Teil 4: Essdrang erkennen und loswerden

Essdrang erkennen und loswerden

Als Erstes gilt es Essdrang von gesundem Hunger abzugrenzen, denn Hunger ist was Gutes.

Mit Essdrang meine ich jenes Gefühl, dass mich zum Kühlschrank und zur Süßigkeitenschublade treibt, obwohl ich vollkommen satt und zufrieden bin.

Eine innere Unruhe, eine Enge im Hals, ein Gefühl von massivem Stress. Mein Innerstes, dass weiter nach Essen schreit, obwohl mein Körper satt ist. Obwohl ich genau weiß, dass mein Körper satt ist und ich ihm genau das gegeben habe, nachdem er verlangt hat.

Diese „Sucht“ nach mehr, obwohl selbst der zehnte Check des Magens ergibt, das man wohlig satt ist. Ich habe diesen Essdrang immer für emotionales Essen gehalten und geglaubt, wenn ich nur genug an mir arbeite und alle unterdrückten Gefühle erkenne und auflöse, dann verschwindet der Essdrang.

Das hatte jedoch zur Folge, das ich jedes Mal dachte mit mir ist irgendwas falsch, wenn ich keine Emotion hinter dem Essdrang erkennen konnte und egal wie sehr ich an mir arbeitete, es änderte nichts am Essdrang. Das war für mich sehr belastend, da ich nicht in der Lage war, den Hintergrund des vermeintlich emotionalen Essens aufzudecken.

Nicht das ich nicht an emotionales Essen glaube. Hier habe ich einen Artikel geschrieben, um mit dem emotionalen Essen meinen Frieden zu machen und in einem weiteren Artikel habe ich von dem Versuch berichtet, dem emotionalen Essen mit Hypnose auf die Spur zu kommen.

Aber vielleicht liegt es zusätzlich an etwas ganz anderem. Etwas anderem, was mir die Last des „Ich bin immer noch nicht in Ordnung“ von meinen Schultern nimmt.

Nahrung zu haben und satt zu sein ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Denn essen macht nicht per se dick. Wir müssen essen, ohne zu essen sterben wir, verhungern. Und wer möchte schon freiwillig verhungern. Wobei es Magersüchtige gibt, die dies tatsächlich tun.

Ich habe die erste Diät gemacht mit 13, also in sehr jungen Teenagertagen und die letzte Diät letztes Jahr in einem Anfall von Intervallfasten, der nur eine Woche gedauert hat.

Also habe ich schon in sehr frühen Jahren meinem Überlebensinstinkt durch dauernde Diäten beigebracht, dass es eine Nahrungsknappheit gibt, faktisch eine Hungersnot und das empfindet das Gehirn als außerordentliche Bedrohung.

Hunger ist ja nichts, was dem Verstand obliegt. Man kann nicht beschließen, keinen Hunger mehr zu haben. Man kann auch nicht beschließen, nicht zu verhungern, wenn man nichts mehr isst. Der Verstand hat in diesem Fall nichts zu sagen.

Hunger ist ein biologischer Instinkt, der im Hypothalamus entsteht, also im Gehirn. Alle Signale der Sättigung und des Hungers laufen hier zusammen und es werden entsprechende Hormone ausgeschüttet, um das System aus Hunger und Sättigung zu steuern. Wie genau und exakt das geschieht, weiß man immer noch nicht, man kennt nur Bruchstücke dieses Mechanismus.

Zum einen ist es die Magendehnung, bei der auch Hormone ausgeschüttet werden. Aber auch der Geschmack der Nahrung spielt eine Rolle, ebenso wie der Genuss. Denn auch das Belohnungssystem freut sich über ein leckeres Essen und belohnt uns mit einem wohligen Dopaminausstoß. Insulin, Ghrelin und Leptin sind einige der bekannten Hormone, die bei der Steuerung beteiligt sind. Unten verlinke ich einige Artikel dazu, die das Ganze sehr gut wissenschaftlich darstellen.

Und jetzt kommt es zu einer Diätmacke, weil ich meinem Körper Nahrung vorenthalte.

Manchmal sehr strikt, wie bei einer Nulldiät, manchmal moderat bei einer maßvollen Diät, bei der ich ausreichend Kalorien zu mir nehme, aber mein Belohnungszentrum nicht beachte.

Und mein Gehirn flippt aus. Es meldet Hungersnot. Nicht mein Verstand, der will ja Diät halten, sondern der ganz alte Teil meines Gehirns, der animalische Anteil. Der Teil, der nicht so denken kann, wie der Verstand es tut.

Sondern der Teil, der in Bildern denkt und bei leeren Fettzellen Panik bekommt, der ein Überlebenssicherndes Verhalten fordert. Auslösen kann er es nicht, es steuert nicht unsere Arme und Beine, aber er kann sehr fordernd sein.

Die kleinen flüsternden Stimmen im Kopf, das Gefühl, das uns den Hals zuschraubt und die Unruhe, die erst vergeht, wenn man dem animalischen Gehirn gehorcht.

