Abnehmen ohne Hunger mit der Energiedichte

Wie werden wir eigentlich satt und wie regelt der Körper das genau?

Leider wissen wir immer noch nicht alles über den genauen Vorgang der Hunger- und Satt-Regulation. Aber zumindest einen Teil des Vorgangs läßt sich heute wissenschaftlich erklären.

Der Körper meldet sich mit Hunger, wenn es ihm nach Nahrung verlangt. Dabei gibt es den körperlichen Hunger, es gibt aber auch den Augenhunger und den emotionalen Hunger.

Hier geht es rein um den körperlichen Hunger.

Unsere Energiereserven lassen nach und das Hungerzentrum im Gehirn meldet Hunger, der gestillt werden möchte.  Es werden Appetit fördernde Botenstoffe ausgeschüttet. Wie genau das chemisch funktioniert,  und welche Hormone da am Werk sind,  ist noch nicht exakt bekannt. Es gibt viele Theorien und einzelne Hormone scheinen auch identifiziert, vieles bleibt aber noch im Dunkeln.

Wir verspüren körperlichen Hunger und beginnen zu essen. Die Menge der Nahrung dehnt die Magenwand und dadurch werden Nervensignale an unser Gehirn gesendet, das dann wiederum Botenstoffe freisetzt, die den Appetit hemmen. Wir fühlen uns satt.

Diese Phase der Sättigung gibt es Körper Zeit um in Ruhe zu verdauen.

Die Dehnung der Magenwand scheint aber nicht der einzige Faktor zu sein, der in diesem Spiel eine Rolle spielt.

Wahrscheinlich melden auch Rezeptoren im Darm die Nährstoffkonzentration, die unser Körper in dem Moment benötigt und ob dieses Soll erfüllt wurde.

Und nur wenn unser Magen ausreichend gedreht wurde und unser Bauchgehirn eine ausreichende Nährstoffkonzentration meldet,  fühlt sich unser Gehirn veranlasst Sättigungsbotenstoffe zu aktivieren.  Unser Regulationszentrum im Gehirn heißt Hypothalamus und die Meldestelle im Darm ist der Vagusnerv.

Dazu haben wir noch etliche andere Rezeptoren in unserem Körper wie z.B. die Anzahl der gekauten Bissen und der Füllstand der Kohlehydrathspeicher, der uns ganz schnell  Energie liefern kann.

Eine Rolle spielen auch die Augen. Teller leer oder Tüte Chips leer signalisieren auch, hey, ich habe viel gegessen.  Dazu kommen gesellschaftliche Faktoren. Essen in Gesellschaft macht viel mehr Spaß und wer hat sich nicht schon mal an einem Buffet überfressen.

„Können Sie mir die Reste bitte einpacken? Das ist ein Buffet! Ja, ich weiß…“.

Zur Rolle von Insulin oder Leptin als Sättigungsfaktoren gibt es auch Theorien, die aber beide noch nicht hinlänglich bewiesen werden konnten.

Wenn es gut schmeckt, dann essen wir gerne viel. Wer weiß, ob wir das Nahrungsmittel in genau der gleichen Form und Konsistenz noch einmal bekommen.

Deswegen sind Fast Food und stark verarbeitete Lebensmittel ja auch so erfolgreich. Wir können uns darauf verlassen, dass es immer gleich schmeckt.

Erdbeeren können köstlich sein, aber Erdbeeren aus dem Gewächshaus im Winter schmecken nach nichts. Das kann uns enttäuschen, wenn wir voller Vorfreude in eine Wassererdbeere beißen.

Der BigMac schmeckt überall auf der Welt gleich.

Vorlieben für Süsses und Umami (hoher, pflanzlicher oder tierischer Proteingehalt) sind angeboren, Bitteres und Saures könnte giftig sein. Hier muss der Mensch erst durch Erfahrung lernen was essbar ist und was ihm gut schmeckt.

Wir können unseren Körper leider nicht aktiv darin beeinflussen, welche Hormone er nun zur Sättigung oder zum Hunger ausschüttet.

Was wir aber ganz aktiv beeinflussen können ist die Nahrungsmenge und der Nährstoffgehalt!

