Wie ich die Freude an Bewegung fand…

In einem meiner letzten Artikel habe ich darüber geschrieben, dass ich unsportlich bin und das dies ein Glaubenssatz ist, der mich schon nahezu immer begleitet und mit dem ich unglücklich bin.

Ich bin ein ehrgeiziger Mensch und mache gerne Dinge gut und wenn ich etwas nicht kann, was ich gerne können möchte, dann übe ich, damit es besser wird. Beim Sport klappte das nie, ich konnte machen was ich wollte, sportlicher werden war ausgeschlossen.

Da machte es mir sofort keinen Spaß mehr, weil ich nicht vorankam und trotzdem immer die Letzte war bzw. nie so gut wie meine Freundinnen. Daraus entwickelte sich: „Ich hasse Sport“ und „ich bin unsportlich“ und daran hat sich seit der Grundschule auch nie was geändert. Bis jetzt!

Andrea ist unsportlich und mag keine Bewegung, wie immer! Sie kann nie sportlicher werden!

Letzten Monat war ich vier Wochen in Reha. Und ich habe vier Wochen den ganzen Tag Sport gemacht. Oh Gott, vier Wochen den ganzen Tag turnen…wie soll das bloß werden!! Davor hatte ich echt Bammel.

Auf meiner Liste standen Wassergymnastik, Walken, Koordinationstraining und nochmal Walken und Beckenbodentraining, Thai Chi und noch andere Trainingsstunden. Ich musste zwangsläufig sportlicher werden.

Das Grauen in Tüten bzw. auf Listen.

Erst einmal bin ich zu Hause noch einkaufen gegangen. Ich brauchte Sporthosen, noch ein paar T-Shirts, ein paar neue Walkingschuhe und ein Pfund Motivation.

Der erste Tag war noch ganz chillig, man musste ja erstmal ankommen. Die Reha Klinik in Nümbrecht liegt auf einem Hügel. Um in das kleine Städtchen zu kommen, musste ich den ganzen Hügel runter und später auch den ganzen Hügel wieder rauf laufen. Okay, es lag sehr idyllisch, ich konnte schön im Kurpark nach unten laufen und das Städtchen war wunderschön.

Ich lief direkt am ersten Abend ins Dorf runter und war aber völlig fertig, als ich oben wieder angekommen war. Mir geht total schnell die Puste aus und ich musste zweimal stehen bleiben und Pause machen. Aber die Neugier war stärker als der Schweinehund.

Am zweiten Tag stand als Erstes die Wassergymnastik auf dem Plan und da war ich noch beruhigt, denn turnen im Wasser ist nicht soooo schlimm. Das ging auch ganz gut und ich war mit Motivation dabei. Direkt danach stand Walking auf dem Programm. Da war ich auch noch nicht alarmiert, das mache ich ja öfters.

Ich durfte mir Nordic Walking Stöcke dazu nehmen und marschierte mit meiner Gruppe los. Der Weg führte von der Klinik direkt in den Kurpark und es sollte ein kleiner Rundkurs sein, maximal eine dreiviertel Stunde. Die Gruppe war altersmäßig sehr gemischt und jeder hatte sein Zipperlein. Das ist ja Rehasport und kein Wettbewerb.

Dummdi…dummdi…walk…walk….STEIGUNG! Ach du Scheiße! Da geht es echt rauf…und das über etwas länger… Keuch…Keuch…Prust…Prust…Keuch…Seitenstechen…Keuch…stehenbleiben…Luft holen…weiter…Keuch…Keuch…mich kann hier ja jeder sehen, wie peinlich…Prust…Keuch…hinter dem Busch verstecken und Luft holen…oben angekommen…und mindestens noch fünf Minuten weiter walken und keuchen, bis der Puls wieder messbar ist und ich Luft bekomme.

Und der Rundkurs bestand aus mindestens drei Runden, das hieß dreimal Hügel, dreimal kurz vor dem Erstickungstod und dreimal hinter dem Busch verstecken und Luft holen.

DAS WAR SCHRECKLICH! ICH BIN SCHRECKLICH UNSPORTLICH UND JEDER KANN ES SEHEN.

In der Gruppe war ein älterer Herr, der ging sogar mit einem Blutdruckmessgerät um den Hals mit in der Gruppe walken und kam den Hügel hoch ohne Atemnot und ohne im Gesicht völlig rot zu sein.

Ich hasse diesen Hügel…und ich möchte das so gerne auch können. Heul rum. Also nahm ich mir fest vor, dass so lange zu trainieren, bis ich den Hügel auch hochkomme, ohne dem Erstickungstod nahe zu sein. Ich hatte ja vier Wochen viel Zeit. Da war er wieder, der Ehrgeiz.

Und ich lief und lief und walkte und walkte und wie immer wurde es nicht besser. Und es machte auch überhaupt gar keinen Spaß. Immer völlig fertig, immer rotes Gesicht und nie Freude.

Wir liefen ja auch nie alleine, es war immer eine Trainerin dabei. Diese lief von Person zu Person und schaute, dass es allen gut ging und fragte zwischendurch auch Ziele und den Gesundheitszustand ab. Bei mir kam sie an, als ich gerade den Hügel hochhechelte. Das einzige, was ich noch herausbrachte war: „Bitte! Nicht! Reden!“. Sie war etwas irritiert, aber ich konnte nicht reden. Ich war viel zu beschäftigt damit, nicht zu ersticken.

Und nach zwei Wochen war mein Fortschritt null und jegliches Vorurteil war mal wieder bestätigt. Ich hatte über richtiges Atem gelesen, über Bauchatmung, alles Mögliche ausprobiert, aber es würde einfach nicht besser. Es wurde nicht besser und das war super frustrierend! Es ist so unglaublich schwer, sportlicher zu werden.

Trotzdem merkte ich, wie gut mir die viele Bewegung tat.

Es gab ja auch viele sportliche Dinge dort, die mir Spaß machen. Ich liebte die Wassergymnastik. Das war auch anstrengend, aber auch lustig. Ich ging sogar ganz freiwillig abends nochmal ins Schwimmbad. Jeden Tag stiefelte ich runter ins Dorf und wieder hinauf, hasste aber auch da meine Atemnot. Aber es fühlte sich trotzdem gut an. Nur dieser Hügel, der brach mir das Genick. Ich verzog schon das Gesicht, wenn ich Walking auf dem Plan sah.

Mein ganzer Körper war ein gepflegter Ganzkörpermuskelkater, meine Motivation auf dem Nullpunkt. Und schon wieder traf ich mich mit der Gruppe am Walking-Treffpunkt, im Herzen Leere in Erwartung der Anstrengung. Jedes Mal bekamen wir die gleiche Ansprache der Trainerin: Jeder in seinem Tempo, kein Gruppenzwang.

Und ich reihte mich ein hinter eine anderen Dame, die neu dabei war, ungefähr mein Tempo lief, auch mit Walking Stöcken. Das ging gut, ich hatte einen Pacemaker…lach. Wir kamen zu dem Hügel, innerlich verdrehte ich schon die Augen, und diese Dame lief auf einmal sehr, sehr, sehr langsam.

Ich blieb hinter ihr und lief auch sehr, sehr, sehr langsam. Ich glaube, ich bin im Leben noch nie so langsam gelaufen, schon gar nicht mit Walkingstöcken. Aber da geschah das Wunder!!! Ich kam auf einmal den Hügel herauf und ich war gut bei Puste und kein Tomatenkopf. Eifrig ging ich die Runden hinter dieser Frau her und es klappe jedes Mal. Ich war total geflasht. Es gibt gar kein Geheimnis, nur diesen einen Satz:

WENN DER WEG STEILER WIRD, DANN GEH EINFACH LANGSAMER.

Auf diese Idee bin ich gar nicht gekommen, niemals nie im Leben. Ich hatte am Hügel das gleiche Tempo drauf wie in der Ebene. Ich konnte mir das ganze Gekeuchte, Gepuste und den Tomatenkopf ersparen, indem ich einfach langsamer ging!

Und von diesem Fitnesslevel aus konnte ich versuchen, das Tempo leicht zu steigern. Und ich kam den Hügel hoch, einfach so. Sehr, sehr, sehr langsam, jedoch gleichmäßig langsam.

Ich musste mich wirklich dazu zwingen, so langsam zu gehen. Das war super ungewohnt, aber längst nicht so peinlich wie das Gehechel vorher.

Das war ein Meilenstein in meiner sportlichen Entwicklung.

Ich kann einfach noch viel langsamer gehen als ich denke, dass ich gehen müsste…lach. Jetzt machte der Satz „Jeder in seinem Tempo“ auf einmal Sinn. Auch ich kann sportlicher werden.

Und wie hirnverbohrt man sein kann, dass ich nicht von alleine einfach darauf gekommen bin. Man ist so gefangen ist seinen Glaubenssätzen, dass man diese immer wieder neu beweisen muss und die Alternativen gar nicht in Betracht gezogen werden.

Ich war für meinen geringen Fitnesslevel einfach nur viel zu schnell unterwegs.

Und deswegen konnte ich das auch nie steigern und hatte nie Erfolgserlebnisse! Chaka! Ich muss nur viel langsamer anfangen, dann stellt sich auch Erfolg ein.

Das musste in den letzten zwei Rehawochen natürlich ausgiebig getestet und bewiesen werden.

Als erstes ging ich ins Dorf und ganz, ganz langsam wieder zurück. HA! Auch das ging ohne Ateminfarkt. Also suchte ich mir weitere Hügel und Steigungen und zockelte diese ganz langsam hoch mit wachsender Begeisterung. Am letzten Kurwochenende haben mein Mann und ich eine 10 km Wanderung gemacht mit Berg und Tal und überall schlich ich in meinem sehr langsamen Tempo Steigungen entlang, aber ich empfand Freude bei der Bewegung und keinen Druck mehr.

Ich kam alle Steigungen hoch ohne Pause, nur eben sehr langsam, dafür aber gleichmäßig. Und ich lag im Endeffekt gar nicht so weit zurück. Aber das Wichtigste war der Spaß dabei.

Kurz auf die Probe gestellt wurde der Spaß an der Bewegung nur bei einem Koordinationstraining, bei dem die Mehrheit entschied, dass es doch Laune machen würde jetzt Volleyball zu spielen.

Und schon fand ich mich gedanklich in der Turnhalle meiner Schulzeit wieder und es fühlte sich auch genauso kacke an. Ich bin durchaus manchmal in der Lage, den Volleyball zu pritschen oder zu baggern, aber ganz oft mache ich eben auch nur lustige Verrenkungen und es geht daneben.