Dieser Teil des Gehirns hält es für eine gute Idee, gegen die Hungersnot mehr zu essen als vorher. Der Teil möchte nicht schlank sein, er liebt Fettzellen, weil die das Überleben sichern, denn die nächste Hungersnot kommt ja zwingend.

Und durch meine ständige Diät/Überessen/Diät/Überessen-Karriere habe ich diesem animalischen Gehirnanteil beigebracht, dass mein Überleben nur zu sichern ist, wenn es mich hungriger macht, als ich vorher war.

Wenn es mit allen verfügbaren Mitteln meinen Verstand dazu bringt zu denken, dass zu viel zu essen eine ganz tolle Idee ist, damit die Fettzellen sich wieder füllen. Und am besten bilden sich noch neue Fettzellen, weil man vor dem Verhungern am besten geschützt ist, wenn man dick ist.

Denn es gibt ja immer wieder Hungersnöte. Die Versorgung mit Nahrung ist nicht gewährleistet.

Und dem animalischen Gehirn kann ich nicht beibringen, dass dick sein an sich keine gute Idee ist. Dieser Gehirnteil lernt nicht so wie der Frontallappen oder das Kleinhirn, es gehört nicht zu unserem Bewusstsein. Es funktioniert instinktiv.

Es hat erfahren, dass es immer wieder periodisch wiederkehrende Hungersnöte gibt und hat gleichzeitig aber auch erfahren, dass es selber beeinflussen kann, diese Hungersnöte zu beenden, in dem es ganz starken Essdrang auslöst, denn Essen scheint ja da zu sein.

So einen starken Essdrang, dem unser Bewusstsein sehr schlecht widerstehen kann. Denn es kommt ja aus uns selbst. In uns erscheinen Bilder von verlockendem Essen, von Dingen, die uns schnell und viel Energie liefern, verlockende Gedanken, die uns zum Kühlschrank treiben.

So als ob das animalische Gehirn und unser Bewusstsein miteinander ringen. Iss, schreit der Instinkt in uns und Nein, du wirst fett, schreit das Bewusstsein.

Und so wundert sich mein Verstand, mein aktives Bewusstes, warum es nicht widerstehen kann. Warum ich zur Süßigkeitenschublade laufe und esse und warum mein Verlangen nach Chips so arg ist. Warum es so schwierig ist, einen Ernährungsplan einzuhalten und dauerhaft abgenommenes Gewicht zu halten.

Also denke ich, ich bin verkorkst und willensschwach und gebe mir die Schuld dran. Ich suche nach verborgenen Ursachen für den Essdrang, weil ich glaube, wenn ich die dahinter liegende Ursache kläre, dann geht der Essdrang weg.

Weil ich es für emotionales Essen halte. Für ein Unvermögen meinerseits, mit Gefühlen umzugehen. Weil ich glaube, dass ich Gefühle weg stopfe, weil ich damit nicht umgehen kann.

Ich lerne sehr viel über mich, ich ändere Strategien und Verhaltensweisen. Ich lerne Dinge auszusprechen, nicht mit essen zu kompensieren und wieder zu essen. Zu essen ohne Einschränkung, mit der vollen Erlaubnis.

All dies sind gute Weiterentwicklungen, eine Reifung der Persönlichkeit, manches sind Meilensteine in der Entwicklung.

Was sich aber überhaupt und gar nicht ändert, ist der Essdrang. Der bleibt unverändert.

Und irgendwann dachte ich, was für ein Scheiß. Vielleicht ist es gar kein emotionales Essen, denn ich fühle mich emotional völlig in Ordnung. Ich finde in vielen Situationen nichts, was mich zum essen bringt, weil da keine akuten emotionalen Probleme sind!!!!!!

Heute glaube ich, in Wirklichkeit habe ich meinem Gehirn selber beigebracht nach Essen zu gieren.

Durch den Essensentzug, durch den Kampf gegen meinen Instinkt, den Kampf gegen den Hunger. Nie das zu essen, nachdem mein Körper verlangt. Durch das vollständige, über sehr lange Jahre, Ignorieren der Bedürfnisse meines Körpers, habe ich meinem animalischen Gehirn beigebracht, dass starker Essdrang überlebensnotwendig ist.

Dadurch denkt mein ständig von Hungersnot geplagter Körper, dass er nur überleben kann, wenn er trotzdem isst, auch wenn er satt ist, weil ein Teil meines Gehirns es für mein Überleben genauso wichtig hält wie atmen.

Der Essdrang entspringt also nicht einer emotionalen Unvollkommenheit meinerseits, sondern er ist ein zu einem Selbstläufer gewordenen Instinkt. Ein Reiz-Reaktionsreflex, der durch Diät in jungen Jahren entstanden ist und über so viele Jahre gefüttert wurde.

Und wisst ihr was das tolle daran ist? Ich muss keine Therapie machen, ich muss keine verborgenen Auslöser finden. Ich habe falsch verknüpfte neurologische Verbindungen geschaffen, die ich wieder lösen kann.