Wir haben ja gelernt, das der Magen über Dehnungsreize dazu beiträgt, Sättigungssignale zu senden und der Darm den Nährstoffgehalt misst.

Aber kein Regulativ misst die Kalorienanzahl.

Esse ich jetzt zwei Tafeln Schokolade sagt der Magen, hm, so richtig gedehnt bin ich nicht. Der Darm meldet, ups, mir fehlen aber noch jede Menge Nährstoffe. Die Augen melden , juchuu, alles aufgegessen und das Zufriedenheitszentrum fühlt sich auch wohl.

Wohlig satt fühlen wir uns aber nicht.

Das Gehirn kann die Signale nicht genau verarbeiten, weil die wichtigen Komponenten Magendehnung und Nährstoffe nicht erfüllt sind.

Wir haben weiterhin Hunger, obwohl wir 1100 kcal in kurzer Zeit verschlungen haben.

Also ist es naheliegend, darauf zu achten das wir Nahrungsmittel auswählen, die lecker sind, den Magen füllen, genügend Nährstoffe beinhalten und uns trotzdem zufrieden stellen.

Ein tolles Werkzeug dazu ist die Energiedichte.

Der Magen meldet normalerweise nach circa. 300-500 Gramm Füllgrad eine ausreichende Magendehnung.

Und die Energiedichte ist nichts anders als die vereinfachte Darstellung der Kalorien eines Lebensmittels auf 100 Gramm.

  • Bis 1,5/Gramm gilt die Energiedichte als günstig.
  • ab 1,5-2,4/Gramm haben wir eine mittlere Energiedichte und
  • ab 2,5/Gramm eine hohe Energiedichte.

Magerquark hat auf 100 Gramm 68 kcal. Also beträgt die Energiedichte aufgerundet 0,7. Es ist nichts anders als die Kalorien heruntergebrochen auf das Gramm/Nahrung. 68 kcal / 100 Gramm= 0,68 ED.

Das ist ein super einfacher Faktor.

Denn unverarbeitete Lebensmittel mit einem hohen Nährstoffgehalt haben in der Regel eine niedrige Energiedichte.

Wenn ich jetzt meine 400 Gramm Lebensmittel esse, die ich brauche, um meinen Magen genug zu dehnen, und nehme nur Lebensmittel mit einer Energiedichte von 1, dann esse ich genau 400 kcal.

Nehme ich jedoch eine Energiedichte von 5,5 dann esse ich 2.200 kcal bei gleicher Menge.

5,5 ist die Energiedichte von einer Tafel Schokolade und wenn ich vier davon in einer Mahlzeit gegessen habe ich mir wahrscheinlich schlecht. Genügend Nährstoffe habe ich aber nicht bekommen und satt bin ich wahrscheinlich auch nicht.

Bei einem Magenband wird über dieses Prinzip die Sättigung reguliert. Dadurch das nur ein Teil das Magens zur Verfügung steht ist die Nahrungsmenge begrenzt und der Magenbandträger sehr schnell satt. Wenn jetzt jedoch der Patient flüssiges Nutella durch sein Magenband schleust wird auch er nicht abnehmen.

Low Carb z.B. senkt automatisch die Energiedichte, wenn es richtig praktiziert wird. An Gemüse, Fleisch und Milchprodukten kann man sich nicht so einfach überfressen.

Gemüse hat nämlich durchweg eine sehr günstige Energiedichte.

Fleisch und Fisch haben eine niedrige bis mittlere Energiedichte mit wenigen Ausnahmen wie z.B. Gans oder Aal.

Käse hat eine hohe Energiedichte, aber gemischt mit viel Gemüse in einem Auflauf und dann sogar gepaart mit einer Sahnesoße ergibt in den meisten Fällen immer noch eine niedrige Energiedichte.

Bei LowFat ist dies deutlich schwieriger zu erreichen, da Brot mit Butter und Wurst eine super hohe Energiedichte hat, die Sättigung aber nicht super hoch ist und der Nährstoffgehalt auch zu wünschen läßt.