Und da merkte ich wieder ganz deutlich, dass ich an Mannschaftsport keine Freude habe. Ich möchte niemanden enttäuschen und schuld sein, dass meine Mannschaft nicht gewinnt. Dann bin ich so auf das fiese Gefühl konzentriert, dass mir die Bewegung völlig abgeht. Ich möchte mich dem nicht aussetzen.

Aber ich kann so viele tolle Dinge machen, bei denen mir das total Spaß macht, mit meinem Körper zu arbeiten.

Tanzen, Gymnastik, Wandern, Walken, Kraftsport… Als ich wieder zu Hause war, bin ich tatsächlich joggen! gegangen.

Tja, sehr, sehr, sehr langsam. Und am liebsten ohne Leute. Es ist mir immer noch etwas peinlich, wenn mich Leute sehen und ich laufe so super langsam, dass mich Frauen mit Kinderwagen beim strammen Marsch locker überholen können.

Und ich laufe…

Nicht sehr lange und abwechselnd mit walken, aber die Kombi Andrea und joggen gab es bis dato noch nie.

Wichtig daran war, dass ich das wollte. Ich wollte raus, ich wollte mich bewegen. Es war keine Qual, es war ein Bedürfnis.

Und das war neu. Mit der neuentdeckten Langsamkeit kam das Bedürfnis nach Bewegung.

Freiwillig und ohne Diätgedanken!

Vielleicht ist der Artikel euch ja Inspiration. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich auf das einfachste Mittel nicht gekommen bin .

Probiert es aus. Hier ist Schwerte gibt es einen tollen Kurs in Aquajogging. Unverbindlich und ohne Mitgliedschaft. Das liebe ich total.

Vielleicht gibt es ja in eurer Nähe ähnliche Angebote. Ich wünsche euch total viel Spaß bei der Entdeckung der Langsamkeit :).

Kann ich meinen Hunger beim Abnehmen mögen?

Hunger beim Abnehmen

Fast mein ganzes Leben lang verteufelte ich beim Abnehmen meinen Hunger. Wenn ich nicht immer Hunger hätte, dann müsste ich nicht immer essen und wenn ich nicht immer essen müsste, dann wäre ich super schlank. So spielt es sich zumindest in meiner Fantasie ab.

Inspiriert zu diesem Artikel hat mich eine Diskussion auf Facebook zu meinem Gastartikel bei kochkatastrophen über die „Nutzlosigkeit von Diäten„.

In diesem hatte ich geschrieben, dass ich weiterhin versuche „normal“ zu essen, nämlich nur dann zu essen, wenn ich Hunger habe und aufzuhören, wenn ich satt bin. Und es kam die Frage auf, was „normal essen“ denn ist und das die meisten Menschen nicht abnehmen würden, wenn sie essen würden, bis sie satt sind. Ohne Kaloriendefizit würde es nicht gehen und bei normalem Essen würde sich dieses nicht einstellen.

Aber was ist dann die Alternative? Immer hungern, immer Diät leben, wieder schwanken zwischen Kaloriendefizit und Überessen? Was passiert nach der Diät? Und so kam ich zu der Frage:

Ist Hunger beim Abnehmen vielleicht nützlich?

Ist er wirklich der Grund für mein Übergewicht? Kann ich lernen, meinem Körper und seinen Signalen wieder zu vertrauen?

Was tut mein Hunger denn? Welche Arten von Hunger gibt es denn? Und warum gibt es Menschen, die tatsächlich nur bei körperlichem Hunger essen und von Natur aus schlank sind? Was machen die anders als ich und warum können diese Menschen das so problemlos?

Ich kenne viele Leute, die nie dick waren und die essen, wenn sie sich hungrig fühlen. Die essen dann genau das, was sie essen möchten und keinen Magerquark mit Süßstoff oder ähnliche grässliche Dinge. Und diese Menschen bleiben schlank und gleichen Tage mit viel Hunger durch Tage mit wenig Hunger wieder aus. Es ist auch nicht so, dass diese Menschen immer nur und ausnahmslos „gesunde“ Lebensmittel essen und nur am Salatblatt kauen.

Was sind die Geheimnisse von natürlich schlanken Menschen?

Und kann ich das auch? Mögen diese Menschen ihren Hunger?

Wenn ich dieses schreibe, dann habe ich gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, weil es so viele Menschen auf der Welt gibt, die nicht genug zu essen haben und für die die Frage, ob sie ihren Hunger mögen, eine große Farce wäre. Denn ich lebe ja im Schlaraffenland und kann jederzeit und meistens das essen, nachdem es mich gerade gelüstet.

Hunger war bisher etwas in meinem Leben, dass unerwünscht war, weil es meine Diät torpedierte. Als unternahm ich etwas gegen den Hunger.

Folgende Maßnahmen gegen Hunger fallen mir spontan ein:

  1. Ein großes Glas Wasser vor dem Essen trinken.
  2. Eine heiße Gemüsebrühe in langsamen Schlucken trinken, um das Hungergefühl zu unterdrücken.
  3. Kapseln mit Konjakpulver nehmen, die im Magen aufquellen, um satt zu signalisieren
  4. Cefamadar als homöopathisches Mittel gegen Hunger nehmen
  5. Früchtewürfel gegen Hunger einwerfen und diese mit viel Wasser im Magen aufquellen lassen
  6. Mitte der 90er Jahre habe ich tatsächlich einen apothekenpflichtigen Appetitzügler ausprobiert, dessen Namen ich vergessen habe
  7. unglaublich viel Kaugummi kauen
  8. Zähne putzen, dann fällt es leichter nicht zu essen.
  9. 30 Liter Cola light trinken…lach…okay, vielleicht zwei

Und hat mir das alles was gebracht? Nein, hat es nicht, denn ich habe immer noch Hunger…lach. Natürlich, denn Hunger ist ein völlig natürliches Gefühl und der Körper möchte mir dadurch ja eigentlich nur mitteilen, iß was!

Das beste Mittel gegen körperlichen Hunger ist, etwas zu essen und das solange, bis ich angenehm satt bin.

Und ich esse am besten etwas, dass ich essen möchte und das ich genießen kann.

Aber das gilt für den körperlichen Hunger, den Bedarf des Körpers an der Zufuhr von Energie für den Tag. Und ich gebe meinem Körper zu essen, wenn er Hunger hat und mir das auch signalisiert. Ich kann sagen, lieber Hunger, schön das du da bist und dich meldest, denn dann schmeckt mein Essen doppelt so gut und ich ernähre dich gerne gut und natürlich. Und schön lieber Hunger, dass du wieder gehst und verschwindest, wenn ich genug gegessen habe.

Leider gibt es auch den Seh- und Dufthunger, der mit körperlichem Hunger nichts zu tun hat.

Kommt überfallartig vor Bäckereien oder wenn Kollegen Schokolade mitgebracht haben. Kann einen aber auch von der Seite anfallen, wenn es aus einer Pizzeria ganz verführerisch duftet oder das Eis beim Tanken in der Truhe hüpft und schreit: Iss mich!

Seh- und Dufthunger hat meistens mit körperlichem Hunger nichts zu tun und verschwindet auch wieder, wenn das Objekt der Begierde außer Seh- und Riechweite ist. Diesem Hunger kann man ab und zu nachgeben, aber nicht immer. Hier immer zu essen macht uns dick. Wir essen aus Gelegenheit, weil es verfügbar ist und weil es gut schmeckt, aber nicht, weil der Körper das Essen gerade braucht.

Bei Seh- und Dufthunger haben natürlich schlanke Menschen irgendwie eine natürliche Essbremse.

Weil sie aber auch genau wissen, dass sie alles essen dürfen, was sie möchten, wenn der körperliche Hunger kommt. Für mich stellten Bäckereien jahrelang eine sehr große Versuchung dar, da die Lebensmittel dort oft eine hohe Energiedichte haben und auf der „verbotenen“ Liste standen. Seitdem ich mir alles erlaube, ist der Reiz gar nicht mehr so groß. Manchmal kaufe ich sogar etwas und tue es weg für später, wenn der körperliche Hunger kommt, und dann vergesse ich die Tüte in der Handtasche und finde sie erst Abends wieder.

Und dann gibt es natürlich den Trosthunger, den Nötzhunger, den Langeweile-Hunger, den Trotzhunger und die ganzen Spielarten des emotionalen Hungers, die sich oft anfüllen wie realer, körperlicher Hunger und die so schwer davon zu unterscheiden sind. Der „Ich sitz auf der Arbeit und habe keine Lust-Hunger“, der so laut nach Schokolade als Belohnung schreit oder der „Ich sitze gemütlich im Kaffeehaus und möchte Kuchen-Hunger“, weil alle anderen essen, obwohl man selber doch pappsatt ist.

Gefühlshunger, bei dem ich versuche durch Essen Gefühle zu überdecken.

Gefühle, die ich nicht haben möchte. Situationen, in denen ich gelernt habe, das Essen mich beruhigt, mir Frieden gibt, die Gefühle abmildern und mir bessere Laune macht.

Es ist hart, auf einmal Gefühle aushalten zu müssen, die man nicht haben möchte, weil man von seinen eingefahrenen Wegen abweicht und in diesen Situationen nicht mehr ißt, obwohl man so lange Jahre damit gut gefahren ist.

Ich sitze im Büro und ärgere mich schrecklich über etwas. Ganz früher habe ich dann eine geraucht und mich aufgeregt. Heute rauche ich nicht mehr und es ist eh im Büro verboten, also esse ich. Denn das ist gesellschaftlich akzeptiert. Ich könnte mich auch ans Fenster stellen und 30x tief atmen oder 10x den Flur entlang laufen und mit den Armen rudern oder 5 Minuten auf einem Bein hüpfen. Das würde ebenso zuverlässig den Cortisolspiegel senken und den Ärger mildern, ist aber so auffällig…lach.

Essen ist unauffällig möglich und normal! Aber Gefühle wegessen ist kacke und macht dick. Also muss ich mir die Zeit nehmen und warten, bis das Gefühl weg ist. Ich brauche viel Geduld dazu und ein Gefühl auszusitzen und auszuhalten dauert viel länger, als es eben herunterzustopfen.

Wie kann ich denn nun unterscheiden, welchen Hunger ich gerade habe und wann ist essen die normale Befriedigung eines körperlichen Bedürfnisses und wann ist essen eine ungesunde Angewohnheit, der ich entsagen sollte?

Die Hungerarten unterscheiden zu lernen muss man einfach üben.