Ich kann wieder gesund werden!

Bei mir sind diese Verknüpfungen durch viele Diäten in sehr jungen Jahren entstanden. Ich könnte mir aber ebenso vorstellen, dass es traumatische Ereignisse gibt, bei denen es in jungen Jahren nur Essen als Trost und Stütze gab, die ebenfalls zu so falschen Verknüpfungen im Gehirn führen.

Denn im Gehirn herrscht ja oft ein Durcheinander aus nie hinterfragte Routinen. Das produziert eben manchmal auch Irrtümer.

Was stand letztens in einem Artikel der Hörzu über das neue Buch von Frank Elstner:

“ Man muss nicht alles glauben, was man denkt“

Er vergleicht Gedanken mit E-Mails. Nicht alle sind wirklich wichtig. Manche verdienen keine Aufmerksamkeit oder gehören als Spam gelöscht.

Zitat: „Bei Gedanken tun wir oft wider besseres Wissen so, als wäre jeder Gedanke, der sich wichtig macht, auch tatsächlich wichtig… seinen alten Gedanken und Regeln automatisch zu folgen ist in der Tat eine Gewohnheit.“

Und mit diesem Wissen kann man etwas ändern.

Doch der Essdrang geht ja alleine durch das Wissen darum nicht weg.

Die einzige Möglichkeit, die falsch eingefahrenen Trampelpfade im niederen Gehirn wieder zu schwächen, ist sie nicht mehr zu verwenden.

Stellt euch ein Dickicht vor, durch den ein Pfad führt, platt getreten durch viele Füße, die den Pfad immer wieder verwenden. Je öfter, desto ausgetretener und sichtbarer ist der Pfad. Doch dann wird eine neue Straße gebaut und der alte Pfad gerät in Vergessenheit. Er wuchert wieder zu, weil er nicht mehr benutzt wird und irgendwann ist er nicht mehr zu sehen. So als ob es ihn nie gegeben hätte.

Genau das Gleiche machen wir mit dem falsch verknüpften Pfad im Gehirn. Das wird kein einfacher Weg, aber es wird sich lohnen.

Ein Leben ohne Essdrang mit einem natürlichen Essverhalten.

Dazu ist der Artikel Teil 1 der Wichtigste.

Denn nur wenn man tatsächlich körperlich satt und gut genährt ist, hat man eine Chance, die fehlerhaften Essdrangverknüpfungen wieder aufzulösen. Man muss zuerst an die Wurzel und den Kreislauf aus Nahrungsentzug und Überessen auflösen, damit der Überlebensinstinkt nicht mehr Amok läuft.

Bisher habe ich dem Essdrang immer irgendwann nachgeben, da ich dann sofort ruhiger wurde und der Essdrang durch essen verschwindet, geknüpft an den Gedanken, dass ich das jetzt wirklich brauche, obwohl mein Verstand weiß, dass ich satt bin. Und wirklich schmecken tut es dann ja auch nicht, es ist kein Genuss.

Damit stärke ich aber jedes Mal wieder diesen falsch verknüpften Pfad im Gehirn, denn es signalisiert Essdrang, ich esse und sofort geht es mir besser. Das Gehirn stößt Dopamin aus und ich fühle mich wohl. Bis zum nächsten Anfall Essdrang.

Denn ich wusste nicht, dass es einfach nur eine falsche, neurologische Verknüpfung ist.

Ich dachte, wenn man Körper so vehement danach verlangt, dann brauche ich das Überessen tatsächlich für irgendwas und sei es nur emotional.

Ich kämpfte mit diesem Essdrang und dagegen an und habe ihm trotzdem immer wieder nachgegeben, anstatt ihn einfach zu ignorieren, weil ich mir keinen Schaden zufügen wollte.

Deswegen ist es wichtig, den Trampelpfad zuwuchern zu lassen, ihn nicht mehr zu stärken und den Essdrang zu ignorieren.

Dieser Essdrang ist ein völlig unnötiger Reflex, ein fehlerhafter Schalter, mit dem man auch nicht diskutieren sollte. Denkt, dran der animalische Teil des Gehirns kann nicht deine Beine zur Schublade bewegen, er kann nicht deine Arme steuern.

Er kann in dir zappeln, schreien, zetern und drängen, aber im Prinzip ist er machtlos.

Diskutieren nützt nichts, denn der Essdrang kommt ja nicht aus dem Verstand. Ich kann nicht mit meinem eigenen Gehirn diskutieren, mit einem Instinkt ähnlichem Verlangen Kompromisse finden. Oft habe ich das versucht, denn mein Verstand weiß ja, dass ich satt bin.

Aber in mir flüstert etwas, iss die Schokolade, iss noch was von dem übrig gebliebenen Abendessen, dann geht es dir besser. Ich kann dich nervös und unruhig machen, dann musst du essen, damit es dir besser geht. HA!

Und ich kann mich dazu entschließen, einfach nicht zuzuhören.