Kartoffeln hingegen haben eine Energiedichte von nur 0,7 kcal.  Wenn ich also den gleichen Auflauf mit Kartoffeln, mit fettarmer Soße und wenig fettarmem Käse zubereite,  dürfte ich von der Energiedichte her das Gleiche erreichen wie mit Low Carb.

Zucker hat eine Energiedichte von 4,0, gepaart mit Fett ist diese noch höher.

Deswegen hat man mit der Energiedichte ein ganz einfaches Werkzeug an der Hand, um die tägliche Kalorienmenge bei gleicher Nahrungsmenge zu senken.

Und was ich am besten finde, ich brauche auf kein Nahrungsmittel zu verzichten.

Wenn ich Lust habe auf ein Brot mit Nutella, dann kann ich das ja essen. Aber ich esse am besten nur eins und packe dazu einen großen, selbstgerührten Joghurt mit frischem Obst oder esse dazu einen Tomatensalat mit Gurken, damit der Gesamtkaloriengehalt der Mahlzeit bei guter Sättigung im Rahmen bleibt.

Und ich bin dabei trotzdem glücklich, denn den emotionalen Faktor von Essen darf man nicht unterschätzen.

Die Tage werde ich mal eine kleine Übersicht über die Energiedichte für die Hosentasche basteln.

Und im Supermarkt ist es noch einfacher, denn jedes Lebensmittel hat ja heutzutage schon eine Kennzeichnung, auf dem der Kaloriengehalt per 100 Gramm angegeben ist. So ist die Energiedichte auf einen Blick präsent.

Aber wir werden nun darum herum kommen unsere bisherige Ernährung zu hinterfragen und wahrscheinlich können wir mit kleinen Stellschrauben die Energiedichte schon so weit senken, das wir kontinuierlich abnehmen und trotzdem richtig viel essen können und satt sind.

Quellen: Satt essen und abnehmen von V. Schusdziarra ISBN 978-3-87360-023-2

http://www.spektrum.de/news/wie-entsteht-das-saettigungsgefuehl/941427

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2010/10_10/EU10_550_558.qxd.pdf

 

 

 

 

 

Fünf körperliche Ursachen für den Jojo-Effekt!

Mehrfach viel abgenommen, mehrfach viel zugenommen.  Ich habe das am eigenen Leib exerziert und höre und lese es so oft, die Crux mit dem berühmten Jojo-Effekt.

Man nimmt super ab und ganz schleichend pirschen sich die Fettpölsterchen wieder heran und hüpfen gut gelaunt auf die Hüften. Das führt zu Frust und irgendwann ist man völlig verzweifelt.

Bisher musste immer der kaputte Stoffwechsel als Erklärung dafür herhalten, aber wir haben im letzten Artikel ja gelernt, das diese Erklärung bei näherer Betrachtung wenig Hand und Fuß hat, sondern eher ein moderner Mythos ist.

Trotzdem gibt es beim Jojo-Effekt körperliche Effekte, die ich in Teil eins dieses Artikels untersuchen werde. Um die seelischen Ursachen geht es dann in Teil zwei.

Erinnert euch wie die A-Methode startet, nämlich damit euren Wochenkalorienverbrauch zu ermitteln und für euch persönlich festzustellen, mit welcher Kalorienzufuhr ihr abnehmt und mit welcher Zufuhr ihr euer Gewicht halten könnt.

Dieser Wochenkalorienverbrauch basiert auf diversen mathematischen Berechnungen und euren persönlichen Erfahrungen.

Ihr nehmt damit ab, überwindet Plateau-Phasen und es läuft wie am Schnürchen.

Aber dann gibt es auf einmal einen sehr langen Gewichtsstillstand oder das Gewicht geht schleichend wieder nach oben. An diesem Punkt müssen wir noch einmal rechnen und unseren Bedarf neu ermitteln.

1. Wer weniger wiegt braucht automatisch weniger Energie!

Das ist ein Punkt, den ich immer ganz übel finde. Ich habe zu Beginn festgestellt, dass ich mit 10.460 kcal pro Woche gut abnehme. Und dann nicht mehr. Das Gewicht stagniert, ein paar Ungenauigkeiten beim Protokoll schleichen sich ein und schwups habe ich sogar etwas mehr auf der Waage.