Körperlicher Hunger fühlt sich bei mir flau im Magen an, ich fühle mich etwas schlapp, es kann sein das sogar der Magen knurrt und ich werde schneller gereizt. Das ist der Moment, in dem mein Körper Nahrung möchte. Manchmal habe ich schlimmen Appetit auf Fleisch oder einen riesigen Hunger auf Nudeln oder ein Brötchen. Und manchmal eben auch auf Gemüse. Und wenn ich körperlichen Hunger habe, dann esse ich und das solange, bis ich satt bin.

Manchmal ist es dann so, dass ich sage: Leider bin ich schon satt ..lach.

Das finde ich dann voll schade, weil es so lecker schmeckt. Aber ich merke mittlerweile ganz gut, wann ich wirklich satt bin. Angenehm satt, nicht vollgestopft. Sodass ich mich nach dem Essen immer noch leicht fühle. Und ich kann mir das Begehrte ja jederzeit wieder beschaffen, ich darf ja alles essen.

Seh-und Dufthunger kann ich ganz gut unterscheiden. Da reicht es kurz achtsam innezuhalten und den Moment vorbeigehen zu lassen. Wenn es ganz arg ist, dann nehme ich mir auch manchmal etwas mit und esse es später. Oder vergesse es dann ;).

Schwierig wird es bei emotionalem Hunger oder alten Gewohnheiten, die mir einen sehr glaubhaften, körperlichen Hunger vorgaukeln können. Emotionaler Hunger sitzt bei mir oft im Hals anstatt im Magen und ich kann Gefühle, die ich nicht haben will, tatsächlich aufessen. Am besten mit Schokolade. Das ist natürlich super praktisch, dann muss ich mich nicht damit auseinandersetzen, kann in meiner Komfortzone bleiben und stopfe alles weg. Leider kriegt man davon Schwimmreifen…

Eine unpassende Angewohnheit ist auch die allabendliche Lust auf Süßigkeiten.

Immer, wenn ich die Süßigkeiten nicht essen wollte und dagegen ankämpfte, fand ich mich später damit beschäftigt nicht nur ein oder zwei Stücke, sondern die ganze Tafel Schokolade aufzumümmeln. Das war bei mir tatsächlich eine Kombination aus der verbotenen Frucht und der Gewohnheit zur Entspannung abends Süßigkeiten zu essen.

Seitdem alles erlaubt ist, esse ich ab und zu abends eine kleine Menge Süßkram und bin damit zufrieden. Das kam ganz automatisch und klappt hervorragend, hat aber ein paar Wochen gebraucht. Und irgendwann hatte ich einfach vergessen, dass ich abends Süßes wollte. Wobei ich eben auch vorher ein nahrhaftes Abendessen hatte, mit einer Speise, die ich wirklich wollte und die ich genießen konnte. Ich war satt und zufrieden.

Ich glaube, der abendliche Süßhunger kam von einem Mangel, den ich empfand, weil ich zum Abendessen nicht das gegessen habe, dass ich wirklich wollte, sondern etwas von dem ich dachte, dass ich es essen sollte. Gesund vor Genuss, Kalorienarm vor Verlangen. Und diesen Mangel musste ich mit verbotener Frucht wieder ausgleichen. Wie es mir dabei ergangen ist könnt ihr hier nachlesen.

Seitdem ich diesen Mangel nicht mehr verspüre, ist der Süßhunger nahezu weg.

Mit dem emotionalen Hunger ist es viel schwieriger und die Trampelpfade der Gewohnheit sind dort für mich schwieriger zu durchbrechen. Denn wenn man solange wie ich trainiert hat, unangenehmes schnell wegzuessen, dann fällt es schwer, der Macht der Gewohnheit zu widerstehen. Das versuche ich gerade mit Hilfe der Hypnose zu unterstützen, wie könnt ihr hier nachlesen.

Es hilft, sich aufmerksam zu beobachten und zu fragen, warum ist der Essensdrang jetzt so groß, obwohl keine Anzeichen für körperlichen Hunger da sind. Und manchmal muss ich einfach Geduld haben und warten, bis ich es verstehe. Und mich und meine Bedürfnisse hinterfragen und mir dann auf andere Weise etwas Gutes tun.

Ich glaube das „Warten können“ und „Geduld haben“, die Schlüssel sind, um seinen Hunger zu mögen und sich damit zu versöhnen.

Noch etwas warten, bis man wirklich körperlichen Hunger hat.

Geduld haben und warten, bis man sein Gefühl, das den emotionalen Hunger auslöst, versteht und Abhilfe anderer Art schaffen kann.

Abwarten, ob man wirklich Hunger hat oder ob es Seh- und Dufthunger ist.

Ich glaube, ich bin so daran gewöhnt Situationen zu analysieren und schnell Abhilfe zu schaffen, dass ich das Warten und die Geduld inkl. der Achtsamkeit einfach aus meinem Leben verbannt hatte. Ebenso dem Körper zuzuhören, der weiß, was mir gut tut.

Deswegen werde ich versuchen, meinen Hunger zu mögen, ihm Respekt zu zollen und darauf vertrauen, dass er und mein Körper weiß, wann und in welcher Menge ich Nahrung benötige. Denn kein Tag ist gleich.

Könnt ihr euch vorstellen, das Geduld und Warten und seinen eigenen Hunger mögen etwas in eurem Eßverhalten verändern könnte?

Mit Hypnose lernen natürlich zu essen?

Immer von neuem Diät zu halten ist auf Dauer ziemlich nutzlos, wie ich im Leben und an meinem eigenen Körper über die Jahre eindrucksvoll bewiesen habe.

Egal welche Diät, egal welche Kostform, egal welches Kaloriendefizit, es funktioniert auch bei mir immer und ich nehme ab. Genauso zuverlässig nehme ich aber nach dem Ende der Diät wieder zu. (wenn ihr mehr wissen wollt…).

Im Moment bin ich sehr glücklich darüber, langsam ein natürliches Essverhalten zurückzuerlangen. Essen, wenn ich Hunger habe, aufhören, wenn ich satt bin. Jedoch wenn man wie ich nahezu 30 Jahre in der Spirale aus Diät und Überessen und wieder Diät gefangen war, dann dauert das wirklich lange. Leider ist das kein Spaziergang und ich nehme damit momentan auch nicht ab. Aber ich nehme auch nicht zu! Und das war Ziel Nummer eins.

Essen ohne sich zu beschränken und trotzdem nicht mehr zuzunehmen. Ein absolut natürliches Essverhalten, das ist mein Traum.

Aber auch hier tun sich Stolpersteine auf, die ich oft genug nicht alleine auflösen kann. Ich esse und ich merke, dass ich satt bin. Aber ich esse weiter. Nur noch ein kleines bißchen…ein Häppchen. Lang nicht mehr so viel, bis ich vollgestopft bin, nur ein kleines bißchen noch. Obwohl ich vorher hätte aufhören können und es auch wahrgenommen habe.

Und wenn dann noch beruflich wieder der mega Stress über mich hereinbricht und ich denke, ich müsste alles bewältigen und ich wäre nur gut genug, wenn ich wirklich alles schaffe, egal wie viel es ist, dann beruhigt mich Schokolade. Gefällig sein, Angst zu haben weniger wert zu sein, wenn man nicht alles schafft, immer in dem Bewußtsein, das meine eigene Messlatte auch super hoch liegt!

Dann überschlage ich im Geist wieder Kalorien und überlege, wie schlimm das jetzt war und ob ich nicht doch wieder zu dein Weight Watchers muss. Und schon stecke ich wieder fest in der Diätmentalität. Und das passiert immer wieder oder besser gesagt, immer noch.

Warum esse ich denn, obwohl ich keinen Hunger habe?

Dem wollte ich auf den Grund gehen. Denn das ist ja kein logisches Verhalten.

Also tat ich mal was anderes. Ich ging zur Hypnose.

So eine richtige Erwartungshaltung hatte ich nicht. Ich dachte, dass mir gegebenenfalls etwas in Hypnose suggeriert wird alá „ Du wirst dünn, Essen schmeckt nicht mehr“ oder so ein Hokuspokus. Da stand Hypnose „ auch zum Abnehmen“. Beim Preis musste ich schlucken, das ist kein günstiges Vergnügen. Aber ich teste gerne neue Dinge, also ging ich mit offenem Herzen und gespannter Erwartung zum ersten Termin.

Aber da wurde ich ganz schnell eines Besseren belehrt. Es ging in keinster Weise darum meinem Unterbewußtsein etwas suggerieren oder Glaubenssätze in Hypnose zu verändern, sondern es geht darum, zu erkennen, warum ich das emotionale Essen brauche und was heilen muss, um damit aufzuhören. Emotionales Essen entsteht aus einer seelischen Not heraus und lindert Schmerz und Angst.

Denn nichts anderes ist es, wenn man ohne Hunger isst. Emotionales Essen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Angst, Langeweile, Belohnung, Einsamkeit…das ist so individuell und verschieden, aber das Essen erweist sich als zuverlässiger Seelentröster und immer verfügbarer Freund.

Die erste Hypnose Sitzung fand ich tatsächlich furchtbar.

Hypnose entspannt nach meinem Verständnis das Bewußtsein, so dass man leichteren Zugang zum Unterbewußtsein erhält und sich auf sein Inneres fokussieren kann. Ich bin dabei trotzdem „wach“, jedoch wirklich tiefen entspannt.

Also stand ich auf meiner Zauberwiese und suchte nach einer Person, die mir helfen könnte und die Person, die auf mich zu kam, war meine verstorbene Oma. Also habe ich in meiner ersten Sitzung die ganze Zeit nur geheult, weil es sich so real anfühlte.

Oma nahm mich in den Arm und sagte mir, Kind, alles ist gut. Du bist mir so ähnlich und das ist manchmal für alle anderen schwer zu verstehen. Wir wirken nach außen hin so stark und unbeugsam, so dass sich nur wenige Leute vorstellen können, dass wir innerlich sehr verletzlich und oft auch unsicher sind.

Und ich hatte jetzt einige Sitzungen, die sich mit ähnlichen Themen befassten. Was macht mir Angst? Warum bringt mich das zum Essen und warum ist es oft zu schwer, eigene Wünsche zu artikulieren, ohne das mich die Angst vor Ablehnung verfolgt? Warum ist es für mich so schlimm zu akzeptieren, dass ich manchmal etwas nicht kann?

Guten Tag, ich bin Andrea und ich bin unsportlich!

