Lied.

Voraussetzung dafür war immer die perfekte Figur.

Als ob ich das tun würde, scheiß auf die perfekte Figur. Ich bin introvertiert, ich möchte gar nicht von allen umschwärmt werden, das ist mir viel zu anstrengend. So viele Reize kann ich gar nicht verarbeiten.

Ich stellte mir also vor, ich wäre nicht mehr introvertiert, weil ich Menschen bewunderte, die auf alle offen zugingen und der Star jeder Party waren. Erreichen wollte ich diese Wesensänderung durch Abnehmen.

Ich halte mir gerade die Hände vor´s Auge.

Es war so viel gekoppelt an dieses „Schlank sein“. Es ging immer darum, dass ich Wesenszüge ablegen wollte oder beliebter sein wollte.

Stattdessen hätte ich mir vornehmen können, mich bewusst mit ein paar Menschen zu unterhalten, die mir am Herzen liegen und die Party zu genießen. Vielleicht hätte ich ja auch singen lernen können …lach.

Online-Dating war das allerschlimmste. Denn da geht es ja nur um Bewertung und Optik. Bis ich die Seite Rubensfan.de (unverlangte und unbezahlte Werbung) gefunden habe. Da war ich auf einmal okay so wie ich war und es kam darauf an, ob ich nett war oder nicht. Damit konnte ich punkten, ich bin nett und klug…lach. Mollig zu sein, war auf dieser Seite normal. Und ich habe in dieser Zeit total viel abgenommen, weil es irgendwie nicht mehr so wichtig war.

Worum geht es bei dir im tiefsten Herzen? Warum hast du diesen Abnehmwunsch?

Und wie könntest du dieses Ziel denn anders erreichen als über eine Änderung deiner Figur?

Ich hätte immer noch gerne etwas weniger Bauch und schlankere Beine, aber diesmal, weil mir der Bauch im Weg ist beim Turnen und weil die Beine schwerfällig sind beim Laufen.

Sport habe ich nie gerne gemacht, weil ich mich immer bewertet gefühlt habe und auch im Sportunterricht immer für etwas bewertet wurde, was ich nicht gut kann. Also habe ich mich selber gnadenlos abgewertet und für super unsportlich gehalten. Bis ich in Kur gefahren bin und dort hat es sich grundlegend geändert. Meine Liebe zur Bewegung war da und die Lösung war so einfach, wie du in diesem Artikel nachlesen kannst.

Ich liebe es heute, mich zu bewegen.

Ich gehe immer noch laufen und schaffe nun fast 5 Kilometer. Sehr, sehr langsam, aber ich mag es. Und zwar nur um der Bewegung willen, ich muss keinen Sport mehr machen, nur weil ich abnehmen möchte.

Und wenn ich keine Lust dazu habe, dann mache ich nichts. Auch nicht schlimm.

Dein Bauch schwabbelt? Die Beine sind Kartoffelstampfer mit Cellulite?

Ist dein Bauch weich? Liegen vielleicht deine Kinder gerne darauf? Mein Bruder sagte immer, Oma ist viel weicher als Mama und hat so gerne mit ihr geschmust. Sie war einfach nur mollig und meine Mutter ist sehr schlank.

Meine Beine sind Kartoffelstampfer und Cellulite haben sie auch. Aber sie tragen mich auch zuverlässig von A nach B und ich kann mit Ihnen sogar joggen. Ohne meine Beine wäre ich arm dran.

Natürlich mag ich nicht alles an meinem Körper, aber ich mag das meiste. Ich konzentriere mich auf das, was gut gelingt und versuche den „Problemzonen“ zumindest zu sagen, dass sie da sein dürfen, denn auch unvollkommenes ist wertvoll.

Und ich möchte mich schick kleiden mit Kleidung, die mir auch passt. Früher dachte ich oft, das lohnt sich nicht, weil ich werde dann ja schlank und dann passt mir das alles nicht mehr. Heute quetsche ich mich nicht mehr in etwas hinein, was mir nicht richtig passt oder hänge mir einen Kartoffelsack um, bloß damit man den Bauch nicht sieht.

Ich spare nicht mehr auf neue Garderobe, die ich mir erst dann kaufe, wenn ich die in meinem Augen perfekte Figur habe.

Ich kaufe mir schicke Sachen, die gut passen und in denen ich mich wohlfühle. Das habe ich mir verdient.

Denn ich bin gut genug, so wie ich bin und du bist das auch, mit allen Macken und auch mit Diätmacke.

Überleg mal was an dir liebenswert ist. Mache dir vielleicht eine kleine Liste und fange langsam damit an, etwas an dir zu mögen. Du wirst etwas finden, ganz sicher, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Und sollte das noch zu schwer sein, dann fange z.B. an mit einem kleinen Dankbarkeitstagebuch. Nimm dir jeden Tag 5 Minuten und notiere, was an diesem Tag gut gelaufen ist. Das nimmt den Fokus weg von den negativen Dingen.

Denn es geht nicht um perfekte Selbstliebe, sondern darum mehr Freude am Leben zu haben. Überall wird von Selbstliebe gesprochen…bla..bla…die in der Instagramform aber nicht zu einem entspannteren Leben führt, sondern nur ein weiteres, unrealistisches Ziel ist.

Ich muss mich nicht überall und immer selbst über alles lieben.

Aber ich fühle mich eindeutig wohler, wenn mein Hosenbund nicht kneift, der BH nicht einschneidet und ich frisch geduscht und wohlig duftend bin, auch mit allen Pfunden, die noch da sind.

Weil ich zu mir selber sagen kann, du bist nicht perfekt, aber du bist gut genug so wie du bist und ich mag dich.

Das hat sehr viel beigetragen zur Heilung meiner seelischen Diätmacke.

Und scheut euch nicht Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Ich bin damals zur Heilpraktikerin gegangen, weil ich eine Bekannte getroffen hatte, die mit Hilfe diese Heilpraktikerin ganz viel abgenommen hatte.

Bei mir lag die liebevolle Selbstannahme da auch nicht im Fokus, ich wollte, dass die Heilpraktikerin mir verrät, wie man dünn wird, weil ich ja immer dachte, mit mir ist was falsch.

Das war vielleicht nicht ganz die optimale Motivation…lach. Aber es war für mich ein elementarer Schritt auf dem Weg zu mehr Freude und Glück.

Und ich konnte nach so vielen Jahren, ja Jahrzehnten, endlich mit den Diäten aufhören, weil diese nicht mehr wichtig waren.

Und wenn ihr noch nach Quellen sucht, bei denen es bezahlbare Kleidung auch in großen Größen gibt (unverlangte und unbezahlte Werbung):

Sheego

Bon Prix

Ulla Popken