Die 10.460 Wochenkalorien bezogen sich aber auf ein Ausgangsgewicht von 85 Kilo. Ich habe 6 Kilo abgenommen und wiege jetzt nur noch 79 Kilo. Ach Unglück, ich brauche ja weniger Kalorien um diese 79 Kilo am Leben zu erhalten als früher die 85 Kilo. Mein Sportpensum bleibt gleich, das bedeutet ich muss, um das gleiche Defizit zu erwirtschaften wie an Anfang, meine Wochenkalorien anpassen.  Also die Rechner neu bemühen und wie am Anfang auf ein neues die Wochenkalorien neu ausrichten.

Hier geht es zu den ganzen Kalorienbedarfsrechnern…

Als Faustformel gilt:  Wir benötigen pro verlorenem Kilogramm circa 30 kcal weniger als vorher!

Jetzt habe ich mich aber in meinem Budget so bequem eingerichtet. Meine Lunchpakete sind oft gleich, mein Abendessen ist ausgewogen und ich habe noch Platz für den abendlichen Schokoladenriegel.

Aber genau dieser ist jetzt im Budget auf einmal nicht mehr drin, den müsste ich weglassen oder an anderer Stelle etwas reduzieren. Auf einmal fühle ich einen Mangel. Ich fühle mich so als würde mir etwas weggenommen werden, schon wieder. Zuerst schränke ich mich per se ein wenig ein und auf einmal soll ich mir noch mehr wegnehmen. Das macht mir immer schlechte Laune!

An dieser Stelle kann man mehrere Wege gehen. Entweder man akzeptiert, dass man nun langsamer abnimmt und macht mit seinem Programm so weiter wie vorher. Ein Defizit besteht ja weiterhin, nur ist es nicht mehr so groß.

Oder wir ziehen die Energiedichte der Lebensmittel zu Rate und machen weiter Tauschgeschäfte, um gefühlt genauso viel zu essen wie vorher. Das ist es ja, was die A-Methode permanent tut. Wie kann man bei gleicher Menge die Energiedichte einer Mahlzeit senken ist ja eine der Kernfragen!

An diesem Punkt muss man kreativ werden und dem Motivationsloch wieder entschlüpfen.  Ich finde das geht besser, je mehr man um die körperlichen Effekte weiß.

2. Wir bauen während einer Diät Muskelmasse ab!

Während der Abnahme habe ich mein Körpervolumen reduziert. Leider habe ich auch ein paar Muskeln mit abgenommen, die ja mehr Energie benötigen als das Fettgewebe. Wenn ich abnehme nehme ich immer (!)  auch ein Teil meiner Muskeln ab. Selbst wenn ich mega viel trainiere und unglaublich viel Eiweiß esse, ist es nahezu unmöglich während einer Abnehmphase Muskeln aufzubauen.  Man kann nur verhindern zu viele Muskeln abzubauen, vor allen Dingen als Frau. (Männern fällt der Muskelaufbau und – erhalt naturgemäß leichter, gemein, ist aber so)

Denn Muskeln sind hochstoffwechselaktiv und verbrauchen viel Energie. Der Körper erhält sie nur, wenn genug Trainingsanreize kommen und wenn genug Eiweiß zur Reparatur kommt. Ansonsten besteht keine Notwendigkeit diese Muskelmasse zu erhalten. Sie ist schlichtweg überflüssig.

Und da wir während einer Abnehmphase dem Körper weniger Energie zuführen als er eigentlich braucht, muss der Körper schauen, welche Organe er mit dieser Energie versorgt und was er innerlich anzapft, um das Defizit auszugleichen.

Im Idealfall zapft der nur die Fettspeicher an und verbraucht das stoffwechselinaktive Fettgewebe zuerst. Das wäre ein Traum. Jetzt ist unser Körper ein schlauer Geselle und möchte natürlich möglichst viel von uns erhalten. Die Muskeln verbrauchen viel mehr Energie als das Fettgewebe und Energie von außen ist gerade Mangelware. Also gehe ich schlauer Körper erst einmal hin und reduziere das Element, das viel Energie verlangt. Das sind dann leider unsere Muskeln. Noch schlimmer wäre es, wenn er dann das Gehirn anzapfen würde…lach…den das braucht ja am meisten Energie von allen.