Das war einer von diesen Sätzen, an denen ich herumkaue. Denn das ist absolut wahr. Ich bin unkoordinierter als z.B. früher meine Klassenkameraden. Ich war der als „Letzte auf der Bank Hocker“, den keiner in der Mannschaft wollte. Früher fand ich das total gemein und fühlte mich ausgeschlossen. Aber es hat ja mit Sympathie oder mögen absolut gar nichts zu tun. Ich bin einfach unsportlich, kriege den Ball eher ins Gesicht als in den Korb und lege mich eher auf die Nase als über einen Kasten zu hocken. Und das wird mit gaaaanz viel üben etwas besser, aber es wird nie gut.

Ich bin in vielen sportlichen Sachen auf einer Skala von -9 bis +9 eine -5. Und wenn ich gaaaaanz viel übe, dann werde ich vielleicht mit sehr viel Mühe besser. Vielleicht arbeite ich mich hoch auf eine -1. Oder wenn es super läuft, werde ich eine sportliche Null.

Toll!

Und jetzt weiß ich, dass ich mich schon seit meinen Kindertagen ganz schlimm dafür schäme, dass ich unsportlich bin.

Egal wie schlau ich bin und egal ob ich einen Blog programmieren kann oder was ich sonst noch alles gut kann. Das was ich nicht gut kann wiegt schwerer. Scham bringt mich zum Essen.

Und so stieß ich während der Hypnose immer wieder auf Eigenschaften, für die ich mich schäme. Zeitgleich las ich im Buch von Oliva Wollinger „Essanfälle ade“ etwas über toxische Scham.

Toxische Scham bedeutet, dass man sich für das schämt, was sein eigenes elementares Wesen ausmacht.

Scham ist ja eine gesunde Emotion und hält einen davon ab, ganz beknackte Dinge zu tun, wie auf der Hauptstraße nackt die Straße zu fegen und dabei Lieder von Marianne Rosenberg zu singen. Dies bezieht sich auf eine Handlung, etwas das man tut.

Toxische Scham bezieht sich darauf, wer man ist!

Während einer Hypnose-Sitzung versuchten wir, ein Gefühl aufzulösen, dass oberflächig ein Schuldgefühl war. Mir wurde aber bewußt, dass dies so nicht klappen wird und kam auch an dem Punkt nicht weiter. Es dauerte ein paar Tage, bis ich mir aufging, dass es eben kein Schuldgefühl über etwas war, das ich getan hatte, sondern ein Schamgefühl über eine meiner elementaren Eigenschaften.

Ich bin ein ehrlicher und sehr direkter Mensch!

Das war ich schon als kleines Kind. Ich kann in den meisten Fällen sehr gut wahrnehmen, was ich gerade brauche oder möchte. Oder wenn jemand versucht mich zu manipulieren oder mir seinen Willen aufzuzwingen, dann nahm ich das nicht hin, sondern diskutierte. Und wenn mir jemand sagt, der Apfel ist lila, dann wird er noch lange nicht lila, egal wie oft mein Gegenüber es behauptet. Mein Apfel bleibt grün, sofern ich ganz fest davon überzeugt bin.

Mir fiel z.B. eine Episode aus dem Kindergarten wieder ein, so 42 Jahre her…(Ich bin alt…lach). Die Leiterin war eine körperlich sehr beeindruckende Nonne mit riesiger Brille und gaaanz großen Augen. Und sie war kein netter Mensch. Ich ging an einem Regal vorbei aus dem Kind x gerade eine riesige Kiste Lego heruntergeworfen hatte. Die Nonne rauschte heran und sagte zu mir: „HEB DAS AUF! Und ich sagte, Warum? Ich habe es nicht herunter geworfen! HEB DAS SOFORT AUF! Nein, ich will nicht, weil Kind x schon die ganze Woche gemein zu mir war und ich das nicht einsehe, dass ich jetzt helfen soll!“ Im Endeffekt bekam ich die Strafpredigt und eine saftige Strafe obendrein. Und ich schämte mich ganz schrecklich dafür, dass ich nicht direkt geholfen hatte und fühlte mich aber auch gleichzeitig im Recht, weil ich absolut nicht helfen wollte. Nicht dem anderen Kind, dass bei allem immer das leuchtende Vorbild war und ganz nebenbei ein ganzes Jahr älter als ich. Diesen Konflikt in mir konnte ich aber nicht lösen.

Und so gibt es ganz viele Beispiele, in denen meine Ehrlichkeit und Gradlinigkeit mir Ärger einbrachte. Damals noch Kind verstand ich nicht, warum das so ist und lernte mit der Zeit:

Bist du ehrlich und gradlinig, dann garantiert das Ärger. Mit dir ist irgendwas falsch.

Heute würde ich, wenn ich solche Situationen von außen betrachten würde, den Eltern raten ihr Kind in diesen eigentlich guten Eigenschaften zu bestärken, aber gekoppelt an die Bitte: „Lehrt eurem Kind die Kunst der Diplomatie“. Euer Kind hat eine große Fresse, es muss lernen andere Menschen damit nicht zu verletzen. Und trotzdem muss es keine Angst haben nicht mehr geliebt zu werden, wenn es nicht lassen kann, seine eigene, persönliche Wahrheit zu vertreten und zu verkünden.

Oder ich erinnerte mich an eine Situation mit meiner Omi, der andere Zweig der Familie. Wir waren im Garten und mein Opa machte Fotos und meine Omi sagte zu mir: „Geh weg, du versaust immer das Bild“. Ich habe mich noch ein paar Stunden mit diesem Satz herumgeplagt und habe dann beim Abschied zu meiner Omi gesagt: Weißt du Omi, deine Visage sieht auf einem Bild auch nicht besser aus!“. Und prompt gab es einen Mega Familieneklat inkl. monatelange Funkstille zu Omi und Opa.

Und ich war schuld. Ich hatte den bösen Satz gesagt und jetzt gab es mega Ärger.

Heute denke ich, dass meine Omi mir damit sagen wollte, dass ich immer Fratzen schneide. Damals war Bildentwicklung teuer und 20 Bilder, auf denen ich Fratzen schneide, wären wirklich rausgeworfenes Geld gewesen. Denn ich war wirklich ein fratzenschneidender Fotobomber…lach…

Hängen geblieben ist damals, du bist hässlich!

Ehrlichkeit ist falsch, Geradlinigkeit ist falsch und jetzt war ich noch zu hässlich für ein Foto und unsportlich sowieso. Dass Konflikte ganz normal sind und man diese z.B. durch einen runden Tisch hätte lösen können, dass gab es damals in unserer Welt noch nicht. Da gab es beleidigtes Schweigen, Informationen aus dritter Hand und Schuldzuweisungen.

In der Zeit zwischen den Sitzungen hatte ich auf einmal mehrfach Erinnerungen an frühere Begebenheiten, in denen ich selber meine Geradlinigkeit als schlechte Eigenschaft eingestuft hatte. So aus der Ferne betrachtet waren aber oft nur meine Mitmenschen unsensibel und gemein und der Anspruch an mich war eher, alles hinzunehmen und keinen Ärger zu machen.

Dazu kommt, dass ich ein introvertierter Mensch bin. Ich bin weder still noch leise, sondern oft laut mit großer Fresse, aber ich brauche meine Rückzugphasen, in denen ich alleine mein Ding mache und meine Gedanken sortiere. Gerade wenn viele Menschen über viele Stunden in einem Raum sind, dann wird mir das schnell zu viel. Dann ziehe ich mich zurück und komme ein wenig zur Ruhe. Ich mag lieber das Zwiegespräch, als riesige gesellige Runden. Das führt in einer lauten, lärmenden Welt, in der die Extrovertierten die Macher sind, oft zu Missverständnissen.

Jetzt war ich also falsch in meiner Ehrlichkeit, Gradlinigkeit, hässlich, unsportlich und auch noch ein wenig merkwürdig.

Alles Eigenschaften, die ich an mir auf einmal blöd fand und für die ich begann, mich zu schämen. Ich verstummte regelrecht, hörte auf meine Bedürfnisse zu äußern und meine Meinung zu sagen und begann zu essen. Mehr als mir gut tat. Das Essen war Beruhigung, Belohnung und Trotz und auf einmal ein Problem.

Gleichzeitig versuchte ich, gegen das daraus resultierenden Übergewicht anzukämpfen. Dabei wollte ich nicht nur dünner sein, sondern durch das Abnehmen beliebter und ein besserer Mensch werden.

Denn wenn ich schlank bin, dann bin ich ein besserer Mensch und dann kann ich es mir vielleicht wieder erlauben, zu sagen was ich denke.

Was ich aber dabei ja nie abnehmen konnte war die ganze Zeit die Scham, die ich über meine vermeintlich schlechten Eigenschaften empfand. Eigenschaften, die zu mir gehören, egal ob ich ein Elefant bin oder ein Spargel.

So wie ich bin, bin ich nicht okay. Also bestrafe und belohne und beruhige ich mich mit Essen. Jetzt bin ich fett, also noch weniger okay, also bestrafe und beruhige ich mich mit Essensentzug. Jetzt bin ich dünn, aber immer noch nicht okay, also bestrafe und belohne und beruhige ich mich mit Essen. usw.

Schon irgendwie verrückt, oder? Aber Hypnose hilft mir, ein natürliche Essverhalten wieder zu erlangen!

Man sagt, man wird von der Zukunft gezogen und nicht von der Vergangenheit getrieben. Ich kann dem nur bedingt zustimmen, denn die Wurzeln und Glaubenssätze der Vergangenheit wirken auch in der Gegenwart immer noch sehr stark.

Deswegen finde ich die Hypnose klasse, da ich einfach so viele Dinge erkannt habe und diese für mich lösen kann.

Ehrlichkeit ist eine gute Eigenschaft, jedoch kein Freifahrsschein, um jedem alles an den Kopf zu werfen. Ich übe mich in Diplomatie. Selbst auferlegtes Schweigen verlagert so viele Gefühle ins Innere, die dann gerne mit Überessen getötet werden, da die Gefühle ungesagt im Inneren nur schwer auszuhalten sind.

Gradlinigkeit ist eine gute Eigenschaft. Auch wenn Sie einen manchmal in Schwierigkeiten bringt, lerne ich dies an mir zu schätzen. Denn Konflikte sind normal und wird es immer geben. Ich habe sehr gute Konfliktlösungsstrategien erlernt im Laufe der letzten 30 Jahre.

Ich bin unsportlich. Ja, das ist so. Aber andere Menschen sind unmusikalisch, unbegabt in Sprachen oder ähnliches. Das ist kein Beinbruch…

Ich bin ein Fotobomber und schneide Fratzen. Ja bin ich…lach. Sehr zu meinem Vergnügen.