Mich abwenden vom Essdrang. Ihn zwar als Hintergrundrauschen wahrnehmen, aber mich innerlich davon lösen.

Da isser wieder, der Essdrang, obwohl ich doch schon satt bring. Du bist harmlos. Sei ruhig da, du bist mir egal.

Ich beachte dich gar nicht, ich diskutiere nicht mit dir, ich leiste keinen Widerstand. Sei ruhig da, zetere und schreie, du bist mir nicht wichtig, ich höre dir nicht zu. Du bist total machtlos.

Denn ich glaube, dass Essdrang weggeht, wenn man ihn einfach nicht beachtet. Wenn man diesen Trampelpfad nicht mehr benutzt, ihn quasi zuwuchern läßt.

Ganz wichtig, dies ist kein Diättip, dies geht nur, wenn man sich satt isst und mit seinem Körper in Verbindung steht und zusammenarbeitet. Man darf keinesfalls Hunger und echte, körperliche Bedürfnisse ignorieren. Und essen muss jederzeit bedingungslos erlaubt sein und man darf auch noch einen Nachschlag nehmen und testen, ob man vielleicht doch noch Hunger hat.

Alle Dinge, die ich in Teil 1 dieser Artikelserie beschrieben habe, sind elementar wichtig.

Ich möchte nur diesen vom Hunger abgekoppelten Essdrang loswerden, denn dieser ist es, der mich gegen den Körper arbeiten, über den Hunger hinaus essen lässt und der trotzdem aus mir selber entspringt.

Ich habe den Essdrang in mein Gehirn gepflanzt durch lange Jahre Kampf und Diät, ich kann ihn auch wieder löschen, in dem ich ihm durch Nichtbeachtung keine Nahrung mehr gebe.

Ist das einfach?

Nein, das ist am Anfang sehr schwer und auch eine Sache der Übung. Manchmal wird es gelingen, manchmal nicht. Den es gibt ja reale, auch körperlich drängende Auswirkungen des Essdrangs. Die Unruhe, die Enge im Hals…nehmt sie wahr und erkennt sie als körperliche Anzeichen von Essdrang. Und dann sagt euch: Okay, das kommt aus mir selber, das habe ich erworben und nun muss ich es aushalten und ignorieren. Ich bin satt, der Essdrang geht auch wieder weg.

Und er geht nach einiger Zeit weg.

Verglichen mit über 30 Jahren Diät, Selbstbeschimpfung, Scheitern der Diät, Neustart, Scheitern usw. ist es in Versuch wert.

Um wieder darauf zurückzukommen:

Ziel der A-Methode ist es, dass wir alle irgendwann wieder so intuitiv essen können, dass weder Kalorien zählen noch Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen notwendig sind.

Also ist das wichtigste, wieder mit Genuss und Freude essen zu lernen. Hier noch ein paar Links mit weiteren Hintergrundinfos.

Aufbau des Gehirns

https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/4878-wie-hunger-und-saettigung-funktionieren

https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/das-muss-passieren-damit-wir-satt-sind/

https://brainoverbingeecourse.com/

Emotionales Essen? Schließe Frieden!

Emotionales Essen? Was ist das eigentlich? Weine ich dann beim Essen, weil mir das Schnitzel so leid tut oder jauchze ich vor Freude bei fröhlichem Blumenkohl?

Oder kann ich manche Gefühle schlecht aushalten und betäube diese dann mit Essen? Nutze ich die Kraft von Schokolade, um mich zu beruhigen und glücklicher zu machen? Maskiere ich Angst, in dem ich schnell ein Brötchen schlinge?

Ich kenne emotionales Essen sehr gut.

Essen beruhigt mich bei Stress, senkt vermeintlich meinen Cortisolspiegel, belohnt mich nach einem harten Tag, hellt meine Laune auf und erfüllt noch so manch andere Aufgabe in meinem Gefühlsleben (Artikel: Dick durch Druck und Stress)

Und all das gesellschaftlich völlig anerkannt.

Gönn dir doch eine Pause und iss eine Kleinigkeit. Das Frühstückchen um 10.30 Uhr, das kleine Stückchen Kuchen nachmittags und eine kleine Nascherei am Abend.

Ich habe ewig versucht, herauszufinden, welche Glaubenssätze dahinterstehen und wie ich zum emotionalen Essen gekommen bin. Dabei habe ich viel herausgefunden und trotzdem hat es mich nicht entscheidend weiter gebracht. Allein das Wissen warum ändert nichts an meinem Verhalten. Ich essen dann einfach achtsam und mit offenen Augen für die Hintergründe weiter emotional.

Denn der Kern der Sache ist bei mir: Emotionales Essen ist mein Freund!

Ich sitze im Büro und die Anforderungen schlagen mir über dem Kopf zusammen. Jede für sich genommen ist legitim und relevant. Alle zusammen sind für die momentane Situation in Kombination zu viel und ich kann nicht alles auf einmal erfüllen.