Guten Morgen lieber Chef, ich kann gerade nicht arbeiten, ich mache eine Diät und bin gerade in der Gehirnabnehmphase….lach. Wobei ich früher manchmal schon das Gefühl hatte,  ich kann während einer Diät schlechter denken.

Im Winter wird es kalt in der Wohnung, da es draußen kalt wird. Wir füllen den Tank mit teurem Heizöl, da wir es gerne warm haben. Ich habe aber auch gerne den ganzen Tag alle Fenster auf. Da ich aber ein schlauer Mensch bin und weiß, das offene Fenster viel Energie kosten, mache ich lieber zuerst alle Fenster zu, bevor ich den Öltank voll aufmache und einfach mehr Öl in die Heizung lasse, um den genauso mollig warm zu haben.

Das tut unser Körper auch. Bevor er mehr als üblich von den eisernen Fettreserven nimmt baut er vorher Muskelmasse ab, also das energiefordernde Gewebe. Dieses ist eh nur notwendig, wenn es über den normalen Alltag hinaus gefordert und gebraucht wird. Er macht also quasi auch zuerst die energieraubenden Fenster zu und nimmt danach erst eine erhöhte Zufuhr aus dem Ölspeicher.

Er baut zwar auch kontinuierlich Fett ab, leider aber eben auch Muskeln. Ziel muss es also sein viel von der kostbaren Muskelmasse zu erhalten. Deswegen wird beim Abnehmen immer viel Training und eine hohe Eiweißzufuhr empfohlen.

Wenn man nämlich viel Sport macht und die Muskeln dabei kleine Verletzungen haben entsteht der berühmte Muskelkater. Steht nun kein Protein zur Reparatur zur Verfügung, baut der Körper die Muskeln ab und nicht auf.  Deswegen ist Übertraining kontraproduktiv.

3. Wassereinlagerungen!

Noch so ein böser Geselle. Ich als Frau erlebe das jeden Monat in meinem Zyklus. Ein stetiges auf und ab der Wassereinlagerung.

Unser Körper hat einen kleinen Kohlenhydratspeicher, den Glykogenspeicher, von dem er schnell und unkompliziert Energie ziehen kann.  Dieser bindet im Körper Wasser, ungefähr zwei Liter. In der Abnehmphase wird der Speicher geleert und wusch,  verlassen zwei Liter Wasser den Körper. Also schon mal zwei Kilo weniger.

Aber dann ißt man eine große Portion Nudeln und noch ein paar Scheiben Brot, der Glykogenspeicher füllt sich wieder, das Wasser ist wieder da.

Ich trinke manchmal weniger, als man nach landläufiger Meinung trinken sollte. Je weniger ich trinke, desto mehr wiege ich nachher. Wenig trinken führt bei mir zu Wasserbunkerei.

Meine Hormone spielen mir da auch lustige Streiche. Je älter ich werde, desto schlimmer werden die Wassereinlagerungen im Zyklus. Ganz toll wenn ich dann meinen Wiegetag habe und ich wiege zwei Kilo mehr, obwohl ich weit unter meinem Bedarf lag und rein rechnerisch Fett abgebaut haben muss.

Aber keine Panik, diese Schwankungen sind normal, man muss es nur wissen.

Stark gesalzenes Essen bindet Wasser.

Sport führt bei mir zu ganz extremen Wassereinlagerungen in den Beinen.

Wenn es sehr heiß ist bekomme ich immer ganz dicke Finger und Knöchel, dann sieht man den Abdruck der Söckchen.

Stress erhöht den Kortisolspiegel, der den Wasserhaushalt beeinflußt und Wassereinlagerungen begünstigt.

Ich muss dann immer an die Werbung von früher denken: „Nehmen Sie doch einfach ein paar Liter ab“ 😊.

Wenn es also merkwürdige Zunahmen auf der Waage gibt, die durch Essen nicht erklärbar sind, immer zuerst an Wassereinlagerungen denken.