Introvertiertheit ist ein Wesenszug und kein Makel.

Sich selber so zu reflektieren erfordert Mut und diesen Artikel zu schreiben auch. Aber ich kann noch 100 Jahre üben nur zu Essen, wenn ich körperlichen Hunger habe, wenn ich eigentlich essen will, weil ich nicht den Mut habe meine Meinung zu sagen und die Angst herunterstopfe. Oder die Scham, wenn ich doch meine Meinung gesagt habe und die Reaktionen darauf nicht freundlich waren.

Oder wenn ich esse, weil ich mich überfordert fühle, aber nichts sage, damit niemand merkt, das ich auch nur ein Mensch bin…lach.

Also scheiße ich auf die Scham. Nicht immer, aber immer öfter!

Und ich frage mich beim Essen nun oft, ob mir das jetzt tatsächlich guttut und ob es sich körperlich gut anfühlt. Macht es mich satt und fühlt es sich angenehm an? Fühle ich mich bequem mit diesem Essen? Oder bekomme ich Bauchgrimmen? Suppenkoma? Mich interessiert, ob es mir damit gut geht. Die Zeit der Bestrafung ist vorbei!

Kennt ihr dieses Gefühl der Scham für einen eurer elementaren Wesenszüge? Nicht für etwas, das man getan hat? Ich glaube, dass es bei vielen Menschen dazu führt, mehr zu essen als für den eigenen Körper gut wäre.

Hier sind noch zwei gute Artikel zur Scham:



Was ist normales Essen? Intuitiv? Emotional?

TIer isst

In den ersten Artikeln der A-Methode habe ich das getan, was ich am besten kann. Ich kann hervorragend recherchieren, kann Fakten zusammentragen und auswerten und Schlussfolgerungen ziehen.

Also habe ich die Glaubwürdigkeit von Kalorien und die Messmethode untersucht. Ich habe Grundumsatz-, Leistungsumsatz und den Jojo-Effekt untersucht. Ich habe mir verschiedene Diätformen angesehen, von denen ich die meisten ausprobiert habe und meine Einschätzung dazu geben.

Und ich habe Rezepte entfettet, kalorienärmer gemacht und so verändert, dass ich sie gut genug für eine gesunde Ernährung hielt und nach dem Königsweg gesucht.
Und ich hatte zwischendurch immer Heißhungerattacken, lungerte vor der Süßigkeitenschublade herum und aß manchmal eine Tafel Schokolade auf einmal und fühlte mich schlecht. Noch nicht mal das schlechte Gewissen war es, dass mich plagte. Mir war wirklich körperlich schlecht. Regelrecht überfressen.

Mein letzter Artikel ist ja schon eine Weile her. Im September lag ich auf Mallorca mit Laptop am Pool und hatte endlich Zeit für ein paar klare Gedanken. Denn der Leitsatz der A-Methode ist ja, wenn man immer nur das Gleiche tut, dann bekommt man immer nur das gleiche Ergebnis und ich renne seit 33 Jahren von einer Kostform zur anderen und von schlank zu dick und wieder zurück.

Ich kann mit Diäten toll abnehmen und sobald ich aufhöre, ist es wie Rudern gegen den Strom. Ich treibe zurück.

Ein paar sehr nette Menschen erinnerten mich daraufhin wieder an das intuitive Essen. Und ich musste nur an den Schrank gehen und mal in meinen 100 Diät-Büchern stöbern und ich fand: „Übergewicht und seine seelischen Ursachen von Doris Wolf“, „Essen als Ersatz von Geneen Roth“, „Die Frau, die im Mondlicht aß“ und noch zwei andere Bücher zu dem Thema.

Alle Bücher lagen schon seit 15! Jahren hier rum, gelesen und ausprobiert und wieder in den Schrank gelegt. Und weil ich noch nicht genug Literatur hatte, kaufte ich mir noch „Intuitiv Abnehmen von Elyse Resch und Evelyn Tribole“. Ach ja und den „Ernährungskompass von Bas Kast“ 😉. Ach ja² und als Hörspiel „Essanfälle adé von Oliva Wollinger“. Und ein paar der Podcast Folgen von Mareike Awe von Intueat habe ich auch gehört…lach.

Der Ernährungskompass kann noch ein paar Jahre im Schrank bleiben. Ich habe ihn gelesen, aber ich möchte momentan keine Ratschläge mehr, was ich Essen soll. Auch nicht um 100 Jahre alt zu werden. Dann bin ich 100 Jahre alt und keiner von der Familie ist mehr da…super.
Ich nahm mir das „Intuitiv abnehmen“ vor und der erste Ratschlag lautete: Nie wieder Diät!

Musik in meinen Ohren! Nie wieder Diät! Ich esse intuitiv!

Was würde ich auf einmal für Zeitreserven haben? Nicht mehr genau planen was man wann wo isst. Einfach alles einkaufen, auf das ich Lust habe. Nutella-Brote mit Butter drunter!!!!!

Oh Gott, ich werde noch fetter!

Aber ich wollte ja unbedingt was anderes ausprobieren. Normales Essverhalten. Essen bis ich satt bin. Dann essen, wenn ich Hunger habe und nicht wenn Essenszeit war. Das Essen essen, auf das ich Lust hatte.

Und ich hatte echt Angst.

Denn ich kannte das ja schon. Ich hungerte und ich aß, ich hungerte und aß und immer wenn ich aß, war ich anschließend fetter und hungerte wieder.
Und jetzt sollte ich essen, und zwar immer dann, wenn ich Hunger hatte! Wie kam ich gegen den Gedanken an, dass ich anschließend wieder fett wäre, aber niemals mehr eine Diät machen sollte.

Leute, das erfordert Mut!

Ich bin also in den Supermarkt, zwar mit Zettel, aber ich wollte auch das kaufen, auf das ich Appetit hatte. Also landeten im Einkaufwagen neben meinen den Dingen auf meinem Zettel eine Flasche Cola, Schokolade und fettige Wurst. Salami …leckere, lang entbehrte Salami. Und ein toller Käse. Und NUTELLA!
Das war sehr aufregend. Die Regale abzulaufen und zu denken, ich darf das alles essen. Ich kann mir alles kaufen, was ich will. Echt alles. Und ich lese kein Etikett und ich darf das essen, wenn ich HUNGER darauf habe. Andrea im Schlaraffenland.

Und als ich zu Hause war, habe ich eine Suppe gekocht, mit METTWURST.

METTWURST ist für mich einer der schlimmsten Kalorienbomben überhaupt. Jahrelang habe ich Suppe gekocht mit fettarmen Geflügelwürstchen und ich habe sogar behauptet, dass ich gar keine Mettwurst mag. Die kriegte nur der Mann, extra in seinen Teller. Eine kleine Stimme in meinem Kopf sagte mir, dass ich das früher gerne gegessen habe, ich hatte es einfach nur verdrängt.
Als die Suppe dann fertig war, haben wir uns gemeinsam an den Tisch gesetzt und gegessen und, was soll ich sagen, es schmeckte herrlich. Ich schwelgte in warmer Suppe und herzhafter Wurst und als ich satt (!) war, fühlte ich mich gut.

Das war vor 6 Monaten.

Ich habe richtig viel Schokolade gegessen, ich habe eine Party gefeiert mit Nutellabrot mit Butter drunter (hatte meine Mutter mir als Kind verboten), es gab Chips und in Olivenöl gebratene Nudeln mit Lachs, Schweinefilet im Speckmantel, leckere Soße mit Kochsahne, Cola, Saftschorle und dabei nur eine einzige Regel:

Iss, wenn du Hunger hast und höre auf, wenn du satt bist.

Das ist total schwer. Denn wann habe ich denn Hunger? Und wie fühlt sich richtig satt an? Überfressen und Völlegefühl kenne ich. Heißhunger und mega Hunger auch.
Wie unterscheide ich richtigen, körperlichen Hunger und Appetit?
Wie kann ich bei einem mega leckeren Essen aufhören, bevor nicht alles weg ist?
Das ist ein steiniger Weg und er ist beschwerlich.
Ich muss viele Dinge neu lernen, die kleine Kinder ganz intuitiv können und ich nicht. Das habe ich mir in den 33 Jahren Diät so was von abtrainiert, das ist eine wahre Herausforderung.
Deswegen habe ich auch so lange nichts mehr geschrieben, denn ich könnte ja scheitern und scheitern bedeutet sich schämen und wer will das schon öffentlich?

Was, die weiß nicht wie man einfach normal isst und aufhört, wenn man satt ist?
Nein, sorry, keine Ahnung. Ich übe das noch.

Aber ich kann nach 6 Monaten ein Fazit ziehen:

Es ist möglich!
Ich habe ja keine Waage mehr, die hatte ich schon vorher entsorgt, weil ich mich nicht mehr dem Diktat der Zahl aussetzen wollte, also habe ich keinen objektiven Beweis.
Aber ich habe jetzt 6 Monate gegessen, was ich wollte, wann ich wollte und immer wenn ich Hunger hatte.

Ich habe versucht aufzuhören zu essen, wenn ich satt war.
Und ich habe nicht oder nur wenig zugenommen. Und wenn ich ein wenig zugenommen hatte, dann hat sich das in den Wochen darauf von alleine reguliert!!!

VON ALLEINE REGULIERT!!!!!

Leute, das ist für mich ein Meilenstein weg aus der Diätensucht. Meine Hosen passen mir noch und mein Gesicht sieht sogar dünner aus.

Ich esse immer noch viel und es fällt mir immer noch schwer, körperlichen und emotionalen Hunger auseinander zu halten. Zu beidem werde ich noch eigene Artikel schreiben als Anregung für euch und als Erklärung, wie man beides auseinanderhalten kann.

33 Jahre werden nicht in 6 Monaten wieder gut.

Aber ich kann essen und mich frei fühlen, ohne dass ich meine Klamotten 2–3 Nummern größer kaufen muss.
Es darf Schokolade im Haus sein und ich muss diese nicht essen. Ich kann an der Schublade vorbeigehen, ohne dass ich mich daran vorbei schleichen muss. Es ist einfach nicht mehr so spannend. Mir kommt es einfach gar nicht mehr in den Sinn, dass da Schokolade drin ist!

Zum Valentinstag habe ich eine Schachtel meiner Lieblingspralinen geschenkt bekommen und die ist immer noch mehr als halb voll. Es ist der 03.03.19 …lach. Früher hätte diese keine 3 Tage überlebt mit vielen Kämpfen mit mir und herumschleichen um die Schublade.

Heute esse ich ein oder zwei Stück und das reicht.