Aber ich bin ja ein alter Bürohase, also priorisiere ich, informiere über Prioritäten, arbeite alles nach und nach ab und ESSE.

Der Drang, dann etwas zu essen ist übermächtig. Und da geht es nicht um Salat, es geht um Schokolade, Kekse, Brote, Pommes, Majo und Schnitzel. Hochkalorische Lebensmittel, die ich mal eben nebenbei schlingen kann.

Es geht nicht um Hunger, es geht um Essen…jetzt…schnell…dringend.

Und es wirkt, ich bin viel ruhiger als vorher. Der Drang zu schreien verschwindet, der Drang sich die Haare zu raufen und sich auf dem Boden zu rollen (hihi) verschwindet und muss auch nicht weinend aus dem Büro laufen. Ich kaue vor mich hin und versetzte mich in eine Katharsis. Abreagieren von Emotionen durch Essen.

Leider macht das dick und auf Dauer auch nicht glücklicher.

Also bekämpft man diesen „Freund“!

Emotionales Essen ist unerwünscht. Ich kasteie mich durch Diät. Ich versuche, durch reine Willenskraft zu widerstehen. NEIN, du isst das jetzt nicht! SO!

Aber das Essen und der Drang sind stärker als ich. Es geht nur eine Zeitlang gut und dann ist es wie vorher.

Ich lese Ratgeber, ich versuche zu verstehen, wann ich mir das angeeignet habe und lese überall von diversen Schritten, die es jetzt zu tun gilt.

„Erkenne, in welchen Situationen du emotional ißt, unterbreche diesen Handlungskreis und halte inne, tue was anders.“ Finde eine Ersatzhandlung.

Also erkenne ich, unterbreche und dann?

Was soll ich dann tun? Irgendwie stehen da immer nur unrealistische Dinge, die überhaupt nicht zur aktuellen Situation passen. Ich kann damit nichts anfangen und habe selber auch keine besseren Ideen. Ich finde keine plausiblen Ersatzhandlungen.

Letztens habe ich die Ernährungsdocs angeschaut und da kam es zum gleichen Thema und der betroffene Herr sollte sich Ersatzstrategien ausdenken. Er hatte zwei gefunden, das eine davon war nach jeden Essen Zähne putzen…kann man machen, muss man aber nicht.

Denn ich leide in einer Situation des emotionalen Essens reale seelische Not, die nicht weggeht, wenn ich mir 100x am Tag die Zähne putze.

Es geht nicht um eine reine Änderung des Verhaltens und ich glaube auch nicht mehr, dass es nur Glaubenssätze und Verhaltensmuster sind, die es zu durchbrechen gilt.

Wenn man emotional ißt, dann leidet man in diesem Augenblick an seelischer Not und hat im Essen den verlässlichen Freund gefunden, der hilft diese Not zu lindern. Und es ist dabei überhaupt nicht sinnvoll, sich selber noch in den Arsch zu treten und sich zu beschimpfen und seinen Freund mit Getöse in die Wüste zu schicken.

Man hat massiven Stress seelischer Natur, der im Körper wieder den Stresslevel ansteigen lässt und der Körper reagiert auf diesen Impuls gerne mit einem Verlangen nach Zucker.

Sollte man sich in diesen Augenblicken nicht eher lieb haben? Sich fragen, was denn los ist und wie man sich selber helfen kann?

Würde man einem Freund oder einem Familienmitglied, bei dem man bemerkt, dass dieser unglücklich, wütend, traurig, einsam etc. ist, sagen: Jetzt stell dich halt nicht so an, reiß dich zusammen und außerdem nehme ich dir noch den Lolli weg?

Wahrscheinlich würde man ihm eher in den Arm nehmen, trösten, reden und das Gefühl mittragen. Mitgefühl und Anteilnahme zeigen und gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Bei uns selbst fällt uns das oft schwer. Da wird gnadenlos verurteilt, drauf gehauen und ständig gesagt, reiß dich zusammen und den Lolli darfst du auch nicht haben. Und wir finden das ganz normal!

Da kommt das kleine Gefühl, dass sich ängstlich zeigt und in meinem Bürobeispiel zu mir sagt: „Puh…das ist so viel und alles gehört zu meinen Aufgaben und wenn ich das nicht schaffe, dann bin ich nicht gut genug und keiner hat mich lieb. Aber ich könnte was essen, das hilft mir. „

Und da kommt das übermächtige Gedankenmonster und schreit: Friss nicht so viel oder ich bestrafe dich mit ganzer Härte! Reiß dich gefälligst zusammen! Du bist so schwach und so wertlos, schäm dich. Such dir gefälligst ’ne Ersatzhandlung.

Und so nimmt das kleine, ängstliche Gefühl reißaus, versteckt sich trotzig wieder im Untergrund und sagt: Ha! Aber essen musst du jetzt trotzdem, weil ich dich dazu zwinge. Früher oder später! Denn du kannst mich nicht besiegen. Zucker! Zucker! Und weißt du was, ich komme immer und immer wieder! Solange bis du mich anhörst!