4. Der Zappel-nicht-so-viel-Effekt! – NEAT und EAT

Der Stoffwechsel geht nicht kaputt, wie wir gelernt haben. Trotzdem kann der Körper Anpassungen vornehmen.

Der Körper will ja keine einmal eingelagerte Energie wieder hergeben. Gehen wir einfach davon aus, das der Körper es toll findet, einmal ergatterte Energie auch zu behalten. Gebunkerte Energie sichert das Überleben.

Er findet unsere Abspeckpläne nicht so toll und hat eine Gegenstrategie.

Der Körper wird faul!

EAT heißt: Exercise Activity Thermogenesis, also der Kalorienverbrauch bei aktiver Bewegung und bei Sport

NEAT heißt: Non-exercise Activity Thermogenesis, also Kalorienverbrauch bei alltäglicher Bewegung so wie Staubsaugen, spülen, zappeln.

NEAT kann der Körper anscheinend aktiv beeinflussen.

Fühlst du dich während einer Diät lethargisch, weniger energiegeladen und hast weniger Lust auf Bewegung? Das ist dann der Zappel-nicht-so-viel-Effekt. Starkes Frieren gehört auch dazu und massiv schlechte Laune.

Den Effekt gibt es nicht bei jedem und nicht jeder hat damit ein Problem. Ich fühle mich z.B. viel wohler, wenn ich weniger esse und habe dann viel mehr Energie und auch mehr Lust auf Bewegung. Deswegen ist für mich die A-Methode ein Programm zur Energiesteigerung und mehr Lebensfreude.

Es gibt wohl aber auch Körper, die das Zappeln einschränken und so etwas Energie einsparen.

Wie fühlt ihr euch denn? Schlapp und kraftlos und weniger zappelwillig oder energiegeladen und fröhlich? Wie sind eure Erfahrungen damit?

NEAT soll den Menschen vor dem Hungertod bewahren. Wenn man kurz vor dem Verhungern ist bewegt man sich einfach weniger, um den Hungertod so lange wie möglich hinauszuzögern. Wir sind aber ja nun so gar nicht vom Hungertod bedroht, so nun überhaupt gar nicht.

Also habe ich versucht zu recherchieren was im schlimmsten Fall passiert. Lt. heutiger Annahme kann der Neat-Effekt den Kalorienverbrauch um maximal 10% beeinflussen.  Das wären bei einem Tageskalorienbedarf von 2000 Kcal um sein Gewicht zu erhalten, maximal 200 kcal am Tag, die durch eine Reduzierung des Zappelns weniger verbraucht werden würden.

Und das gibt es nicht bei jedem und kommt meistens erst vor, wenn es ans tatsächlich körperliche Verhungern geht. Es ist also davon abhängig, wie bedroht sich dein Körper fühlt. Bist du nun schon extrem schlank und hast einen sehr geringen Körperfettanteil und ißt dann sehr wenig und unausgewogen, dann könnte der Körper in Versuchung kommen durch die Regulation der Alltagsbewegung den Kalorienverbrauch zu senken.

Die meisten von uns sind aber weder extrem schlank, noch haben sie einen sehr niedrigen Körperfettanteil. Also ist die Wahrscheinlichkeit dieser Anpassung eher gering.

Und selbst wenn es dazu kommen sollte, dann geht das wieder weg sobald man mehr ißt. Diese Anpassung ist also reversibel und damit auch nicht gefährlich. Das dauert nur ein paar Tage und schon ist alles wieder so wie vorher.

Achtet also mal ein wenig darauf, ob es bei euch diese Zappel-Anpassungen gibt und erhöht ggfls. euren Eiweißanteil in der Nahrung.  Und wenn ihr größere Schwierigkeiten habt wie ständiges Frieren, schlechte Laune und ähnliches, dann und nur dann könnte es sein, das ihr moderat euren Kalorienanteil erhöhen solltet. Vor allen Dingen wenn ihr viel Sport macht. Den dann kann es tatsächlich ein Warnzeichen sein, das dem Körper Makronährstoffe fehlen.

Aber es ist niemals dieser dann pauschal geäußerte Satz:

Oder wir nutzen diesen Effekt, in dem wir im Alltag einfach willentlich mehr Zappeln 😊.