Wir haben von einer Party noch Chips im Schrank. Die Party war im Januar und die Chips sind immer noch im Schrank.
Und ich darf das alles essen, wenn ich Hunger habe. Und in den ersten zwei,drei Monaten habe ich ganz viel davon gegessen und manchmal mal war mir schlecht. Das waren wahrscheinlich nicht die gesündesten Monate meines Lebens, aber auch das hat sich reguliert.
Irgendwann hat es einfach aufgehört, da ich ja weiß, dass ich essen darf, wenn ich Hunger habe und wenn ich dann eben Schokolade will, dann esse ich Schokolade oder alles andere, auf das ich Appetit habe.
Ich esse bedeutend weniger Obst, dafür bedeutend mehr Gemüse, weil ich ja ein schönes Sößchen dazu machen kann und das Obst auch immer mehr oder weniger erzwungen war. Und ich merke recht deutlich, wann ich satt bin. Zumindest bei echten Lebensmitteln.

Zu Hause funktioniert das super.

Wenn ich sehr unter Druck gerate, dann kann es sein, dass das alte Muster noch stärker ist und wenn dann Süßigkeiten in greifbarer Nähe sind, dann kann es leicht passieren, dass dieser Druck wieder herunter gestopft werden muss. Das passiert gelegentlich auf der Arbeit.

Und wenn es passiert, dann ist es emotionales Essen in Reinkultur!

Auch wenn ich industrielle Fettbomben esse, dann wird die Satt-Regulation schnell außer Kraft gesetzt. Das muss ich noch erforschen.

Und trotzdem fehlt noch ein Baustein, denn ich will ja abnehmen. Gewicht halten ist schon mega, aber da geht noch was. Um dem auf die Spur zu kommen, gehe ich seit ein paar Monaten einmal im Monat zur Hypnose, denn mein Unterbewusstsein hat bestimmt spannende Dinge zu erzählen. Aber davon erzähle ich euch im nächsten Artikel.

Von der Seligkeit des Überessens…

Tiger, vollgefressen

Im letzten Artikel habe ich euch von der Befreiung durch das Joch der Waage erzählt.

Zeit für ein Fazit.

Ich habe nicht zugenommen und das finde ich mega.

Naja, werden einige denken, das ist ja nichts besonders. Doch, sage ich, für mich ist es das.

Ich habe alles gegessen, dass ich essen wollte und dann wann ich es wollte und so lange, wie ich es wollte. Dazu habe ich etliche der Postcastfolgen von Mareike Awe zum intuitiven Essen gehört und meine eigene Diätmentalität hinterfragt. Abgenommen habe ich nix…lach.

Trotzdem finde ich mein Experiment erfolgreich, wenn ich an meine bisherige Historie denke.

Erste Diät mit 13, mehrfach über 25 Kilo abgenommen und immer alles und noch mehr wieder zugenommen.  Hier könnt ihr meine Diätkarriere nochmal nachlesen. Zwischendurch habe ich immer frustriert alles wieder sein gelassen und ab und an auch aufgehört mich zu wiegen.

Und ich muss dann über mich selber den Kopf schütteln und meine Intelligenz in Frage stellen!

Warum wählt man für eine recht aussichtslose Sache immer wieder den gleichen Weg?

Und das seit 33 Jahren, nur mit leicht geänderter Besetzung?

Ich halte mich selbst für ein recht schlaues Wesen. Und ich dachte, ich merke sonst recht schnell, wenn ich auf einem Weg nicht weiterkomme und versuche dann, einen anderen Weg einzuschlagen. Nur wenn es um mein Gewicht geht, scheine ich total verbohrt zu sein.

Gerade stelle ich mir vor, ich möchte ein Hindernis überwinden. Ich möchte über einen großen Kasten hüpfen und als Hilfsmittel habe ich ein kleines Sprungbrett.

Also nehme ich Anlauf, ab auf das Sprungbrett, Beine hoch…und selig fliegend lande ich oben auf dem Kasten, mit dem Bauch und zappel wie ein großer Käfer.

Hm, das ist aber blöd, ich möchte ja über den Kasten hüpfen. Also denke ich nach und komme auf die Idee, dass es bestimmt an meinem blauen Sportdress liegt. Also wenn es mit dem blauen nicht klappt, dann nehm ich halt das rote Oberteil. Mit dem roten Oberteil klappt es bestimmt. Und wenn es damit nicht klappt, dann ziehe ich halt das grüne Oberteil an und probiere es damit.

So kaufe ich im Laufe der Jahre 15 verschiedene Oberteile und bin schon ganz verzweifelt, da ich immer noch nicht über den Kasten hüpfen kann und doch schon so viel Geld für Oberteile ausgegeben habe. Irgendwann muss noch die Farbe meiner Sportbekleidung Einfluß darauf haben, so dass ich mit Leichtigkeit über den Kasten komme.

Also sind es vielleicht doch meine Schuhe, die Einfluß haben. Also kaufe ich mir Einlagen mit Sprungfedern. Die tun zwar etwas weh, weil sie nicht so bequem sind, aber ich komme nun zumindest schon mit den Knien auf den Kasten. Ein Erfolgserlebnis.

Nach dem das mehrfach geklappt hat, denke ich noch weiter und kaufe mir Einlagen mit Spikes innen. Darauf kann man kaum laufen, weil es so weh tut, aber der Erfolg ist mega. Ich laufe und es ist super unangenehm und weil es auf dem Sprungbrett so richtig weh tut, springe ich vor lauter Schmerz super hoch und direkt über den Kasten. Wow, das ist so toll. Ich lande auf der anderen Seite und ich bin stolz und glücklich. ICH, wirklich ICH, bin über den Kasten gekommen. Meine Füße bluten und schmerzen, aber ICH bin über den Kasten gekommen.

Das mache ich noch ein paar Mal, aber irgendwann überwiegen die schmerzenden Füße den Stolz des Kastenüberhüpfens und vielleicht klappt es jetzt ja auch mit den Sprungfedern. Leider nicht, ich hocke wieder oben drauf und denken, hm, welche Farbe hatte denn mein Oberteil letztes Mal?

Ich könnte ja doch mal wieder probieren ob nicht ein pinkes Oberteil den gleichen Effekt hätte.

Und prompt stehe ich wieder vor dem unüberwindbaren Kasten, habe weitere 15 Oberteile gekauft, die alle nichts gebracht haben und schiele nach ein paar Monaten auf die Schuhe mit Spikes, die meine Füße ruinieren.

DAS WÜRDE DOCH KEIN NORMALER MENSCH TUN, oder?

Jeder würde sagen, mache doch einfach den Kasten niedriger und übe erst einmal mit weniger Höhe und steigere dich nach und nach. Oder hol dir ein stärkeres Sprungbrett!

Aber genau das tue ich mit Diät nicht.

Ich bin zu dick, also mache ich FDH. Wow, das hilft, aber ich habe immer Hunger. Also esse ich irgendwann wieder normal und alle Kilos kommen wieder.

Dann bin ich wieder zu dick und mache Kalorienzählen, aber ich habe immer Hunger. Also esse ich irgendwann wieder normal und alle Kilos kommen wieder.

Dann bin ich wieder zu dick und mache Weight Watchers. Da habe ich keinen Hunger, aber ich träume von Pizza und Kuchen und Chips und ständig läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Ich nehme mega viel und toll ab und bin ganz stolz, aber mein Hunger ist völlig außer Kontrolle und dazu bin ich schlecht gelaunt und irgendwann höre ich auf Punkte zu zählen und mich zu wiegen und ich nehme alles und mehr wieder zu.

Dann bin ich wieder zu dick!

Und wenn ich wieder dick bin, dann mache ich wieder Diät. Aber diesmal Low Carb, denn das ist ja was anderes!

Und das ist gesellschaftlich anerkannt und jeder findet es normal. Niemand sagt, eh die ist doch bekloppt. Alle paar Jahre stolz auf blutige Füße wegen Schuhen mit Spikes und dann doch wieder darauf schielen, ob es mit farbigen Oberteilen nicht einfacher geht.

In diesem Artikel habe ich erklärt, warum nahezu jede Diät funktioniert, solange man Sie macht. Hört man damit auf, treibt man zurück. Deswegen war auch das erste, das mir zur A-Methode eingefallen ist, Kalorienzählen…lach…

Und nach 33 Jahren ist es ja wohl Zeit einzusehen, dass ich mit einer Diät nicht dauerhaft schlank werden kann.

Denn sonst hätten die ganzen Diäten, die ich in meinem Leben gehalten habe, ja alle dauerhaft funktioniert. Ich müsste schlank sein wie ein Streichholz und jeden Tag Angst haben durch den Gullideckel zu fallen.

Hab ich aber nicht, ich bin immer noch dick!

Ich könnte mich nun damit abfinden und einfach so bleiben wie ich bin. Und ich mag mich so auch, jedoch tun mir die Knie weh und mich ärgert ein Fersensporn. Und ich werde steif, alt und nixnötzig, deswegen möchte ich gerne beweglicher sein und mehr Energie haben.

Manche z.B. sagte, dass Sie sich überessen mies gefühlt haben und schlecht gelaunt sind und sich selber dafür verurteilten. Voller schlechtem Gewissen schelten sie sich und schlagen auf sich ein.

Das kann ich so nicht bestätigen.

Wenn ich ein nahrhaftes Abendessen hatte und eigentlich satt bin und dann noch ein Pfund Schokolade hinterherstopfe und dazu noch eine Apfelschorle hinterherkippe und dann wie eine Stopfgans auf der Couch liege, den Kater an mich gekuschelt, den Mann neben mir, dann fühle ich mich gut.

Satt, zufrieden, überfressen, selig in der Wohligkeit des Kokons, erfüllt von innen und von außen.

Ein kleinen Moment abgeschottet gegen den Stress, gegen alle Ansprüche, die von außen an mich gestellt werden, gegen den Druck, Stresshormone durch Zucker und Fett abbauend, mit vor Wonne glühendem Belohnungszentrum. Schläfrig müde, aber glücklich.

Ich schwelge in meiner eigenen Seligkeit des Überessens!

Und solange ich Essen als Entspannungsmittel, Entärgerungsmittel, zur Flucht aus dem Alltag und als die pure Belohnung betrachte, wird keine Diät der Welt mich schlank machen.

Also bleibt der Weisheit letzter Schluß:

Iss wenn du Hunger hast, höre auf, wenn du angenehm satt bist und noch nicht völlig überfressen.

Meine Mutter kann das perfekt und ich kenne noch viele weitere Leute, die das prima können. Die meisten davon haben noch nie eine Diät gemacht!