Und da sagt das Gedankenmonster: PAH, ich putze mir jetzt einfach 100 x am Tag die Zähne, die wirst schon sehen was du davon hast, du scheiß GEFÜHL!

Und das Gedankenmonster ist mein Bewusstsein, dass das Gefühl nicht haben will, weil es schmerzhaft ist oder gesellschaftlich nicht anerkannt oder weil Gefühle haben einfach uncool ist. Aber es führt einen Kampf, den es niemals gewinnen kann. Denn es kämpft ja nur gegen sich selber und gegen sein eigenes Gefühl, anstatt sich in den Arm zu nehmen und mal hinzuschauen.

Oft ist das Gefühl ja auch gar nicht als solches zu identifizieren. Es äußert sich mit Enge im Hals oder Anspannung irgendwo im Körper und läßt uns rastlos und nervös werden und man muss erst 100x hinsehen, bevor das genaue Gefühl sich zeigt.

Und ich glaube, dass dies die einzige Lösung für emotionales Essen ist. Genau hinschauen und liebevolle Annahme!

Es gibt immer eine kleine Zeitspanne zwischen der Anspannung, die einen Essen lassen möchte und der tatsächlichen Handlung. Diese Spanne läßt sich nutzen.

In dem Buch Wohlfühlgewicht von Mareike Awe habe ich zum ersten Mal einen für mich sinnvollen Ansatz zum Umfang mit emotionalem Essen gefunden.

Sie beschreibt in 4 Schritten, wie man innehalten und mit seinen Gefühlen arbeiten kann.

Der erste Schritt ist einfach: Hinsehen und hinspüren: Wo ist die Anspannung und was spielt sich im Körper ab? Was empfindest du?

Beim zweiten Schritt bedankst du dich, dass das Gefühl bzw. die Anspannung da ist und sagst ihm, dass es da sein darf. Nimm die Anspannung bzw. das Gefühl an. Es darf da sein.

Im dritten Schritt fragst du das Gefühl, was es dir sagen möchte. Auch, wenn es im ersten Moment manchmal keine ganz klare Botschaft gibt, fällt einem meistens im Nachgang doch noch etwas ein.

Und im vierten Schritt verabschiedest du das Gefühl, dass seine Botschaft übermittelt hat und lässt es los.

Mein Bürofressgefühl möchte mir z. B. sagen, dass ich Angst habe, nicht gut genug zu sein, wenn ich nicht alle Anforderungen an mich sofort, super gut und super schnell erfülle. Also kann ich mich selber in den Arm nehmen und mir versichern, dass ich gut genug bin, immer!

Ich bin gut genug …weil ich da bin …,weil ich mir Mühe gebe …weil ich ein wertvoller Mensch bin…weil ich in meiner Gesamtkomposition einzigartig bin.

Und je öfter ich mir sage, dass ich gut genug bin, desto wahrer wird es.

Weil ich mir selber Liebe gebe, anstatt mich zu verurteilen und weil wunde Punkte dadurch heilen können. Und weil mein Freund, das emotionale Essen, dadurch auf mich hinabschauen und sagen kann, du brauchst mich nicht mehr.

Und wenn du mich doch brauchst, bin ich immer noch da.

Denn eins ist klar, über Jahre trainierte Abläufe zu verändern kostet Zeit und braucht viel Übung. Einige Gefühle werden immer wieder kommen und oft genug wird es ein Rückfall in alte Verhaltensmuster des emotionalen Essens geben.

Aber das ist gar nicht schlimm, denn wir haben ja auch immer wieder und für den Rest unseres Lebens die Gelegenheit, uns in den Arm zu nehmen und uns zu sagen:

Wir sind gut genug!

Was fällt euch noch dazu ein?

Was ist normales Essen? Intuitiv? Emotional?

TIer isst

In den ersten Artikeln der A-Methode habe ich das getan, was ich am besten kann. Ich kann hervorragend recherchieren, kann Fakten zusammentragen und auswerten und Schlussfolgerungen ziehen.

Also habe ich die Glaubwürdigkeit von Kalorien und die Messmethode untersucht. Ich habe Grundumsatz-, Leistungsumsatz und den Jojo-Effekt untersucht. Ich habe mir verschiedene Diätformen angesehen, von denen ich die meisten ausprobiert habe und meine Einschätzung dazu geben.

Und ich habe Rezepte entfettet, kalorienärmer gemacht und so verändert, dass ich sie gut genug für eine gesunde Ernährung hielt und nach dem Königsweg gesucht.
Und ich hatte zwischendurch immer Heißhungerattacken, lungerte vor der Süßigkeitenschublade herum und aß manchmal eine Tafel Schokolade auf einmal und fühlte mich schlecht. Noch nicht mal das schlechte Gewissen war es, dass mich plagte. Mir war wirklich körperlich schlecht. Regelrecht überfressen.