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/telefonier-dich-schlank/582770.html

5. Wir essen nach einer Abnahmephase einfach wieder mehr!

Die einfachste und wahrscheinlichste aller Erklärungen. Wir essen wieder mehr als uns guttut, verfallen in die gleichen Muster wie früher und nehmen dann auch stetig wieder zu.

Die Pfunde erschienen ja auch damals nicht durch Zauberhand, sondern weil wir zu viel gegessen haben.

Denn wenn man immer das Gleiche tut, dann bekommt man auch immer wieder das gleiche Ergebnis!

Und das nenne ich den seelischen Anteil am Jojo-Effekt, den ich in Teil zwei dieses Artikels später noch untersuchen werde.

 

Ich habe zu diesen Phänomenen zwei extrem gut recherchierte Artikel gefunden inkl. allen Quellenangaben, die ich hier verlinken werde, falls euch die Studien interessieren, die dahinterstecken.

http://runde-schultern.de/abnehmen-leicht-gemacht/

http://fitness-experts.de/abnehmen/eingeschlafener-kaputter-stoffwechsel-hungerstoffwechsel

Waas? So viel soll ich essen! Der Kalorienbedarf!

Ihr habt den Kalorienbedarfsrechner bemüht und euch erscheint das Ergebnis zu hoch?  Mir auch oft.

Meine Superfettrechner-ich-zeige-alles-an-Waage sagt mir z.B. ich sollte 2.100 kcal essen, um mein Gewicht zu halten. Die Apotheken-Umschau meint 2.300 kcal wären gerade genug und FDDB hat wieder ein anderes Ergebnis.

Ich glaube auch nicht, dass es eine allgemeingültige Formel gibt!

Aber wir haben Annäherungswerte und warum nicht einfach verschiedene Kalorienbedarfsrechner nutzen und das Ergebnis vermitteln. So erhält man eine statistische Wahrscheinlichkeit.

Rechner Nummer eins sagt mir 2.300 kcal an Tag, Nummer zwei sagt 1.980 und Nummer drei sagt 1.924 kcal.

Also rechne ich das zusammen und vermittel das Ergebnis: 6.204 / 3= 2.068 kcal am Tag.

Also kann ich in der Woche 14.476 kcal zu mir nehmen und halte mein Gewicht.

Wichtig: Bei sportlicher Aktivität immer nur „sehr gering“ angeben, damit wir noch Sportkalorien erwirtschaften können und es somit noch weiter selber in der Hand haben, ob und wann wir davon etwas erarbeiten und auch wieder ausgeben können.

Flexibilität ist ungeheuer wichtig, denn die Ernährung soll zu eurem Leben passen und nicht ihr sollt euch winden und schlängeln, damit ihr zur Ernährung paßt, die gerade in Mode ist.

Und niemand kennt euer Leben so gut wie ihr es kennt.

Hier sind noch ein paar weitere Kalorienbedarfsrechner, aber wenn ihr bei Google mal Kalorienbedarf eingebt, werden noch viele weitere Vorschläge kommen.

https://www.tk.de/tk/essen-und-wissen/bausteine-der-ernaehrung/tagesbedarfsrechner/37886

http://davidwinkler.de/

https://www.yazio.com/de/kalorienbedarf-berechnen

Jetzt haben wir den Kalorienbedarf pro Woche ermitteln und können in der Woche damit haushalten.

Wie schon erwähnt hat ein Kilo Fett circa. 7.000 Kcal, ich möchte 3.500 kcal pro Woche einsparen. Also ziehe ich von meinen vermittelten 14.476 kcal die 3.500 kcal pro Woche ab und komme auf 10.976 Wochenkalorien zum Spielen.

Damit sollte ich genügend essen können, um mich satt und zufrieden zu fühlen und trotzdem abnehmen.  Und wenn ich mehr Essen will, dann kann ich mir ja noch etwas mit Bewegung dazu verdienen.

Okay, jetzt weiß ich ungefähr, welche Kalorienanzahl ich essen soll.  Schön und gut. Aber welche Lebensmittel sind denn jetzt gut für mich?

Abnehmen ohne Hunger mit der Energiedichte

Zufrieden für den Rest meines Lebens