Und konnte das auch mal, als Kind. Und ich war in der Pupertät mit 13 auch nicht dick, da ging es noch um 1-2 Kilo und nicht um 25-30 Kilo.

Also lautet für mich die große Frage, was kann ich tun, um dahin zurück zu kommen, zu meinem natürlichen Essverhalten. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Der Tag, an dem ich mich von DER WAAGE befreite…

Personenwaage

Kann es das geben? Abnehmen ohne Waage?

Meine Waage und ich hatten eine ganz besondere Beziehung.

An manchen Tagen waren wir sehr verliebt. Unsere Symbiose machte Spaß und jeder Besuch der Waage war ein Fest der Freude.

Aber an anderen Tagen hassten wir uns. Schon morgens um sieben hing der Tag voller dunkler Wolken, weil die Waage unliebsame Wahrheiten schonungslos aussprach und überhaupt keine Rücksicht auf mich nahm.

Die ganze Woche hatte ich weder Süßigkeiten gefröhnt, noch war ich sonst irgendwie über die selbstgesetzten Ernährungsgrenzen gegangen.

Frohen Mutes bestieg ich sie, die Waage.

Und hasste sie mit Leidenschaft. DIE WAAGE!

Dabei ist die Zahl, die man da liest, ja völlig wertfrei. Die Bewertung entsteht ja nur in unserem eigenen Kopf.

Die Erwartungshaltung nach einer Woche sehr gesundem und kalorienrestriktivem Leben besteht darin, dass die Zahl auf der Waage niedriger ist als in der Vorwoche.

Ist sie das nicht, beginnt das Rätselraten. Was habe ich falsch gemacht.?Wo habe ich doch zu viel gegessen? Habe ich Wassereinlagerungen?

Warum fällt, verdammt nochmal, meine Belohnung in Form einer niedrigeren Zahl aus!

Denn mein Ziel ist es ja, weniger essen = kleinere Zahl auf der Waage.

Wenn das Ergebnis weniger Essen ≠ kleinere Zahl ausfällt, bin ich ärgerlich.

Wenn es dann noch weniger Essen < höhere Zahl ausfällt, dann bin ich ärgerlich, frustriert, verzweifelt und noch ein paar mehr unschöne Dinge.

Also versuche ich DIE WAAGE auszutricksen.

Dazu kann man z.B. DIE WAAGE verschieben. Meine Digitalwaage zeigte an jedem Standort einen anderen Wert an. Also wird einfach der niedrigste Wert genommen.

Wenn sich der Mann fragte, warum die Waage auf einmal im Wohnzimmer stand: Ha!  Das war der beste Platz und überhaupt ist die Waage da sehr dekorativ platziert…rechts neben dem Fernseher. Dicht neben den Blumen…hahahahahaha

Und dann kam der Tag, an dem die Digitalwaage eine neue Batterie brauchte, denn sie verweigerte den Dienst.

Also stapfte ich frohen Mutes in das Einkaufzentrum und wollte eine neue Batterie kaufen. Leider kam ich an den Waagen vorbei, die mich aus den Regalen heraus anstarrten, und ich fand heraus, dass man sich auf einigen Waagen wiegen konnte, selbst wenn diese sich noch in der Verpackung befanden. Heureka!

Ich habe mich auf allen Waagen gewogen!!! Die Leute haben belustigt geguckt, aber ich hatte viel Spaß. Und anstatt einer Batterie habe ich eine mechanische Waage gekauft. Denn diese machte mich auf einen Schlag 1,5 Kilo leichter! Yeah, der Tag der mechanischen Waagen. Nieder mit Digital! (Müssten Waagen nicht eigentlich geeicht sein?)

Also ab nach Hause, Digitalwaage eingemottet (zu gut zum Wegwerfen, ist ja noch o.k.) und stolz mechanische Waage im Bad platziert. Natürlich nicht, ohne vorher verschiedene Aufstellstellen auszuprobieren.

Eine mechanische Waage hat einige deutliche Vorteile:

Ja, sie braucht keine Batterien, dass auch…

Und man kann so schön an dem kleinen Rädchen drehen…und sich so noch ein paar 100 Gramm weg mogeln.

Und wenn man das Gewicht verlagert auf ein Bein, dann zeigt sie ja nach Blickwinkel etwas weniger an…

Und so kam es, dass ich jeden Morgen Sport gemacht hat, erst mit der Waage (Ihr wisst ja, Standortfrage), dann vor der Waage (Dreh am Rädchen), dann auf der Waage (Gewichtsverlagerung, Blickwinkel)…

Und nach und nach entwickelte sich ein Widerwillen. Gegen DIE WAAGE!

Gegen die ständige Kontrolle, gegen die Abhängigkeit von dieser Zahl, die die Stimmung des Tages so sehr beeinflussen kann, gegen das Lied, dass sie beständig sang.

Du bist zu schwer…du bist zu schwer…es tut sich gar nichts mehr…lalalala

Ich begann die Waage zu hassen, sie zu umschleichen. Wiegetage auszulassen, mich nur noch wochenweise zu wiegen, dem täglichen Wiegeterror den Kampf anzusagen…

Und auf einmal war ich sehr entspannt.

Nicht zu wissen, wie viel man wiegt, kann einem sehr viel Lebensfreude zurückgeben.

Das ist sehr cool!!!!!

Ich bin immer noch zu dick, dass kann ich im Spiegel sehen. Das kann ich fühlen, wenn ich Gymnastik mache und mich fühle wie Barbapapa. Meine Hosen sind mal eng und mal weit, je nach Wassereinlagerung und momentanem Freßorgienstand.

Aber ich bin frei. Frei von der Zahl, die mir den Tag verhagelt, frei von dem Zwang, auf die Waage zu müssen, frei von dem mir selbst auferlegten Terror dieser Zahl.

Ob ich jetzt ohne diese Kontrolle völlig unkontrolliert zunehme?

Nein, absolut nicht.

Ich habe die Waage schon vor ein paar Monaten eingemottet und bin dann bangen Herzens in die Sommerhosen vom letzten Jahr gehüpft. Und was soll ich sagen, passten alle.

Also habe ich auf jeden Fall schon einmal nicht zugenommen. Okay, geschlackert haben sie auch nicht, aber gepasst. Da gab es schon ganz andere Winterspeckfrusterlebnisse und das trotz täglichem Wiegen.

Das stärkt meinen Entschluss, ich gebe die Symbiose mit der Waage auf.

Tschüss du kleines Ding, mach´s gut. Nie mehr wirst du mir den Tag verhageln.

Ich habe Augen, ich kann sehen, ob ich zu oder abnehme. Ich kann es an der Kleidung fühlen, ich kann mich ab und an vermessen und im Endeffekt kommt es darauf an, ob ich mich wohlfühle oder nicht!

HA! Ich fühle mich ohne dich sehr viel besser. Du raubst mir Energie und füllst meine Gedanken mit Trübsal, du warst viel zu lange Wächter meiner Freiheit.

Nieder mit allen Waagen dieser Welt! Freiheit für die Gedanken!

Ganz im Ernst, ich starte mit mehr Freude in den Tag, seit ich frei bin von dieser Wiegerei. Und mir reicht die Gewissheit, ich passe in meine Jeans. Jogginghosen mit Stretch sind da kein guter Gradmesser ;).

Und wer weiß, vielleicht kann ich ja eines Tages wieder ab und zu gelassen auf die Waage steigen, so mit 80 Jahren oder so.

Aber bis dahin genieße ich erst einmal weiter die neu gewonnene Gelassenheit.

Denn ihr wisst ja, wenn man immer nur das Gleiche tut, bekommen das immer das gleiche Ergebnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spargelauflauf mit Kochschinken

Auflauf mit Spargel

Spargelauflauf mit Kochschinken

Spargel ist toll und da es ihn frisch nur so kurze Zeit im Jahr gibt, essen wir jetzt, im Mai, wirklich viel Spargel. Aber immer nur klassisch wird auch recht schnell langweilig. Deswegen hier mal ein einfaches Rezept für einen frischen und würzigen Spargelauflauf.
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit40 Min.
Arbeitszeit50 Min.
Gericht: Abendessen, Main Dish, Mittagessen
Land & Region: Einfach
Keyword: Auflauf, beilage, spargel
Portionen: 4 Portionen
Kalorien: 1kcal

Zutaten

  • 1 Kilo weißer Spargel
  • Salz und Zucker für das Kochwasser
  • 1/2 Stange Lauch
  • 200 Gramm gekochter Schinken
  • 1 EL Olivenöl
  • 3 Stück Eier
  • 150 Gramm Kochsahne 15% z.B. von Weihenstephan
  • Schnittlauch, Pfeffer und Salz frischer Schnittlauch oder z.B. Gefriergetrocknet

Anleitungen

  • Einen Topf mit Salzwasser aufsetzen und aufkochen. Ein Stück Würfelzucker dazugeben. Den Spargel schälen, die holzigen Enden abschneiden und den Spargel in mundgerechte Stücke teilen. Den Spargel in dem kochenden Wasser circa. 8 Minuten kochen. Er muss noch Biss haben, damit er nach dem Überbacken nicht völlig labberig ist. In der Zwischenzeit den Lauch waschen und in kleine, dünne Ringe schneiden. Den Schinken in Würfelchen schneiden und Schinken und Lauch in dem Löffel Olivenöl in der Pfanne anbraten. Die Mischung mit Pfeffer und Salz würzen. Jetzt die Eier zusammen mit der Kochsahne und dem Schnittlauch verquirlen. Ich hatte noch Schnittlauch auf dem Balkon, den habe ich vorher kleingeschnitten, es geht aber auch der Gefriergetrocknete. Die Sahne/Ei-Mischung noch mit Pfeffer und Salz abschmecken. Den Spargel abgießen und zusammen mit der Schinken-Lauch-Mischung in eine Auflaufform geben. Mit der Soße übergießen und bei 180 Grad Ober/Unterhitze im Backofen überbacken. Heiß servieren und genießen.

Notizen

Dazu paßt ein Schweinefilet im Speckmantel...
 

Schweinefilet im Speckmantel, zart und saftig.