Mein letzter Artikel ist ja schon eine Weile her. Im September lag ich auf Mallorca mit Laptop am Pool und hatte endlich Zeit für ein paar klare Gedanken. Denn der Leitsatz der A-Methode ist ja, wenn man immer nur das Gleiche tut, dann bekommt man immer nur das gleiche Ergebnis und ich renne seit 33 Jahren von einer Kostform zur anderen und von schlank zu dick und wieder zurück.

Ich kann mit Diäten toll abnehmen und sobald ich aufhöre, ist es wie Rudern gegen den Strom. Ich treibe zurück.

Ein paar sehr nette Menschen erinnerten mich daraufhin wieder an das intuitive Essen. Und ich musste nur an den Schrank gehen und mal in meinen 100 Diät-Büchern stöbern und ich fand: „Übergewicht und seine seelischen Ursachen von Doris Wolf“, „Essen als Ersatz von Geneen Roth“, „Die Frau, die im Mondlicht aß“ und noch zwei andere Bücher zu dem Thema.

Alle Bücher lagen schon seit 15! Jahren hier rum, gelesen und ausprobiert und wieder in den Schrank gelegt. Und weil ich noch nicht genug Literatur hatte, kaufte ich mir noch „Intuitiv Abnehmen von Elyse Resch und Evelyn Tribole“. Ach ja und den „Ernährungskompass von Bas Kast“ 😉. Ach ja² und als Hörspiel „Essanfälle adé von Oliva Wollinger“. Und ein paar der Podcast Folgen von Mareike Awe von Intueat habe ich auch gehört…lach.

Der Ernährungskompass kann noch ein paar Jahre im Schrank bleiben. Ich habe ihn gelesen, aber ich möchte momentan keine Ratschläge mehr, was ich Essen soll. Auch nicht um 100 Jahre alt zu werden. Dann bin ich 100 Jahre alt und keiner von der Familie ist mehr da…super.
Ich nahm mir das „Intuitiv abnehmen“ vor und der erste Ratschlag lautete: Nie wieder Diät!

Musik in meinen Ohren! Nie wieder Diät! Ich esse intuitiv!

Was würde ich auf einmal für Zeitreserven haben? Nicht mehr genau planen was man wann wo isst. Einfach alles einkaufen, auf das ich Lust habe. Nutella-Brote mit Butter drunter!!!!!

Oh Gott, ich werde noch fetter!

Aber ich wollte ja unbedingt was anderes ausprobieren. Normales Essverhalten. Essen bis ich satt bin. Dann essen, wenn ich Hunger habe und nicht wenn Essenszeit war. Das Essen essen, auf das ich Lust hatte.

Und ich hatte echt Angst.

Denn ich kannte das ja schon. Ich hungerte und ich aß, ich hungerte und aß und immer wenn ich aß, war ich anschließend fetter und hungerte wieder.
Und jetzt sollte ich essen, und zwar immer dann, wenn ich Hunger hatte! Wie kam ich gegen den Gedanken an, dass ich anschließend wieder fett wäre, aber niemals mehr eine Diät machen sollte.

Leute, das erfordert Mut!

Ich bin also in den Supermarkt, zwar mit Zettel, aber ich wollte auch das kaufen, auf das ich Appetit hatte. Also landeten im Einkaufwagen neben meinen den Dingen auf meinem Zettel eine Flasche Cola, Schokolade und fettige Wurst. Salami …leckere, lang entbehrte Salami. Und ein toller Käse. Und NUTELLA!
Das war sehr aufregend. Die Regale abzulaufen und zu denken, ich darf das alles essen. Ich kann mir alles kaufen, was ich will. Echt alles. Und ich lese kein Etikett und ich darf das essen, wenn ich HUNGER darauf habe. Andrea im Schlaraffenland.

Und als ich zu Hause war, habe ich eine Suppe gekocht, mit METTWURST.

METTWURST ist für mich einer der schlimmsten Kalorienbomben überhaupt. Jahrelang habe ich Suppe gekocht mit fettarmen Geflügelwürstchen und ich habe sogar behauptet, dass ich gar keine Mettwurst mag. Die kriegte nur der Mann, extra in seinen Teller. Eine kleine Stimme in meinem Kopf sagte mir, dass ich das früher gerne gegessen habe, ich hatte es einfach nur verdrängt.
Als die Suppe dann fertig war, haben wir uns gemeinsam an den Tisch gesetzt und gegessen und, was soll ich sagen, es schmeckte herrlich. Ich schwelgte in warmer Suppe und herzhafter Wurst und als ich satt (!) war, fühlte ich mich gut.

Das war vor 6 Monaten.

Ich habe richtig viel Schokolade gegessen, ich habe eine Party gefeiert mit Nutellabrot mit Butter drunter (hatte meine Mutter mir als Kind verboten), es gab Chips und in Olivenöl gebratene Nudeln mit Lachs, Schweinefilet im Speckmantel, leckere Soße mit Kochsahne, Cola, Saftschorle und dabei nur eine einzige Regel:

Iss, wenn du Hunger hast und höre auf, wenn du satt bist.

Das ist total schwer. Denn wann habe ich denn Hunger? Und wie fühlt sich richtig satt an? Überfressen und Völlegefühl kenne ich. Heißhunger und mega Hunger auch.
Wie unterscheide ich richtigen, körperlichen Hunger und Appetit?
Wie kann ich bei einem mega leckeren Essen aufhören, bevor nicht alles weg ist?
Das ist ein steiniger Weg und er ist beschwerlich.
Ich muss viele Dinge neu lernen, die kleine Kinder ganz intuitiv können und ich nicht. Das habe ich mir in den 33 Jahren Diät so was von abtrainiert, das ist eine wahre Herausforderung.
Deswegen habe ich auch so lange nichts mehr geschrieben, denn ich könnte ja scheitern und scheitern bedeutet sich schämen und wer will das schon öffentlich?

Was, die weiß nicht wie man einfach normal isst und aufhört, wenn man satt ist?
Nein, sorry, keine Ahnung. Ich übe das noch.

Aber ich kann nach 6 Monaten ein Fazit ziehen:

Es ist möglich!
Ich habe ja keine Waage mehr, die hatte ich schon vorher entsorgt, weil ich mich nicht mehr dem Diktat der Zahl aussetzen wollte, also habe ich keinen objektiven Beweis.
Aber ich habe jetzt 6 Monate gegessen, was ich wollte, wann ich wollte und immer wenn ich Hunger hatte.

Ich habe versucht aufzuhören zu essen, wenn ich satt war.
Und ich habe nicht oder nur wenig zugenommen. Und wenn ich ein wenig zugenommen hatte, dann hat sich das in den Wochen darauf von alleine reguliert!!!

VON ALLEINE REGULIERT!!!!!

Leute, das ist für mich ein Meilenstein weg aus der Diätensucht. Meine Hosen passen mir noch und mein Gesicht sieht sogar dünner aus.

Ich esse immer noch viel und es fällt mir immer noch schwer, körperlichen und emotionalen Hunger auseinander zu halten. Zu beidem werde ich noch eigene Artikel schreiben als Anregung für euch und als Erklärung, wie man beides auseinanderhalten kann.

33 Jahre werden nicht in 6 Monaten wieder gut.

Aber ich kann essen und mich frei fühlen, ohne dass ich meine Klamotten 2–3 Nummern größer kaufen muss.
Es darf Schokolade im Haus sein und ich muss diese nicht essen. Ich kann an der Schublade vorbeigehen, ohne dass ich mich daran vorbei schleichen muss. Es ist einfach nicht mehr so spannend. Mir kommt es einfach gar nicht mehr in den Sinn, dass da Schokolade drin ist!

Zum Valentinstag habe ich eine Schachtel meiner Lieblingspralinen geschenkt bekommen und die ist immer noch mehr als halb voll. Es ist der 03.03.19 …lach. Früher hätte diese keine 3 Tage überlebt mit vielen Kämpfen mit mir und herumschleichen um die Schublade.

Heute esse ich ein oder zwei Stück und das reicht.

Wir haben von einer Party noch Chips im Schrank. Die Party war im Januar und die Chips sind immer noch im Schrank.
Und ich darf das alles essen, wenn ich Hunger habe. Und in den ersten zwei,drei Monaten habe ich ganz viel davon gegessen und manchmal mal war mir schlecht. Das waren wahrscheinlich nicht die gesündesten Monate meines Lebens, aber auch das hat sich reguliert.
Irgendwann hat es einfach aufgehört, da ich ja weiß, dass ich essen darf, wenn ich Hunger habe und wenn ich dann eben Schokolade will, dann esse ich Schokolade oder alles andere, auf das ich Appetit habe.
Ich esse bedeutend weniger Obst, dafür bedeutend mehr Gemüse, weil ich ja ein schönes Sößchen dazu machen kann und das Obst auch immer mehr oder weniger erzwungen war. Und ich merke recht deutlich, wann ich satt bin. Zumindest bei echten Lebensmitteln.

Zu Hause funktioniert das super.

Wenn ich sehr unter Druck gerate, dann kann es sein, dass das alte Muster noch stärker ist und wenn dann Süßigkeiten in greifbarer Nähe sind, dann kann es leicht passieren, dass dieser Druck wieder herunter gestopft werden muss. Das passiert gelegentlich auf der Arbeit.

Und wenn es passiert, dann ist es emotionales Essen in Reinkultur!

Auch wenn ich industrielle Fettbomben esse, dann wird die Satt-Regulation schnell außer Kraft gesetzt. Das muss ich noch erforschen.

Und trotzdem fehlt noch ein Baustein, denn ich will ja abnehmen. Gewicht halten ist schon mega, aber da geht noch was. Um dem auf die Spur zu kommen, gehe ich seit ein paar Monaten einmal im Monat zur Hypnose, denn mein Unterbewusstsein hat bestimmt spannende Dinge zu erzählen. Aber davon erzähle ich euch im nächsten Artikel.