Schweinefilet gebraten

Schweinefilet im Speckmantel

Schweinefilet, zart, saftig und lecker. Früher wurde mir Schweinefilet oft trocken, mit dieser Zubereitungsmethode wird es perfekt zart und innen leicht rosa. Jedes Mal wenn ich frage, was der Mann Sonntags essen möchte kommt ein Grinsen über sein Gesicht und es wird Schweinefilet im Speckmantel ;).
Vorbereitungszeit5 Min.
Zubereitungszeit20 Min.
Arbeitszeit25 Min.
Gericht: Abendessen
Land & Region: Deutschland
Keyword: fleisch, schweinefilet, speck
Portionen: 2 Portionen
Kalorien: 5kcal

Zutaten

  • 1 Stück Schweinefilet
  • 1 Packung Baconstreifen
  • Senf
  • Pfeffer und Salz
  • 1 TL Rama Culinesse , alternativ geht natürlich auch neutrales Öl, Butter oder Butterschmalz

Anleitungen

  • Das Schweinefilet von noch eventuell vorhandenen Häutchen etc. befreien und trocken tupfen. Dann rundherum mit Pfeffer und Salz würzen und mit Senf dünn einreiben. Jetzt die Speckstreifen hauchdünn um das Schweinefilet wickeln. Das hält von ganz alleine. Alternativ kann man das Filet auch mit Knoblauchzehen spicken, das schmeckt auch sehr lecker und man läßt dafür den Bacon weg. Das wäre definitiv kalorienärmer. Den Backofen auf 120 Grad vorheizen. Ich erhitze nun die Rama Culinesse in einer backofenfesten Kasserolle und brate das Filet von allen Seiten knusprig an. Achtet darauf, das ihr den Bacon nicht verliert ;). Nun die Kasserolle für 20 Minuten in den Backofen schieben. Das fertige Schweinefilet eng in Alufolie wickeln und im ausgeschalteten Backofen kurz ruhen lassen. Aufschneiden und genießen!

Notizen

Perfekt dazu paßt die Pfeffersoße.

Cognac-Pfeffersauce, toll zu Fleisch

Leckere Pfeffersauce

Cognac-Pfeffer-Sauce, toll zu Fleisch

Ich bin immer schon auf der Suche nach einer leckeren Sauce zu Schweinefilet gewesen, da bei meiner Zubereitungsart für das Filet keine Sauce entsteht. Hier ist das optimale Ergebnis
Zubereitungszeit10 Min.
Arbeitszeit10 Min.
Gericht: Abendessen, Main Dish, Mittagessen
Land & Region: Einfach
Portionen: 2 Portionen
Kalorien: 1kcal

Zutaten

  • 20 Gramm Butter , Halbfettbutter funktioniert
  • 2 TL eingelegter, grüner Pfeffer
  • 150 ml Gemüsebrühe z.B. Maggi Bio
  • 1 EL Cognac oder Weinbrand
  • 50 Gramm Kochsahne 15%
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1/2 TL Senf
  • 1/2 EL Creme fraiche (optional)

Anleitungen

  • In einem kleinen Topf die Butter erhitzen und die Pfefferkörner darin zwei Minuten anschwitzen. Dann mit Brühe, Weinbrand, Sahne, Senf und Tomatenmark auffüllen und bei kleiner Hitze 10 Minuten reduzieren lassen. Jetzt die Konsistenz prüfen. Ist alles gut reduziert und die Soße genug eingedickt? Prima. Wenn nicht, hilft ein klein wenig Creme Fraiche, im Notfall etwas Soßenbinder oder Mehlschwitze. Nun noch Salz abschmecken, falls erforderlich. Normalerweise ist der Brühe salzig genug. Falls es euch trotz des Pfeffers nicht scharf genug ist, kann gerne noch mit einem Tropfen Tabasco gewürzt werden :).

    Perfekt dazu paßt das Schweinefilet mit Speckmantel!

Notizen

Das dazu passende Rezept für das Schweinefilet findet ihr hier: Schweinefilet

Des Kalorienzählens müde…welche Alternative gibt es?

Ich habe mir mit der A-Methode zum Ziel gesetzt, in Zukunft ohne Kalorienzählen gesund zu essen, so dass ich von dem ewigen Jojo-Spiel herunterkomme und schlank bleibe, ohne mich ewig zu kasteien.

Zeit für einen Status, da ich absolut und gar keine Lust mehr habe auf Kalorienzählen.

Ich bin immer noch an dem Punkt:   „Wenn man immer das Gleiche tut, dann bekommt man auch immer das gleiche Ergebnis“.

Nein, nicht ganz. Ich kann mittlerweile echt gut kochen…lach. Und auch viele, leckere und kalorienarme Gerichte zubereiten, die wirklich richtig gut schmecken. Da freut sich auch der Mann.

Und ich nehme auch ab, solange ich zähle. Ich nehme sofort zu, sobald ich aufhöre mich per Zählen zu beschränken.

Und ich mag nicht mehr…

Es lief echt gut. Ich habe fleißig gezählt, gekocht und Tauschgeschäfte gemacht und dann…

Dann habe ich beschlossen, eine neue Weiterbildung zu beginnen. Von Natur aus neugierig lerne ich gerne und ich fange auch gerne neuen Themen an. Der Online-Marketing-Manager sollte es werden. Die Weiterbildung dauert auch nur 3 Monate inkl. 5 umfangreichen Hausarbeiten und einer externen Prüfung über alle Fachgebiete.

Mach ich doch locker…zwinker. Immerhin bin ich ja schon abends um sieben daheim und habe dann noch ein paar Stunden, bis ich ins Bett gehe. Diese Stunden kann ich doch noch produktiv verbringen und dazu auch noch das ganze Wochenende. Oder?

Ich bin dann ja erst zwölf Stunden auf den Beinen, da geht doch noch was…

Ging auch. Die Weiterbildung ist fertig…yeah. Ich habe ein tolles Zeugnis und viel gelernt…

Und wieder einiges mehr auf der Waage!!!

Wie viel?

Keine Ahnung. Ich habe mich nicht gewogen. Es ist nicht so schlimm gekommen, wie es hätte kommen können. Meine Sommerhosen passen noch.

Chacka!

Aber wenn ich mich jetzt wiege, dann bekomme ich wieder einen Koller und zähle dann wieder ein paar Wochen penibel Kalorien und wiege mich jeden Tag und will…und will…und das ist genau das, was immer passiert.

Und ich durchbreche diese „Immer“ Schleife.

SO!

Ich sage ja, die A-Methode ist noch in der Entwicklung und bleibend ist die Erkenntnis, dass ich etwas anders machen muss, wenn ich dauerhaft schlank und fit werden will. Und dazu gehört auch eine Portion Realismus.

Denn manche Sachen klappen ja schon echt prima.

Zum Frühstück morgens die Quarkbombe (hier geht es zum Rezept) essen. Klappt, wenn ich im Büro bin, ganz toll und schon seit Monaten. Dann bin ich auch bis Mittag satt.  Morgens gibt es als erstes ein Äpfelchen mit Walnüssen und um kurz nach zehn die Quarkbombe.

Zum Mittagessen im Büro habe ich noch nicht den Königsweg gefunden. Am besten klappt es, wenn ich ein kalorienarmes Abendessen vom Vorababend warm mache.  Vollkornbrot mit Ei und ein bißchen Obst ging auch ganz gut.

Abendessen geht prima, wenn ich koche.

Die Menge an Gemüse läßt noch sehr zu wünschen übrig. Und ich esse soooo gerne Brot. Da geht noch was…

Bleibt der große Knackpunkt, Eis und Schokolade.

Alles was ich zugenommen habe in der Weiterbildung geht auf das Konto von Schokolade…und Eis…und Chips…aber hauptsächlich Schokolade.

Meeresfrüchte, Nougat, Kinderschoki, Riegel….stopf…stopf…

Der Belohnungseffekt ist so stark, ich kann dem nicht widerstehen. Da kann ich 10 Pfund Obst Essen, ich möchte immer noch Schokolade.

Ich bin echt total satt und es passt gar nichts mehr rein in den Magen, außer Schokolade. Das ist doch verrückt!

Es ist nur zum Teil ein Überessen bei den normalen Mahlzeiten. Es sind die ganzen Extrakalorien durch die Süßigkeiten, die den Leib wieder anschwellen lassen.

Zum Glück bleibt noch vieles übrig, dass ich in dem ganzen Wahn von Ernährungsratschlägen für mich noch nicht getestet habe.

Ab heute mache ich Low Junk!

Alter Wein in neuen Schläuchen?  Egal, aber ich habe es noch nicht in letzter Konsequenz ausprobiert.

Ich höre auf mit der Zählerei.

Ich lerne noch noch besser, frisch zu kochen und leckere Gerichte mit Gemüse zuzubereiten.

Und für die A-Methode und für euch gibt es endlich neue Rezepte. Das geht dann auch schneller, weil ich nicht für alles noch die Kalorien berechnen muss.

Ich habe ja wirklich wenig eingestellt, weil ich das Kalorienzählen so satt hatte und überhaupt keine Lust hatte, alles zu berechnen. Vom Zeitmangel ganz zu schweigen, denn wir sind im letzten Monat auch noch umgezogen.

Hier liegt ein riesiger Stapel von Rezepten, die ich alle gekocht und fotografiert und mit Genuss gegessen habe. Die kommen nun online…lach.

Und auch die alte Frage kehrt wieder, ist eine Kalorie eine Kalorie eine Kalorie? Ist es wirklich nur das Prinzip der Physik, weniger rein = weniger dick?

Es steht außer Frage, dass es Kalorienzählen funktioniert. Weniger rein und ich nehme ab, mehr rein und ich nehme wieder zu. Deswegen haben alle meine vorherigen Artikel weiterhin Gültigkeit. Das ist fundiert recherchiertes Wissen. (hier beginnen die Artikel dazu).

Das Prinzip der Energiedichte sagt:  Mehr rein von Lebensmitteln mit weniger Kalorien = größere Menge und ich nehme trotzdem ab, weil ich weniger von Lebensmitteln mit hoher Energiedichte esse. Ist auch plausibel und funktioniert (hier ist der Artikel zur Energiedichte).

Aber was ist dran an dem Gerücht, man sollte mehr Nüsse und mehr Olivenöl essen und das soll auch nicht dick machen, obwohl es so wahnsinnig viele Kalorien hat. Muss ich die Butter lebenslang verbannen oder ist es ein natürliches Lebensmittel, das in Maßen gar nicht schädlich ist.

Kann ich tatsächlich anstatt Schoki einfach Nüsse essen?

Im nächsten Artikel werde ich mal auseinander nehmen, was Low Junk für mich bedeutet und was ich mir diesbezüglich vorgenommen habe.

Denn ich befürchte,  Essen ist bei mir auch elementarer Ausdruck der ganz persönlichen  Freiheit und bevorzugter Anlass, mich Regeln zu widersetzen.